Österreichisches Portal für Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung

Methodenvielfalt

Foto: Sophia Garzcyk

Die aktivierende Funktion von Lernen ist wesentlicher Bestandteil einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Ziel von BNE sind aktive Menschen, die ihr Wissen aus dem Alltag mit Wissen aus vielfältigen formellen und informellen Bildungsprozessen verknüpfen. Daher sind auch vielfältige Methoden gefragt, die neben dem kognitiv-intellektuellen Aspekt auch körperliche und emotionale Aspekte ansprechen und zu einem Lernen mit "Herz, Hirn und Hand" anregen.

Unter Bildung wird oft die reine Vermittlung von Wissen verstanden: Im Sinne des "Nürnberger Trichters", einer scherzhaften Bezeichnung für die Vorstellung, dass man Wissen nur mittels eines Trichters in den Kopf schütten muss und so ein gebildeter Mensch entsteht. Methodisch kann die Vorstellung des Nürnberger Trichters mit Frontalunterricht gleichgesetzt werden, einer Unterrichtsmethode, die für die Vermittlung von Grundlagenwissen sinnvoll und effizient sein kann, aber Lernende selten aktiv ins Lerngeschehen einbindet.

Lernen mit „Herz, Hirn und Hand“ durch Methodenvielfalt

BNE soll Menschen befähigen, selbst tätig zu werden – daher ist es wichtig, Methoden zu wählen, die zum selbst Denken, zur eigenen Meinungsbildung und zum Ausprobieren anregen. Nachhaltige Entwicklung, verstanden als ein „gesellschaftlicher Such-, Lern- und Gestaltungsprozess“ (Holz & Stoltenberg 2011), erfordert verschiedene Fähigkeiten, die durch unterschiedliche Lehr- und Lern-Methoden gefördert werden können.

Verschiedene Ebenen des Lernens werden durch verschiedene Methoden angesprochen – genauso kann eine Methode auf verschiedenen Ebenen wirken. Wir haben hier einige Beispiele gesammelt, wobei diese nicht trennscharf voneinander abzugrenzen sind. Sie sollen dazu anregen, verschiedene Ebenen in Lernprozessen anzusprechen.

Der Verstand wird z.B. durch Texte, Diskussionen, Philosophieren, Forschendes Lernen, Analysieren, Recherchieren und Interviews angesprochen,

die Emotionen werden z.B. durch das Trainieren von Einfühlungsvermögen, durch Rollen-, Plan-, Einzel- und Gruppenspiele aktiviert,

die Sinne werden z.B. durch Positionieren im Raum, Riechen, Schmecken, Sehen, Tasten, manchmal unter bewusstem Ausblenden eines anderen Sinnes, z.B. durch Schließen der Augen sensibilisiert,

die Kreativität z.B. durch Fantasiereisen, Brainstorming, Bilder, Musik, Comics, Theater, Fotografieren, Video- und Trickfilmerstellung beflügelt,

die Erfahrung z.B. durch Begegnung mit Anderen, Erkundungsreisen in die Umgebung, Erfahren der Selbstwirksamkeit [„Ich kann etwas bewegen!“] und im Umgang mit Neuen Medien gestärkt.

Ein Methodenmix ist auch deshalb ratsam, da verschiedene Menschen auf verschiedene Sinneseindrücke (visuelle, akustische, lesend, schreibend, sich körperlich bewegend, etc.) unterschiedlich stark ansprechen und dadurch vielfältige Lernwege erschlossen werden können. Nur eine Mischung an Methoden kann die Kompetenzen stärken, die für BNE wichtig sind, nämlich Sachkompetenz, Teamfähigkeit, Selbstkompetenz und Methodenkompetenz. Wichtig ist für GestalterInnen von Lernsituationen auch, die Methoden selbst ausprobiert zu haben, bevor man sie in Lehr- und Lernsituationen anwendet. Nur dann weiß man genau, worauf man achten muss.

Haben Sie sich das schon gefragt?

Welche Lehr- und Lernmethoden nutzen Sie besonders gerne und warum?

Wenden Sie Methoden an, um Aspekte von BNE gezielt zu thematisieren bzw. zu fördern?

Setzen Sie Methoden ein, die die Kreativität der Lernenden fördern?

Machen Sie Gebrauch von Methoden, die den Verstand ansprechen?

Nutzen Sie Methoden, die die Sinne anregen?

Verwenden Sie Methoden, die Emotionen hervorrufen?

Wenden Sie Methoden an, die zur Gemeinschaftsbildung beitragen und das Vertrauen in der Gruppe erhöhen?

Nutzen Sie Methoden, die die kommunikativen Kompetenzen der Lernenden und einen Austausch untereinander fördern?

Können die Lernenden in Ihrem Bildungsvorhaben selbst etwas tun?

Nutzen Sie Methoden, die körperorientiert sind?

Können Sie unterschiedliche Methoden miteinander mischen und flexibel an Situationen anpassen?

 

Haben Sie das schon ausprobiert?

Symbolon: Diese Methode dient der kreativen Aktivierung von Lösungsansätzen, der Integration von Emotionen zu einem Thema und der Visualisierung eines Themas, einer Vision.

Auf den Kopf gestellt: Diese Methode unterstützt beim Perspektivenwechsel und der Ideenfindung und bringt obendrein sicher auch einmal Humor in angespannte Diskussionen.

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