© Chloé Thomas


In dieser Methode lernen die Teilnehmenden die Vor- und Nachteile verschiedener Flusslandschaften kennen. Durch das Bauen von Modellen können Versuche, wie das Wasser in verschiedenen Situationen fließt und welche Auswirkungen das auf die Umgebung haben kann, nachvollzogen werden.

ABLAUF
PHASE 1
10 Minuten
Einführung

Die Lehrperson führt die Lernenden in die Thematik ein und erläutert die Problematik der Flussbegradigung und der damit einhergehenden Überschwemmungs- und Hochwassergefahr.

Downloads für diese Phase:
Wasser im Überfluss
PHASE 2
50 Minuten
Gestaltung eines Flussbettes

Ein Flussbett (Maße: ca. 1×2 Meter) soll angelegt werden. Lassen es die räumlichen Gegebenheiten zu, teilt man die Lernenden in Gruppen und legt mehrere Flussbetten an (z. B. einen natürlichen Wildflusslauf mit Gefälle und vielfältigen Strukturen im Flussbett, einen breit mäandrierenden Lauf, einen begradigten Flusslauf mit weitgehend natürlichen Uferstrukturen, einen kanalisierten, unnatürlichen Lauf ohne Kontakt zu Uferstrukturen). Wenn der Boden sehr locker und grobschottrig ist und das Wasser rasch versickert, ist es sinnvoll, Abdeckplanen unterzulegen. Sonst erfolgt der Bau direkt auf dem Untergrund. Es darf nach Herzenslust gegraben, aufgeschüttet und umstrukturiert werden. Die feinere Ausgestaltung der Ufervegetation erfolgt mit Naturmaterialien: Ufervegetation, Inseln oder Böschungen entstehen, Felsblöcke geben dem Flussbett Struktur. Infrastrukturen (Brücken, Straßen, Wohngebiete mit Häusern etc.) werden angelegt. Den Ideen und Möglichkeiten sind kaum Grenzen gesetzt.

PHASE 3
40 Minuten
Präsentation und Diskussion
Sind die Gewässerstrukturen vollendet, werden sie gemeinsam betrachtet und von den Erbauer*innen erläutert und anschließend mittels Gartenschlauch geflutet (vorerst nur wenig aufdrehen, dann stärker).
Im Vorhinein Prognosen ab zu geben, macht das Ganze noch spannender. Was passiert? Wo fließt das Wasser schneller, reißt Uferbepflanzung oder Infrastruktur mit sich? Wo ist die Fließgeschwindigkeit geringer und warum? Was bewirken angrenzende Auwälder?
Für die ausführliche Diskussion und Umlegung auf reale Situationen soll genug Zeit eingeplant werden. Anhand der selbstgeschaffenen Flussläufe ist dies für Schüler*innen besonders kurzweilig und spannend. Nach Belieben können auch Fotos vor und nach der Flutung gemacht werden.
Als Abschluss fassen die Schüler*innen die erlernten Inhalte nochmals zusammen. Auch Prognosen, die sich als falsch herausgestellt haben werden nochmals erwähnt.
Kompetenzorientierte Lernziele
Die Lernenden haben durch Selbsttätigkeit ein Verständnis für die Problematik von verbauten Flüssen erarbeitet.
Die Lernenden haben einen Einblick in die Dynamik natürlicher und renaturierter Flussläufe gewonnen und diese mit allen Sinnen erlebt.
Die Lernenden haben einen Einblick in die Bedeutung von Auwäldern und uferbegleitenden Strukturen gewonnen.
Konnex zum Lehrplan

Quellen

Nationalparks Austria Öffentlichkeitsarbeit 2012-2014 (2014): durch.blick.kontakt. Die österreichischen Nationalparks im Unterricht. Wien: Eigenverlag.