Die Zukunft der Bildung

Ohne Bildung für nachhaltige Entwicklung keine nachhaltige Welt. Deshalb verfolgt die UNESCO im Namen der Vereinten Nationen seit 2005 konsequent den Weg zur globalen Verbreitung und Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Gesellschaft, zuerst über die UN-Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (2005–2014), später über das UNESCO-Weltaktionsprogramm „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (2015–2020). Das neue UNESCO-Folgeprogramm „Education for Sustainable Development: Towards achieving the SDGs“, kurz „ESD for 2030“, schließt nahtlos daran an und markiert den Ausgangspunkt für den sogenannten Aktionsrahmen Bildung 2030. Die Umsetzung des Programms ist eng mit der Erfüllung der 17 globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen verknüpft.

Das Engagement der letzten Jahre zeigt, dass BNE eine globale Priorität ist und bleibt. Auf dem Weg zur Umsetzung des Programms sind wir, das Forum Umweltbildung, nationale Anlaufstelle und Netzwerkpartner für die Integration von Bildung für nachhaltige Entwicklung in die österreichische Bildungslandschaft.

Forum Umweltbildung und die nationale Umsetzung

Bereits zur UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ wurden wir im Namen der zuständigen Ministerien und der UNESCO damit beauftragt, die österreichischen Bemühungen, Bildung für nachhaltige Entwicklung in der österreichischen Bildungslandschaft zu integrieren, zu dokumentieren und als Anlaufstelle und Netzwerkpartner zu agieren. Diese Rolle übernehmen wir auch in dem neuen Programm ESD for 2030. 2008 wurden wir mit unserem Engagement für Bildung für nachhaltige Entwicklung außerdem als UN-Dekaden-Projekt ausgezeichnet.

Der Weg zum neuen BNE-Programm

Roadmap-ESD2030-Ausschnitt
© UNESCO

Wie soll BNE in Zukunft fortgesetzt werden? Wo liegen Schwerpunkte und wie soll die internationale Zusammenarbeit ab 2020 gestaltet werden? Um diese Fragen zu beantworten, hat die UNESCO 2018/2019 ein Positionspapier entwickelt. Akteur*innen aus Wissenschaft und Politik sowie Lehrkräfte und Schüler*innen waren im Rahmen einer Online-Konsultation dazu eingeladen, ihre Ideen und Erfahrungen in diesen Prozess einzubringen.

Auf der 40. UNESCO-Generalkonferenz, die von 12. bis 27. November 2019 in Paris stattfand, haben die Vertreter*innen der 193 UNESCO-Mitgliedstaaten dann das neue Programm ESD for 2030 verabschiedet.

Zahlreiche Initiativen, die sich im Weltaktionsprogramm bewährt haben, führt das Folgeprogramm fort, wie etwa den UNESCO-Japan Preis für BNE oder die fünf prioritären Handlungsfelder (siehe Details zum UNESCO-Weltaktionsprogramm BNE weiter unten). Das neue Programm erkennt aber auch die sozialen und psychologischen Voraussetzungen als wichtige Bedingungen für Transformation an und rückt diese stärker in den Mittelpunkt. Die Befähigung von Lernenden, die für notwendig erachtete gesellschaftliche Transformation voranzutreiben, soll gezielt angesprochen werden. Ein wichtiges Ziel wird außerdem sein, Menschen weltweit für BNE zu mobilisieren und das Thema auf politischer Ebene weiter voranzubringen.

Wie die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele läuft auch ESD for 2030 bis zum Jahr 2030. Dabei wird das Folgeprogramm zeigen, welchen Beitrag BNE zu jedem einzelnen der nachhaltigen Entwicklungsziele leisten kann und wie Zielkonflikte zwischen den einzelnen Nachhaltigkeitszielen stärker in den Fokus genommen werden können.

Die Vorgängerprogramme im Detail

  • UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ 2005–2014

    Die Vereinten Nationen erklärten die Jahre 2005 bis 2014 zur Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Ihr Ziel: das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung in allen Bereichen der Bildung zu verankern. Die UN-Weltdekade setzte Bildung für nachhaltige Entwicklung weltweit auf die politische Agenda. Die in diesen zehn Jahren getroffenen Maßnahmen haben vielerorts dazu beigetragen, die bestehenden Bildungskonzepte zu verbessern. Durch zahlreiche innovative Projekte, strukturelle Änderungen und politische Entscheidungen wurde die praktische Umsetzung der Bildung für nachhaltige Entwicklung gefördert.

