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Nachlese SOAK 2015

Das war die Sommerakademie 2015

2014 feierte die Sommerakademie als ÖKOLOG-Sommerakademie ihr 10-jähriges Bestehen. Obwohl die Betreuung des ÖKOLOG-Schul-Netzwerkes mit Anfang des Jahres vom FORUM Umweltbildung an die Universität Klagenfurt übergegangen war, wollte das FORUM diese erfolgreiche Fortbildungsveranstaltung für PädagogInnen und andere Interessierte unbedingt fortführen. Zur großen Freude des Organisationsteams und zahlreicher „StammkundInnen“ finanzierte das Umweltministerium (BMLFUW) die Sommerakademie 2015 gemeinsam mit der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich als Mitveranstalter und zahlreichen Kooperationspartnern.

© FORUM Umweltbildung

„Um.Welt.Gestalten – Gemeinsam für eine Welt von morgen!“ lautete das Motto der diesjährigen Veranstaltung. Auch heuer begeisterten die zahlreichen ReferentInnen aus unterschiedlichen Bereichen die rund 100 TeinehmerInnen mit ihren Methoden, Erfahrungen und Zugängen zu den unterschiedlichen Schwerpunktthemen. Das Bildungshaus Schloss Puchberg, welches in einen wunderschönen Park eingebettet liegt, bot der Veranstaltung einen angemessenen Rahmen in historischer Atmosphäre.

Programm

Kurzer Rückblick in Bildern

Begrüßung und feierliche Eröffnung

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Nach der Begrüßung durch die beiden Organisatorinnen der Sommerakademie, Corinna Gartner (FORUM Umweltbildung) und Regina Steiner (Pädagogische Hochschule OÖ), hieß auch der Direktor des Bildungshauses, Wilhelm Achleitner, die TeilnehmerInnen herzlich willkommen und gab einen kurzen Einblick in das historische Ambiente des Schlosses.

Danach wurden die zahlreichen KooperationspartnerInnen aufs Podium gebeten. Christiane Hager-Weißenböck vom Amt der oberösterreichischen Landesregierung bot einen kurzen Einblick in die Aktivitäten, die das Land Oberösterreich im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) setzt. Auch das ÖKOLOG-Netzwerk war mit Mira Dulle wieder mit an Bord und unterstützte die Sommerakademie diesmal als Kooperationspartner. Ebenso waren regionale NGOs, wie beispielsweise das Klimabündnis Oberösterreich, vertreten durch Kathrin Mitterhofer-Hablig, mit dabei. Das Klimabündnis rundete außerdem mit einer Erlebnissaustellung zum Klimaschutz das Programm der Sommerakademie ab. Eine treue Partnerin der Sommerakademie unterstützte die Veranstaltung auch dieses Jahr wieder: Margit Meister vom Amt der niederösterreichischen Landesregierung. Sie freute sich über die große Anzahl an TeilnehmerInnen aus den unterschiedlichsten Bildungsbereichen. Mit dem Umwelt-Bildungs-Zentrum Steiermark (UBZ Stmk.) war auch dieses Bundesland auf der Sommerakademie vertreten. Sabine Baumer vom UBZ betonte die gute Zusammenarbeit mit dem
FORUM Umweltbildung und die Bereitschaft, auch in Zukunft an der
Sommerakademie mitwirken zu wollen.

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Dank wurde auch dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau, der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik und Südwind Oberösterreich, die sich ebenfalls als Kooperationspartner engagierten, ausgesprochen.

Abschließend unterstrich Peter Iwaniewicz (BMLFUW), warum dem Ministerium Bildung für nachhaltige Entwicklung ein wichtiges Anliegen ist: Lernen, global zu denken, sei aktueller denn je. Mit dieser Idee eröffnete er die Sommerakademie offiziell.

