Österreichisches Portal für Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung

Partizipieren

Foto: Sophia Garczyk

Partizipation ist eine Voraussetzung für Nachhaltige Entwicklung und bedeutet Teilhabe an Entwicklungen, die uns betreffen. Diese Entwicklungen können an unserem Arbeitsplatz ebenso stattfinden wie an unserem Wohnort oder in der Politik unseres Landes. Durch Partizipation können wir unsere Bedürfnisse und Wünsche einbringen und Entwicklungen mitgestalten – beispielsweise auch in einem Bildungsprojekt.

Nachhaltige Entwicklung kann nur mit der aktiven Mitwirkung und Mitträgerschaft aller gesellschaftlichen Gruppen gelingen. „Partizipation schafft eine bessere Entscheidungsqualität, indem Betroffene zu Beteiligten gemacht werden“, heißt es auch in der österreichischen Nachhaltigkeitsstrategie. Erst durch Partizipation entsteht ein gemeinsames Problemverständnis als Ausgangspunkt für Lösungen, die eher mitgetragen werden. Partizipation bedeutet auch eine bewusste Veränderung hin zu flacheren Strukturen mit mehr Eigeninitiative und Selbstverantwortung.

In Bildungsprojekten für Nachhaltige Entwicklung können TeilnehmerInnen Fähigkeiten und Methoden erlernen und vertiefen, die bei Beteiligungsprozessen notwendig sind. Am authentischsten erfahrbar sind diese Kompetenzen, wenn die Lernenden im Bildungsprojekt selbst Beteiligung erleben, sei es, dass sie in die Entwicklung des Projekts eingebunden sind oder die Umsetzung mitgestalten können. Erleben sie, dass ihre Stimme Gewicht hat und ihre Ideen berücksichtigt werden, kann das Selbstvertrauen und Motivation schaffen, sich auch an anderen Prozessen zu beteiligen.


"Jeder Versuch eines Einzelnen, für sich zu lösen, was alle angeht, muss scheitern."  Friedrich Dürrenmatt

Herausfordernd in partizipativen Prozessen ist die hohe Komplexität: Verschiedene AkteurInnen mit unterschiedlichen Meinungen und Bedürfnissen wollen eine gemeinsame Lösung finden. Der Person oder Institution, die zur Partizipation einlädt, muss bewusst sein, dass sie damit einen Raum für Prozesse und Ergebnisse aufmacht, die nicht vorhersehbar sind.

Um Partizipation zu ermöglichen, müssen verschiedene Voraussetzungen geschaffen werden, angefangen bei einer offenen, prozessorientierten Projektstruktur. Klare Abmachungen über Ziele und Aufgaben im Prozess beugen so weit wie möglich Missverständnissen vor. So sollte beispielsweise der Grad der Beteiligung geklärt werden (Ideen einbringen – mitgestalten – mitentscheiden – selbst verantworten) und sichergestellt sein, dass es sich um keine frustrierende Scheinbeteiligung handelt. Wichtig ist, die Bedürfnisse und Interessen der verschiedenen betroffenen Personen(gruppen) zu beachten, um eine möglichst breite Einbindung und letztlich auch Akzeptanz zu erreichen.

Durch die unterschiedlichen Blickwinkel und den gemeinsamen Prozess ist zu erwarten, dass neue Ideen entstehen, die auf breiterer Basis fußen. Je nach Umfang der Beteiligung ist eine professionelle Prozessbegleitung unverzichtbar.

Haben Sie sich das schon gefragt?

Welche positiven oder negativen Erfahrungen haben Sie selbst mit Partizipation gemacht?

In welchem Rahmen?

Welche Personengruppen in Ihrem Umfeld sind von Ihrem Vorhaben betroffen?

Haben Sie diese in die Entwicklung Ihres Projektes eingebunden? Wie? Können die Lernenden Ihr Bildungsangebot mitgestalten? In welchem Ausmaß?

Wie unterstützen Sie das?

Macht Ihr Bildungsangebot Lust, sich auch in anderen Prozessen einzubringen?

Werden Methoden erlernt, die den Teilnehmenden helfen, Partizipationsprozesse mitzugestalten, wie z.B. Methoden zur gemeinsamen Visionsentwicklung, Zielformulierung, Entscheidungsfindung… ?

 

ZUM BEISPIEL ...

Auf gleicher Augenhöhe – Junge Gemeinden im Römerland Carnuntum – Mitmachen erhöht die Lebensqualität. Menschen in den Gemeinden bei ihren eigenen Anliegen unterstützen – das ist die Aufgabe dieses Projekts.

Rundum Gsund im Weinviertel – Rahmen gut, alles gut? Zeit etwas wachsen zu lassen. Das Projekt Rundum Gsund im Weinviertel will WeinviertlerInnen beim Erlernen eines gesunden Lebensstils fördern und auf die Gestaltung der Rahmenbedingungen für Gesundheit einwirken, damit die gesündere Wahl beliebter und möglich wird.

 

Haben Sie das schon ausprobiert?

Open-Space-Konferenz: In Open-Space-Konferenzen kann man mit vielen Beteiligten eine komplexe Fragestellung bearbeiten.

Interaktive Befragung: Innerhalb von drei Schritten werden zunächst unbeteiligte Personen zu Beteiligten, indem deren Sichtweisen und Vorschläge ermittelt werden.

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