Österreichisches Portal für Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung

Aspekte einer Bildung für nachhaltige Entwicklung

Für die Gestaltung einer lebenswerten Welt sind verschiedenste Fähigkeiten
notwendig und hilfreich: diese zu entwickeln und zu vertiefen ist Ziel von
Bildung für nachhaltige Entwicklung. Hier werden Menschen Kompetenzen und Fähigkeiten mit auf den Weg  gegeben, die es ihnen ermöglichen, aktiv und eigenverantwortlich ihr Lebensumfeld und ihre Zukunft mitzugestalten – orientiert an den Werten einer Nachhaltigen Entwicklung.


Aspekte einer Bildung für nachhaltige Entwicklung. Das Modell wurde entwickelt von Irmgard Stelzer, Sophia Garczyk und Anna Streissler (alle FORUM Umweltbildung).

Das Konzept der Nachhaltigen Entwicklung geht davon aus, dass Menschen nicht einfach den verschiedenen komplex vernetzten Wirtschafts-, Technik-, Politik- und Sozial-Systemen  ausgeliefert sind, sondern selbst Zukunft mitgestalten können. Alternative Lösungen, Innovationen und Visionen spielen dabei eine wesentliche Rolle. Anstatt nur Schritt für Schritt auf Herausforderungen und Probleme, die sich jeder Gesellschaft im Laufe der Zeit stellen, zu reagieren, regt das Konzept der Nachhaltigen Entwicklung dazu an, proaktiv zu handeln. Dabei spielen auch die persönliche Motivation und die Freude eine „bessere“ Welt mitzugestalten, wesentliche Rollen.

Basierend auf internationaler Literatur, dem eigenen Wissen und persönlichen Erfahrungen haben Mitarbeiterinnen des FORUM Umweltbildung für das vorliegende Handbuch ein Modell entwickelt. Herzstück dieses Modells ist die Orientierung am Leitbild einer Nachhaltigen Entwicklung. Die Fähigkeiten, die für die Mitgestaltung einer nachhaltigen Zukunft wesentlich sind, wurden in zehn Aspekten abgebildet: Konkret Handeln, Emotionen miteinbeziehen, mit Wissen bewusst umgehen, Visionen entwickeln, Reflektieren, Kritisch Denken, Kommunizieren, Partizipieren, Kooperieren, Methodenvielfalt.

Zur besseren Übersicht wurden jeweils drei Aspekte, die inhaltlich zueinander passen, zusammengefasst. Durch die Anordnung in einem Kreis wird sichtbar, dass alle Aspekte gleich wichtig sind. Die Linien zwischen den Aspekten deuten an, dass alle Aspekte miteinander verbunden sind und aufeinander wirken. Sie sind also nicht messerscharf voneinander abzugrenzen. Trotzdem erschien eine Trennung hilfreich, um das Konzept als Ganzes handhabbarer zu machen.

"Lernen mit Bauch, Kopf und Händen" verbindet: Mit Wissen bewusst umgehen, Konkret Handeln und Emotionen miteinbeziehen

Nachhaltige Entwicklung bedeutet, gute Lebensbedingungen zu schaffen bzw. zu sichern. Diese Bedingungen werden ebenso durch unser aktives Handeln geschaffen wie im Unterlassen – im Negativen wie im Positiven. Unsere Entscheidungen, die den Handlungen zugrunde liegen, speisen sich einerseits aus unseren Emotionen, andererseits aus unserem Verstand. Das, was wir tun, verändert wiederum unsere Gefühle und unser Wissen. Die Wirkungen von Gefühlen, Wissen und Handeln sind eng vernetzt und haben keine primäre „Wirkungs-Richtung“. In nachhaltigen Entwicklungsprozessen brauchen wir deshalb Bauch, Kopf und Hände gleichermaßen.

