Österreichisches Portal für Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung

Ein gutes Leben für alle

Wenn wir vom Leitbild einer Nachhaltigen Entwicklung als Herzstück von Bildung für nachhaltige Entwicklung sprechen, meinen wir: Gerechtigkeit hier und heute, gegenüber künftigen Generationen und überall auf der Welt im Rahmen einer Entwicklung, in der Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft in gelungener Wechselwirkung sind. Das Einbeziehen der zehn BNE-Aspekte in Bildungsangebote hilft dieses Leitbild umzusetzen.

Das Konzept der Nachhaltigen Entwicklung geht davon aus, dass alle Menschen gleiche Rechte haben. Der in kapitalistisch orientierten Gesellschaften vielfach praktizierten Egozentriertheit tritt (wieder) eine verstärkte Orientierung am Gemeinwohl entgegen. Im Nachhaltigkeitsdiskurs spricht man von Gerechtigkeit in drei Bereichen.

Integratives Modell Nachhaltige Entwicklung, Beilage Bulletin umweltbildung.ch 1/2012
Integratives Modell Nachhaltige Entwicklung, Beilage Bulletin umweltbildung.ch 1/2012

  

Gerechtigkeit innerhalb der eigenen Gesellschaft (intragenerationelle Gerechtigkeit)

Innerhalb der eigenen Gesellschaft sollen alle Menschen – also auch sozial schwächere Personen wie Kinder, Menschen mit Behinderung, Menschen mit geringerer Bildung oder Ausbildung, ältere Menschen, Menschen ohne Staatsangehörigkeit – ihre Grundbedürfnisse befriedigen können.

Globale Gerechtigkeit

Chancengleichheit soll es auch für Menschen und Gesellschaften geben, die in sogenannten Entwicklungsländern leben. Gleichzeitig soll daran gearbeitet werden, die in Jahrhunderten entstandenen globalen Ungerechtigkeiten zu verringern.

Generationen-Gerechtigkeit (intergenerationelle Gerechtigkeit)

Auch zukünftige Generationen – z.B. unsere Enkelkinder – sollen ihre Bedürfnisse befriedigen können.

Haben Sie sich das schon gefragt? 

Was ist für Sie persönlich ein „gutes Leben“?

Was kann Ihr Projekt zu einem „guten Leben für alle“ beitragen?

Gibt es in Ihrem Bildungsvorhaben ausreichend Zeit und eine offene Gesprächsatmosphäre, damit Lernende über ihre eigenen Bedürfnisse und Werte bzw. die Werte der Gesellschaft, in der sie leben, nachdenken können?

Berücksichtigt Ihr Bildungsangebot sozial schwächere Personen und Personengruppen? Inwiefern?

Berücksichtigt Ihr Bildungsangebot Menschen in anderen Regionen der Welt – z.B. in sogenannten Entwicklungsländern? Inwiefern?

Setzt sich Ihr Bildungsangebot mit den Folgen unseres jetzigen Handelns für zukünftige Generationen auseinander?

Wird mit den Lernenden an zukunftsfähigen Lösungen für Probleme der heutigen Zeit gearbeitet bzw. werden solche Lösungen thematisiert?

Leistet Ihr Bildungsangebot einen konkreten Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung? Welchen?

Wie unterstützen Sie, dass nachhaltige Entwicklung in den Alltag der TeilnehmerInnen einfließt?

Gibt es in Ihrem Bildungsvorhaben Zeit und Raum, dass auch Konflikte zwischen den eigenen Bedürfnissen bzw. der eigenen Werthaltung und den Werten einer nachhaltigen Entwicklung bearbeitet werden?

 

Haben Sie das schon ausprobiert?

Die zwei Gesichter der Erde: Damit wir uns sinnvoll gestaltend an den Veränderungen und Herausforderungen unserer Zeit beteiligen können, müssen wir uns unserer eigenen Zukunftsängste und unserer Wünsche und Visionen für eine lebenswerte Welt bewusst sein.

Fischlispiel: Ziel dieses Spiels ist es,  Mitverantwortung für die Gemeinschaftsgüter der Erde zu erkennen und durch Kooperation und Kommmunikation zur Lösung von Problemen zu kommen.

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