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Kritisch denken

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Kritisches Denken bedeutet das Reflektieren und Hinterfragen gängiger Annahmen und eine Abkehr von gewohnten Lösungsansätzen, die langfristig und weltweit oft nicht zu nachhaltigen Lösungen geführt haben. Gegenstand der kritischen Betrachtung kann alles sein: Medien, Politik, Mobilität, Wissenschaft, Brauchtum, der eigene Lebensstil …

Im Zusammenhang mit Nachhaltiger Entwicklung gilt die Aufmerksamkeit des kritischen Denkens auch speziell der gängigen Vorstellung des ständigen unbegrenzten wirtschaftlichen Wachstums und der Unterordnung vieler anderer (Lebens-)Aspekte darunter. Der Mensch steht  in ständiger Interaktion mit seiner Umwelt und somit unter dem bewussten oder unbewussten Einfluss verschiedenster Faktoren. Angefangen von der Kommunikation und Interaktion mit Mitmenschen, über das Nutzen verschiedener Medien, bis hin zur Beeinflussung durch Produktwerbung und politische Kampagnen.

Keiner dieser Einflussfaktoren ist in irgendeiner Form  „neutral“: Schlagzeilen in den Medien werden nach bestimmten Meinungen und Interessen gestaltet, hinter politischen Ansichten stehen oft Interessen zur eigenen Machterhaltung. Unternehmen wollen durch die Bewerbung ihrer Produkte von Konsum überzeugen und somit vom Markt profitieren. Auch Meinungen von Menschen im sozialen Umfeld wirken auf eigene Sichtweisen ein – meist hinterfragen wir diese Informationen und die möglicherweise dahinter liegenden Absichten zu wenig. Um diese zu erkennen und eine eigene Meinung entwickeln zu können, ist ein kritisches Infragestellen notwendig.

"Wenn du das Leben begreifen willst, glaube nicht, was man sagt und was man schreibt, sondern beobachte selbst und denke nach."  Anton P. Tschechow

Bildungsthemen sollten eine problemorientierte Auseinandersetzung ermöglichen. Lernende werden mit Problemen konfrontiert, die komplex sind und die Zielkonflikte aufweisen, d.h. je nach unterschiedlichen ökonomischen, gesellschaftlichen und politischen Interessen unterschiedliche Lösungen erfordern. Welche Lösungen kann man finden, die für unterschiedliche Interessensgruppen gangbar sind? Es wird erfahrbar, dass es selten EINE richtige Lösung gibt. Bildung für nachhaltige Entwicklung will in diesem Sinne zur Entwicklung eines kritischen Bewusstseins bei den Lernenden beitragen, ohne jedoch den Verlust eines bejahenden Lebensgefühls zu bewirken.

Deswegen ist es auch wesentlich, nicht ausschließlich Kritik zu üben, sondern auch eigene konstruktive Lösungsansätze zu entwickeln und umzusetzen. So könnten die Lernenden sich alternative Handlungsmodelle suchen oder sich von Beispielen aus anderen Weltgegenden mit anderen Lebensstilen oder durch Wissen von früheren Generationen inspirieren lassen.

Es ist zu erwarten, dass im Zuge einer kritischen Auseinandersetzung Widersprüchlichkeiten und Konflikte auftauchen können, die wiederum eine gute Kommunikationsfähigkeit aller Beteiligten erfordern.

Haben Sie sich das schon gefragt?

Sehen Sie sich persönlich als kritisch denkenden Menschen? Woran üben Sie Kritik z.B. in Ihrem Lebensumfeld, Ihrer Region, an der Politik…?

Wo sehen Sie in Ihrem Bildungsvorhaben kritische Aspekte?

Welche Rolle spielt Ihr Projekt in der Region? Können Sie mit Ihrem Projekt in Ihrer Region Handlungsalternativen zu nicht-nachhaltigen Lösungen aufzeigen? Nehmen Sie sich Zeit, derartige Überlegungen gemeinsam mit Ihrem Team anzustellen?

Werden Lernende in Ihrem Projekt dabei unterstützt, trotz allgemeiner Informationsflut kritisch mit Wissensquellen umzugehen? Wie?

Werden Lernende dabei unterstützt, gängige Lebensweisen und Wertvorstellungen (z.B. bezüglich Konsumverhalten, des Wertes von Arbeit, politischer Systeme, Geschlechterrollen, etc.) mit einer nachhaltigen Entwicklung in Bezug zu setzen und zu hinterfragen?

Wird in Ihrem Bildungsangebot das Erkennen und Hinterfragen von Machtstrukturen (beispielsweise in der (Lokal-)Politik, in Verwaltungen, in der (Land-)Wirtschaft, zwischen Nationen etc. gefördert? Wie unterstützen Sie das?

Entwickeln die TeilnehmerInnen im Rahmen Ihres Angebotes eigene Lösungsideen für Umstände, die sie kritisch sehen? Besuchen Sie innerhalb Ihres Vorhabens Menschen, die alternative Ansichten vertreten bzw. Orte, an denen alternative Lösungen ausprobiert werden?

 

ZUM BEISPIEL ...

Faire Welt – Bucklige Welt – Kritischen Konsum fördern. Wer macht eigentlich die Schokolade, die ich esse? Wo wachsen die Kakaobohnen und wie leben und arbeiten die Menschen auf deren Feldern sie wachsen? Und was verdienen sie an dem Preis, den ich für die Schokolade gezahlt habe?

Alles rund um den Apfel – Die akteurorientierte Sachanalyse. Kritisch Denken kann der Mensch erst ab einem bestimmten Alter? Weit gefehlt: Diese Fähigkeit kann schon im Kindesalter trainiert werden.

 

Haben Sie das schon ausprobiert?

Vernetzungskreis: Der Vernetzungskreis hilft dabei, die Wirkungen innerhalb eines Systems kritisch zu beleuchten.

Weltspiel: Diese Methode dient dazu, sich globaler Verteilungen durch eigenes Abschätzen und Positionieren bewusst zum werden.

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