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Alles rund um den Apfel

– die akteurorientierte Sachanalyse

Kritisch Denken kann der Mensch erst ab einem bestimmten Alter? Weit gefehlt: Diese Fähigkeit kann schon im Kindesalter trainiert werden, zum Beispiel mit der Methode „akteurorientierte Sachanalyse“, entwickelt von der Schweizerin Christine Künzli David. Mit Hilfe dieser Methode können auch Kinder die Vielschichtigkeit eines Sachverhalts begreifen, dahinterliegende Interessen erkennen und lernen, lösungsorientiert zu denken. Und das geht so: Ausgehend von einem Gegenstand wie bspw. einem Apfel werden die verschiedenen Beteiligten und ihre Interessen aufgezeichnet: der/die Apfelkäufer/in, der Bauer/die Bäuerin, der Apfelbaum usw. Dann wird nach einer für alle akzeptablen Lösung gesucht.

Eine Lehrerin, die diese Methode ausprobiert hat, beschreibt die Vorgangsweise so: „Welche sind eigentlich relevante Menschen, Menschengruppen, die in diesem Feld irgendwas zu tun haben? Und dann haben sie [Anm.: die Kinder] sich überlegt: Was verbindet eigentlich diese Leute mit diesem Thema? Was haben sie für Interessen im ökologischen, sozialen und ökonomischen Bereich? Was sind die gesamtgesellschaftlichen Interessen in diesem Bereich? Und sie [Anm.: die Kinder] haben dann analysiert: Wie hängen eigentlich diese Interessen und Bedürfnisse dieser Akteure miteinander zusammen? Wo sind Konflikte angelegt? Und wo gehen eigentlich die Interessen und die Anliegen in eine gleiche Richtung? Und das war dann mal das Netz, um sich nachher so Faktenwissen – ganz gezielt [anzueignen]. Die haben dann gemerkt: Aha, um diesen Akteur zu verstehen, seine Situation zu verstehen, muss ich natürlich ganz viel Faktenwissen haben – sonst weiß ich ja nicht, wie das funktioniert.“ (zit. nach Steiner 2011) Wird die Neugier der Lernenden geweckt, sich die Antworten zu solchen Fragen selbst zu erarbeiten, ist der zentrale Grundstein für kritisches Denken gelegt.

 

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Grundlage dieser Website ist das als Geschichten-, Bilder-, Arbeits- und Methodenbuch konzipierte Handbuch bildung.nachhaltig.regional, welches dabei unterstützt, das zunächst abstrakt wirkende Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung greifbarer zu machen. 


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