    Zum Ende der Dekade fand vom 10. bis 12. November 2014 die UNESCO-Weltkonferenz in Aichi-Nagoya, Japan, statt. In einer dort verabschiedeten Erklärung wurden alle Mitgliedstaaten der UNESCO aufgerufen, ihr Engagement für Bildung für nachhaltige Entwicklung fortzuführen sowie weiter auszubauen. Die internationalen Vertreter*innen der Regierungen und weitere Stakeholder erarbeiteten dort einen konkreten Fahrplan für die weiteren fünf Jahre des Weltaktionsprogramms. Sie folgen darin einer Empfehlung der 37. UNESCO-Generalkonferenz.

    BNE-Strategie und Reporting

    Um auch in Österreich einen breiten, nationalen Multi-Stakeholder-Prozess für die Reporterstellung zu etablieren und den Prozess im Rahmen der BNE-Zielvorstellungen auch als eigenen partizipativen Lern- und Gestaltungsprozess zu nutzen, wurde das Forum Umweltbildung mit der Koordination des „United Nations Economic Commission for Europe Reports“ (UNECE-Bericht) für Österreich beauftragt. Den gesamten Bericht von 2014 findet ihr unter den Downloads auf dieser Seite.

    Ziel der Österreichischen Strategie zu Bildung für nachhaltige Entwicklung war es, einen breiten gesellschaftlichen Lernprozess und Bewusstseinswandel in Gang zu setzen, um aktuelle globale Herausforderungen auf der Bildungsebene für eine nachhaltige Entwicklung aktiv aufzugreifen. Das Strategiepapier findet ihr ebenfalls unter den Downloads auf dieser Seite.

  • UNESCO-Weltaktionsprogramm BNE 2015–2020

    Die UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ sollte die Rolle der Bildung in der Förderung einer nachhaltigen Entwicklung stärken. Das übergreifende Ziel des Weltaktionsprogrammes (WAP) war es, „Aktivitäten auf allen Ebenen und in allen Bereichen der Bildung anzustoßen und zu intensivieren, um den Prozess hin zu einer nachhaltigen Entwicklung zu beschleunigen“. Beim WAP standen fünf Handlungsfelder im Zentrum:

    1. Politische Unterstützung
    2. Ganzheitliche Transformation von Lern- und Lehrumgebungen
    3. Kompetenzentwicklung bei Lehrenden und Multiplikator*innen
    4. Stärkung und Mobilisierung der Jugend
    5. Förderung nachhaltiger Entwicklung auf lokaler Ebene

    Der Fahrplan zum Weltaktionsprogramm verdeutlicht die Ziele der Nachfolgeagenda zur UN-Dekade. Die sogenannte Roadmap richtet sich an alle Akteur*innen der Bildung für nachhaltige Entwicklung – von Regierungen und zwischenstaatlichen Institutionen über zivilgesellschaftliche Organisationen, Lehr- und Ausbildungskräfte bis hin zu jedem einzelnen lernenden Menschen.

    Ziele des Weltaktionsprogramms

    • Neuorientierung von Bildung und Lernen, sodass jede*r die Möglichkeit hat, sich das Wissen, die Fähigkeiten, Werte und Einstellungen anzueignen, die erforderlich sind, um zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen
    • Stärkung der Rolle von Bildung und Lernen in allen Projekten, Programmen und Aktivitäten, die sich für eine nachhaltige Entwicklung einsetzen

    Auf der 40. UNESCO-Generalkonferenz, die von 12. bis 27. November 2019 in Paris stattfand, haben die Vertreter*innen der 193 UNESCO-Mitgliedstaaten dann das neue Programm ESD for 2030 verabschiedet.

    Bildung für nachhaltige Entwicklung – BEST OF AUSTRIA

    Um die Rolle von Bildung und Lernen in allen Projekten, Programmen und Aktivitäten sichtbar zu machen, haben wir nach nationalen Leuchtturmprojekten gesucht. Von 2016 bis 2019 wurden deshalb jedes Jahr die besten Projekte Österreichs prämiert, die dabei unterstützten, Wissen, Fähigkeiten, Werte und Einstellungen zu vermitteln, die erforderlich sind, um zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen. Die Auszeichnung „Bildung für nachhaltige Entwicklung – BEST OF AUSTRIA“ wurde in den fünf Kategorien des Weltaktionsprogramms verliehen. Mehr Informationen findet ihr in den BEST-OF-AUSTRIA-Broschüren im Shop.


Aktuelles zum Aktionsrahmen Bildung 2030

  • Roadmap-ESD2030-Ausschnitt

    Roadmap ESD for 2030

    Die UNESCO hat die neue Roadmap für das Programm ESD for 2030 veröffentlicht. Sie bietet den Mitgliedstaaten und anderen Akteur*innen …

Broschüren zum BEST OF AUSTRIA Award 2016–2019