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Bildung für nachhaltige Entwicklung zum Anfassen

Das vom FORUM Umweltbildung entwickelte kreisförmige BNE-Modell begleitete die TeilnehmerInnen während der gesamten Veranstaltung. Bereits am ersten Abend wurde es herangezogen, um zu reflektieren, welche Aspekte einer Bildung für nachhaltige Entwicklung sie in ihrer Arbeit bereits berücksichtigen. Mit Hilfe von bunten Fäden und einer Korkplatte, auf der das Modell mit Pinnadeln befestigt wurde, konnten sie ihre Erfahrungen verbildlichen. Da sich die TeilnehmerInnen zum Großteil noch nicht kannten, hatten sie danach die Möglichkeit, bei einem Vergleich ihrer persönlichen Modelle einander vorzustellen. Eine besondere Herausforderung lag in der anschließenden gegenseitigen pantomimischen Darstellung unterschiedlicher BNE-Aspekte, welche die TeilnehmerInnen auf kreative Weise umsetzten.

Inhaltlicher Auftakt mit zwei spannenden Vorträgen

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Nach einer kurzen Pause und einer Stärkung ging es weiter mit dem Vortrag „Umwelt nutzen, gestalten, gefährden, schützen. Ein Streifzug durch die Umweltgeschichte“, gehalten von der Wissenschaftlerin des Jahres 2013, Verena Winiwarter (Alpen Adria Universität Klagenfurt). Sie begann mit dem provokanten Satz „Für unerwünschte Nebenwirkungen zum heutigen Zustand der Erde fragen Sie bitte Ihren Umwelthistoriker“.- Zwar gebe es auch unter den jetzigen globalen Verhältnissen die Möglichkeit, das alle Menschen gut leben, aber wir brauchen rasch und dringend eine Abkehr von fossilen Brennstoffen und dem hohen Ressourcenverbrauch durch Konsum in den entwickelten Ländern. In ihrem Vortrag lud Winiwarter die ZuhörerInnen ein, unter die Oberfläche (umwelt) historischer Phänomene zu schauen sowie die Idee zu hinterfragen, Nachhaltigkeit habe zwingend etwas mit Verzicht zu tun. Vielmehr argumentierte sie, dass ein nachhaltiger Lebensstil unsere Handlungsspielräume erweitern könne. Da Bildung weiblich sei, brachte sie Beispiele von Frauen, die sich in den letzten 300 Jahren für die Verbesserung ökologischer, wirtschaftlicher oder sozialer Belange einsetzten. Globale Probleme gingen uns nicht nur alle an, wir könnten auch alle etwas zu ihrer Lösung beitragen. Nach einigen eindrucksvollen Beispielen für umwelthistorische Veränderungen (z.B. Landgewinnung in den Niederlanden, Tsunamis weltweit und ihre Auswirkungen auf Siedlungen)  endete sie mit vier Merksätzen für ein nachhaltigeres Leben, die vielleicht sogar glücklicher machen und plädierte für Einsicht, Umsicht, Voraussicht, Rücksicht aber auch eine große Portion Zuversicht.

PPT – Vortrag Verena Winiwarter

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Anschließend sprach Hans Holzinger von der Robert Jungk Bibliothek für Zukunftsfragen in seinem Vortrag „Vom Wissen zum Handeln“ über Gelingensfaktoren und Hürden im Kontext von Bildung.
Am Beispiel der Geschichte mit den gestrandeten Seesternen, die ein Kind zu retten versucht, verdeutlichte er, dass Bildung wesentlich heiße, nicht so sehr die (richtigen) Antworten zu haben , sondern die (richtigen) Fragen zu stellen. Er zeigte v.a. an Hand des Konsums auf, dass die Grenzen des wirkungsvollen Handelns und des Greenwashing fließend seien. „Ökokonsum“ habe viele Fallen, u.a. den „Rebound-Effekt“, bei dem zunächst gesparte Kosten von Unternehmen und Konsumenten durch zusätzliche Produktion oder Konsum mehr als wettgemacht werden.  So müssen wir über Nachhaltigkeit nicht deshalb nachdenken, weil wir so schlecht wirtschaften, sondern so gut. Ähnlich wie Verena Winiwarter wies er auf die bahnbrechenden und rückwirkend betrachtet verheerenden Änderungen in den 1950er Jahren hin, in denen es zu einem Übergang von der bedarfsorientierten zu Bedürfnissen weckenden Wirtschaftsweise kam.  Deshalb plädierte  auch Hans Holzinger für die drastische Senkung des Ressourcenverbrauchs und wies gleichzeitig auf ein Mobilisierungsproblem hin: es müssten sich mindestens 90% der Bevölkerung für einen nachhaltigen Lebensstil entscheiden. In der Diskussion wurde eine Globalökonomie der Grundbedürfnis-Befriedigung genauer erläutert.

