© Markus Wurzer
Wie ein Wertstoff zum Problem wurde

Plastik ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Gelangt es in unsere Umwelt, wird es jedoch zum Problem. Es gilt daher, einen neuen, achtsameren Umgang mit diesem Wertstoff zu finden. Mit der Formel „Reduce – Reuse – Recycle“ können nicht nur politische und wirtschaftliche Lösungen gefunden werden. Jede*r von uns kann einen Beitrag leisten.

Plastik – ein vielgebrauchtes Material

Plastik ist heutzutage als Gebrauchsmaterial nur schwer aus unserem Alltag wegzudenken. Seine Eigenschaften haben oft relevante Vorteile gegenüber anderen Materialien. Der größte Anteil der erzeugten Kunststoffe wird für den Verpackungsbereich aufgewendet. Bei Lebensmitteln sorgt es für längere Haltbarkeit, als Schutz vor Feuchtigkeit und Keimen oder mechanischen Einflüssen beim Transport. Aufgrund seiner Leichtigkeit trägt Plastik in Fahrzeugen dazu bei, dass der Benzinverbrauch (und damit auch der CO2-Ausstoß) verringert wird. In der Baubranche kommen Kunststoffe beispielsweise in der Dämmung von Gebäuden zum Einsatz, was wiederum den Heizungsbedarf senkt. Neben der Verwendung bei Haushalts- und Elektrowaren ist Plastik auch in der Gesundheitsbranche ein wichtiges Material (z.B. für Spritzen oder als ästhetisches Füllmaterial).

Von der Ressource zum Umweltproblem

Zum Problem wird es dann, wenn es über verschiedenste Wege in unsere Umwelt gelangt. Verursacht wird die Verschmutzung vor allem durch den Verkehr, den Baubereich und die Landwirtschaft. Auch durch das achtlose Wegwerfen von Abfällen, das Waschen von kunststoffhaltigen Textilien, durch Farben und Lacke und Granulate von Sport- und Spielplätzen gelangen jährlich einige Tonnen Plastik in die Luft, die Böden, Flüsse und Meere.

Unsichtbare Gefahr: Mikroplastik

Ein zunehmendes Problem ist auch das sogenannte Mikroplastik. Dabei handelt es sich um Plastikteilchen, die kleiner als 5 mm sind. Sie kommen oft in Kosmetikprodukten wie Duschbädern, Peelings oder Zahnpasta vor und sollen für eine bessere Reinigungswirkung sorgen. Etwa ein Drittel des Mikroplastiks entsteht durch Reifenabrieb von Fahrzeugen. Durch die Verrottung von in der Umwelt entsorgtem Plastikmüll entsteht sekundäres Mikroplastik. Auch der Abrieb von Plastikfasern aus Fleecetextilien führt dazu, dass über das Waschwasser der Waschmaschinen Mikroplastik ins Abwasser gelangt. Da Kläranlagen das Mikroplastik nicht herausfiltern können und der Klärschlamm in vielen Regionen zum Düngen in der Landwirtschaft verwendet wird, gelangt es auch in unsere Böden.

Zeit für einen neuen Umgang mit Plastik

Durch einige Gesetze und Richtlinien, die in Kürze in Kraft treten, wird bereits versucht, die Plastikflut einzudämmen. Für einen nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen müssen wir jedoch auch unser Wirtschaftssystem neu denken. Die Linearwirtschaft, in der Produkte häufig nach einer Verwendung im Abfall landen, wo sie meist nur schlecht verwertet werden können, hat ausgedient. In der Kreislaufwirtschaft wird darauf geachtet, dass durch sorgfältiges Design und innovative Geschäftsmodelle Materialien immer wieder weiterverwertet werden und damit wertvolle Ressourcen geschützt werden.

Was können wir als Konsument*innen tun?

Wo können wir auf Plastik verzichten? Wie können wir gekaufte Produkte möglichst lange verwenden?
Und wie und wo können wir den Eintrag von Mikroplastik unterbinden?
Mit der bewährten Formel „Reduce – Reuse – Recycle“ kann jede*r von uns auch im privaten Bereich Schritte setzen, um etwas zur Lösung des Problems beizutragen. Auch zivilgesellschaftlich kann man sich gegen Plastik engagieren, etwa mit dem Unterschreiben von Petitionen oder in sozialen Medien.

Vertiefende Informationen sowie didaktische Umsetzungsvorschläge zu den Themen Plastik und Kreislaufwirtschaft findet ihr in unserer Broschüre „Plastik im Kreis gedacht“.


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