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Was ist eigentlich Littering?

Unter Littering versteht man das Wegwerfen oder Liegenlassen von Abfällen (z. B. Getränkedosen, PET-Flaschen, Take away-Verpackungen, Zeitungen, Zigarettenstummel, gefüllte Hundekotsackerl) in der Natur oder im öffentlichen Raum, ohne die dafür vorgesehenen bereitgestellten Entsorgungsmöglichkeiten (z. B. Abfalleimer) zu nutzen. Littering kann unbeabsichtigt oder absichtlich entstehen.

Littering trotz Umweltbewusstsein

Auch wenn in Österreich ein hohes Umweltbewusstsein und ein großes Angebot zur Abfallentsorgung vorhanden ist, werden an bestimmten Orten wie z. B. an öffentlichen Plätzen aber auch in Einkaufszentren und Naherholungsgebieten vermehrt Abfälle achtlos weggeworfen, die wiederum entfernt werden müssen. Littering ist kein reines Abfallproblem, da oftmals Möglichkeiten zur Entsorgung vorhanden sind. Hierbei spielen die zunehmende Mobilität und der Konsum unterwegs eine große Rolle.

Kleines Problem, große Wirkung

Littering hat vielfältige Folgen. Ökologische Folgen sind Verunreinigungen der Umwelt: Besonders problematisch sind Kunststoffe, die nur langsam abgebaut werden oder in Form von Mikroplastik großen Schaden in Boden und Wasser anrichten können. Es besteht aber auch eine gesundheitliche Gefahr für Mensch und Tier durch weggeworfene Abfälle, an denen man sich verletzen oder vergiften kann. Ökonomische Folgen sind die steigenden Kosten, die bei der Entfernung von Litter anfallen. Neben der Entfernung ist auch eine Behandlung der Schadstoffe, die sich in Luft, Wasser und Boden anreichern, kostspielig. Zu den gesellschaftlichen Auswirkungen zählt die Beeinträchtigung des Wohlbefindens der Menschen im öffentlichen Raum oder Grünraum aufgrund der verminderten Attraktivität der Umwelt durch die optische Belästigung.

Wie, wo, wann wird gelittert?

Unterschiedliche Erklärungsmodelle zeigen unterschiedliche Ansätze zu Littering: Bei einigen steht das Individuum im Vordergrund, bei anderen der gemeinschaftliche Akt. Klar ist, dass Littering von der gesamten Gesellschaft verursacht wird und weder Alter noch Geschlecht notwendigerweise einen Einfluss auf das Litteringverhalten haben. Einflussgebende Faktoren sind Gruppendruck und die Gestaltung von öffentlichen Räumen.

Zeit für einen neuen Umgang mit Littering

In den letzten Jahren wurde auf europäischer Ebene versucht, Littering mithilfe mehrerer Aktionspläne und Strategien einzudämmen. Neben der Vermeidung von Plastik und dem Recyceln von Abfällen braucht es vermehrt Richtlinien wie die EU-Einwegkunststoff-Richtlinie, die Produkte verbietet, bei denen es bereits nachhaltigere Alternativen zu Plastik gibt. Auch Konzepte wie die EU-weite „Erweiterte Herstellerverantwortung“ sollen dazu führen, dass Hersteller:innen und Vertreiber:innen die Verantwortung für Produkte über den gesamten Lebenszyklus hinweg übernehmen, also einschließlich der Weiterverarbeitung nach dem Gebrauchsende.

Was können wir gemeinsam gegen Littering tun?

Auch wenn das Problembewusstsein vorhanden ist, braucht es weiterführende Anti-Littering-Maßnahmen, wie z. B. Clean-up days oder Informationskampagnen. Insgesamt ist es wichtig, dass für Maßnahmen gegen Littering kein Patenrezept geben kann, da sie an die lokalen Umstände und Räume angepasst werden müssen. Als Konsument:in kann jede:r von uns mit der bewährten Formel „Reduce – Reuse – Recycle“ einen Beitrag leisten, um zur Verringerung von Litter beizutragen.

Didaktische Materialien für on- und offline Unterricht

Gemeinsam mit Fachexpert:innen aus dem BMK und Lehrpersonen aus dem schulischen und außerschulischen Kontext für die Bildungsarbeit entstanden das Anti-Littering Kartenset und die dazugehörigen Broschüre „Littering – why (not)?“ inkl. Challenges. Das Anti-Littering Kartenset kann in gedruckter Version über v6@bmk.gv.at bestellt werden. Alle anderen Materialien stehen als kostenloser Download zur Verfügung.

Um das Kartenset und seine Inhalte auch im Onlineunterricht zu bearbeiten, wurden ergänzend digitale Materialien mit didaktischen Anregungen dazu erstellt:


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