PPT – Vortrag Hans Holzinger

Nach einem stärkenden Abendessen fand der Abend im historischen Ambiente im Innenhof des Schlosses bei einem Glas Wein und anregenden Gesprächen seinen Ausklang.

Spannende Workshops und Exkursionen standen am 2. Tag am Programm

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Das Wetter meinte es gut. Pünktlich zum kreativen Start in den Tag hörte es zu regen auf, sodass der Tag im Freien starten konnte. Die „Schreimauer“, ölte nicht nur die Stimmbänder der TeilnehmerInnen, sondern holte auch die letzten Schlafenden aus ihren Betten. Danach folgten unterschiedlichste Workshops zu den Themen Bedürfnisse, Klimaschutz, nachhaltige Ernährung und Einsatz für eine bessere Welt. Ein überraschend ausgefallener Referent konnte rasch ersetzt werden: Samira Bouslama und Anna Haas aus dem FORUM-Team sprangen spontan ein und boten ihr geplantes Nachmittagsprogramm „Kopflos raus!“ bereits am Vormittag an.

Nach einer erholsamen Mittagspause ging es weiter mit einem bunten Exkursionsprogramm. Für all jene TeilnehmerInnen, die sich keinem Programm anschlossen, bot der Nachmittag „Zeit für mich selbst“.

Ein vielfältiger Markt der Möglichkeiten

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Nach dem Abendessen eröffnete Samira Bouslama, Leiterin des FORUM Umweltbildung, den traditionellen „Markt der Möglichkeiten“. Dieser bot jede Menge Gelegenheit mit ReferentInnen, Workshop-LeiterInnen, KooperationspartnerInnen und weiteren AusstellerInnen ins Gespräch zu kommen. Vertreten waren neben den KooperationspartnerInnen und vielen ReferentInnen der Sommerakademie auch zahlreiche weitere Organisationen.

PPT – Angebote am Markt der Möglichkeiten

Weitere Ganztages-Workshops und Rückblick zum Ausklang

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„Mit den Füßen sehen“ war das Motto des kreativen Starts in den Tag. Die TeilnehmerInnen führten einander mit geschlossenen Augen und barfuß über die unterschiedlichen Böden des Schlossgartens und schulten damit ihre Sinne. Danach stand der dritte Tag der Sommerakademie im Zeichen von fünf Ganztages-Workshops zu den Themen Boden, Globales Lernen, Philosophieren mit Kindern, Raumbilder erkunden und Kulturlandschaft.


Reflexion und Transfer in den Alltag

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Zum Abschluss erfolgte ein kurzer Rückblick auf die Sommerakademie anhand des bereits zu Beginn vorgestellten BNE-Modells. Die TeilnehmerInnen reflektierten, in welchen Aspekten sie sich auf der Sommerakademie weiterentwickelt haben und tauschten sich kurz miteinander darüber aus.

Anschließend überlegten sie, bei welchen Aspekten sie am meisten von der Veranstaltung profitiert haben und wo für sie die „Orientierung am Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung“ sichtbar wurde.
Danach folgte die Abschlusspräsentation „Das war die Sommerakademie: Bilder, Geschichten und Highlights“ von Karin Schneeweiss (FORUM Umweltbildung). Diese fasste die schönsten Momente der Sommerakademie zusammen und bot allen TeilnehmerInnen noch einmal einen Überblick über das gesamte Angebot der Veranstaltung.

Nach einer gemeinsamen Abschlussrunde nahm die Sommerakademie ihren Ausklang bei einem gemeinsamen Abendsnack. Die zahlreichen bestärkten und motivierten TeilnehmerInnen traten schließlich ihre Heimreise in die jeweiligen Bundesländer an und das Organisationsteam des FORUM Umweltbildung freute sich über die erfolgreiche Veranstaltung!

Weitere Fotos von der Sommerakademie

alle Bilder auf dieser Seite: © FORUM Umweltbildung

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Klimafrieden - Friedensklima

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BNE Sommerakademie

Termin: 20. bis 23. August 2018
Ort: Steinschaler Dörfl
LV-Nr.: 7320.000053 (KPH Wien/Krems)

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