"Zeit nehmen für Qualität und neue Wege" verbindet: Reflektieren, Visionen entwickeln und Kritisch Denken

Nachhaltige Entwicklung bedeutet, gute Lebensbedingungen zu schaffen bzw. zu sichern. Dafür sind oft grundlegende Gedanken notwendig, die sich auf persönliche und gesellschaftliche Entwicklungswege beziehen und erkennen lassen, ob und welche Veränderungen notwendig sind. Dies passiert in unterschiedlichen Nischen und Spielräumen, eher in Experimenten als im gesellschaftlichen Mainstream. Sich damit zu beschäftigen wird durch ein Innehalten gefördert. Ein Überlegen, ob und was sich warum verändern soll, in welche Richtung es sich verändern soll und wie. Diese Visionen, dieses „Vor-Denken“, werden stark aus Emotionen gespeist. Sie richten sich optimistisch gewandt in die Zukunft. Reflexion ist ein „Nach-Denken“, was in der Vergangenheit gut funktioniert hat und was nicht. Das Kritische Denken richtet sich auf die Gegenwart, auf das, was gerade ist, und schaut bewusst dorthin, wo es Probleme gibt, um daraus in der Gegenwart und Zukunft zu lernen.

"Miteinander größere Wirkungen erzielen" verbindet: Kooperieren, Kommunizieren und Partizipieren

Nachhaltige Entwicklung bedeutet, gute Lebensbedingungen zu schaffen bzw. zu sichern. Das Konzept richtet sich an alle Menschen, und ist mit zahlreicher Beteiligung einfacher und schneller umzusetzen. Dafür ist intensiver Austausch – Kommunizieren – notwendig. Eine gute Zusammenarbeit – Kooperieren – ermöglicht wirkungsvolleres Handeln. Menschen können an Entscheidungen teilhaben, mitgestalten, also partizipieren.

Methodenvielfalt

Wesentlich für den Erfolg von Bildung für nachhaltiger Entwicklung ebenso wie für Nachhaltige Entwicklung selbst ist auch Methodenvielfalt: Je abwechslungsreicher gearbeitet wird und je mehr Sinne angesprochen werden, desto wahrscheinlicher ist der Erfolg!

Herzstück Nachhaltige Entwicklung

Die Berücksichtigung aller Aspekte jedoch erfüllt das Ziel der Nachhaltigen Entwicklung nur dann, wenn auf das Herzstück geachtet wird: Die Orientierung am Leitbild einer Nachhaltigen Entwicklung.

Haben Sie sich das schon gefragt? 

Was ist für Sie persönlich ein „gutes Leben“?

Was kann Ihr Projekt zu einem „guten Leben für alle“ beitragen?

Gibt es in Ihrem Bildungsvorhaben ausreichend Zeit und eine offene Gesprächsatmosphäre, damit Lernende über ihre eigenen Bedürfnisse und Werte bzw. die Werte der Gesellschaft, in der sie leben, nachdenken können?

Berücksichtigt Ihr Bildungsangebot sozial schwächere Personen und Personengruppen? Inwiefern?

Berücksichtigt Ihr Bildungsangebot Menschen in anderen Regionen der Welt – z.B. in sogenannten Entwicklungsländern? Inwiefern?

Setzt sich Ihr Bildungsangebot mit den Folgen unseres jetzigen Handelns für zukünftige Generationen auseinander?

Wird mit den Lernenden an zukunftsfähigen Lösungen für Probleme der heutigen Zeit gearbeitet bzw. werden solche Lösungen thematisiert?

Leistet Ihr Bildungsangebot einen konkreten Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung? Welchen?

Wie unterstützen Sie, dass nachhaltige Entwicklung in den Alltag der TeilnehmerInnen einfließt?

Gibt es in Ihrem Bildungsvorhaben Zeit und Raum, dass auch Konflikte zwischen den eigenen Bedürfnissen bzw. der eigenen Werthaltung und den Werten einer nachhaltigen Entwicklung bearbeitet werden?

 

Haben Sie das schon ausprobiert?

Die zwei Gesichter der Erde: Damit wir uns sinnvoll gestaltend an den Veränderungen und Herausforderungen unserer Zeit beteiligen können, müssen wir uns unserer eigenen Zukunftsängste und unserer Wünsche und Visionen für eine lebenswerte Welt bewusst sein.

Fischlispiel: Ziel dieses Spiels ist es,  Mitverantwortung für die Gemeinschaftsgüter der Erde zu erkennen und durch Kooperation und Kommmunikation zur Lösung von Problemen zu kommen.

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