Österreichisches Portal für Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung

Reflektieren

Foto: Henrik Gerold Vogel pixelio.de

Reflektieren ist das bewusste Nachdenken über Erfahrungen, Meinungen und Vorstellungen. Reflexion unterstützt sowohl im persönlichen als auch beruflichen Kontext das Lernen. Integrieren wir die gewonnenen Erkenntnisse in die folgenden Aktivitäten, können wir zufriedenstellendere Lösungen entwickeln und damit die Qualität unserer Handlungen steigern.

Besonders im Zusammenhang mit Nachhaltiger Entwicklung ist ein Innehalten wichtig: In einer sich ständig wandelnden Welt kann, was wir heute noch als nachhaltig wahrnehmen, morgen schon nicht-nachhaltig und problematisch werden. Nachhaltige Entwicklung beschreibt kein statisches Ziel, sondern einen dynamischen, gesamtgesellschaftlichen Lern- und Gestaltungsprozess. Erst wenn wir unsere gegenwärtigen gesellschaftlichen Grundannahmen, aber auch eigene Überzeugungen und Handlungen immer wieder hinterfragen, können wir dem offenen und dynamischen Charakter einer Nachhaltigen Entwicklung entsprechen.

Reflexion in Bildungsprojekten ist zum Einen innerhalb des Projekt-Teams wichtig: im Rahmen der Entwicklung, Durchführung und beim Abschluss von Projekten. In diesem Sinne werden Bildungsinstitutionen selbst Ziel interner Reflexion und können so der Dynamik einer Bildung für nachhaltige Entwicklung entsprechen. Sie leben selber einen offenen Lern- und Gestaltungsprozess vor, verankern ihn in ihrem institutionellen Rahmen und machen ihn zur Projektkultur. Dazu gehört auch Wissensmanagement: Ergebnisse aus der Reflexion werden festgehalten, fließen in die weitere Arbeit ein und werden für andere zugänglich gemacht.


"Man sollt nie so viel zu tun haben, dass man zum Nachdenken keine Zeit mehr hat." Georg Christoph Lichtenberg

Zum Anderen sollen die Lernenden in der Bildungsaktivität selbst die Möglichkeit haben, über das Angebot und die eigenen Erfahrungen innerhalb des Bildungsprojektes zu reflektieren: Was hilft mir selber, mich weiterzuentwickeln, wodurch lerne ich am besten? Bildungsprojekte mit Fokus auf Nachhaltige Entwicklung bieten den Lernenden die Möglichkeit ihre eigenen Werte, Lebensgewohnheiten, Meinungen und Erwartungen vor dem Hintergrund der Idee einer Nachhaltigen Entwicklung zu reflektieren. Es geht nicht darum, „richtige“ oder „falsche“ Verhaltensweisen zu vermitteln, sondern die Lernenden dazu anzuregen, sich selbst ein Bild zu machen. Reflexions- und Handlungsphasen sollten einander abwechseln und befruchten.

Meist wird der Zeitaufwand, den Reflexion fordert, kritisch gesehen. Gerade aus dem Reflektieren heraus entsteht jedoch erst der Lerneffekt. Voraussetzung für eine offene Reflexion ist ein geschützter Rahmen und Fehlerfreundlichkeit. Nur wenn Fehler als Chancen für Verbesserungen gesehen werden, wird auch offen über sie und ihre Ursachen gesprochen. Gemeinsames Reflektieren bietet außerdem die Gelegenheiten voneinander zu lernen.

Und sehr wichtig: Zeit zum Reflektieren ist auch Zeit zu feiern, was alles geschafft und erlebt wurde, anstatt blindlings ins nächste Projekt weiterzustolpern.

Haben Sie sich das schon gefragt?

Nehmen Sie sich hin und wieder Zeit Ihre eigenen Lebensgewohnheiten zu reflektieren?

Sind Sie zufrieden mit dem, was Sie tun? Wie verträgt sich Ihr Lebensstil mit den Zielen und Werten einer nachhaltigen Entwicklung?

Nehmen Sie sich mit Ihrem Projektteam regelmäßig Zeit, über Ihr Projekt zu reflektieren und es weiterzuentwickeln? Halten Sie die Ergebnisse Ihrer Überlegungen fest (Wissensmanagement)?

Finden die Erkenntnisse Eingang in neue Projektgestaltungen? Was könnte Sie dabei unterstützen?

Gibt es in Ihrem Vorhaben Reflexionsphasen, in denen die Lernenden über die Erfahrungen, die sie im Bildungsprojekt selbst gemacht haben, nachdenken können? Welche Methoden verwenden Sie dafür?

Haben die Teilnehmenden in Ihrem Bildungsangebot die Möglichkeit, über sich und ihre Lebensgewohnheiten zu reflektieren und sie in Bezug zu nachhaltiger Entwicklung zu setzen?

Gibt es für Ihr Bildungsprojekt eine externe Evaluation?

 

ZUM BEISPIEL ...

Verschiedene Herkunft – gemeinsame Zukunft – Was ist Alltags-Rassismus und was kann ich tun? Das Zusammenleben von „Einheimischen“ und MigrantInnen in der Lernenden Region Triestingtal verbessern: das ist das Ziel dieses Projektes.

Zirbenland Akademie – Raum für Reflexion. Christine Bärnthaler (Projektleiterin Lernende Region Steiermark) möchte mit der Zirbenland Akademie BewohnerInnen dazu bringen, MITeinander und VONeinander zu lernen und sie zu RegionsexpertInnen ausbilden.

 

Haben Sie das schon ausprobiert?

Lerntagebuch: Die Grundlage hier ist es, Ergebnisse, Lernfortschritte, Probleme, Beobachtungen, Gefühle oder Gedanken bezüglich des Lernprozesses festzuhalten.

5-Finger-Reflexion: Alle TeilnehmerInnen zeichnen zunächst die Silhouette einer ihrer Hände. Die einzelnen Finger werden nun beschriftet: z.B. im Daumen steht, was sie "top" gefunden haben, im Zeigefinger, was sie sich merken wollen usw.

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