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RIKK – regional. interkulturell. kompetent.

– In die Schuhe anderer hinein steigen

Reden, reden, reden: genau das haben die beiden Projektleiterinnen Silke Fahrner und Wilma Levassor vor allem zu Beginn des Projekts RIKK getan – und zwar mit so ziemlich allen EntscheidungsträgerInnen in der Lernenden Region Vöckla-Ager: „Ich war am Schluss schon richtig fertig, ich hab schon nicht mehr über das Projekt reden können, weil wir das so oft gemacht haben. Aber man merkt jetzt, dass sich das absolut ausgezahlt hat“, erzählt Silke Fahrner. Denn für das Projektziel – das Stärken von sozialen und interkulturellen Fähigkeiten in der Region – muss zunächst das Bewusstsein in der Region gefördert werden, dass solche Kompetenzen überhaupt notwendig sind. Und das passiert über intensive Gespräche: „Alle gesellschaftlich relevanten Gruppierungen haben wir gefragt: Ist das ein Thema? Könnt Ihr etwas damit anfangen? Liegen wir richtig? Und es war kaum jemand dabei, der im Erstgespräch gewusst hat, was wir wollen“, umreißt Wilma Levassor den schwierigen Projektanfang.

 

    

Dass am Ende doch klar wurde, worum es den beiden Frauen geht – nämlich das im wirtschaftlichen Bereich schon bekanntere Schlagwort der interkulturellen Kompetenz auch für die Region und speziell im Bildungsbereich nutzbar zu machen – lag auch daran, dass es den beiden gelang, immer den jeweiligen Nutzen für die GesprächspartnerInnen herauszustellen: „Was sehr schwierig war für uns, weil wir sozusagen in die Schuhe der anderen hinein steigen mussten und versuchen mussten, im Erstkontakt schon zu ahnen worin der Nutzen bestehen könnte –was für die Recherche und die Vorarbeit eine Herausforderung war.“  Mittlerweile sind erste sogenannte „Kompetenzteams“ initiiert, in denen sich interessierte KindergartenpädagogInnen, LehrerInnen, JugendarbeiterInnen je nach Bedarf zum Thema austauschen und kompetenter machen können und „wenn wir noch nicht die Leute haben, die wir brauchen, wird jemand persönlich identifiziert, angesprochen und eingeladen.“ Das betrifft auch AkteurInnen, die sich anfangs in der vermeintlichen Konkurrenz um Ressourcen vom Projekt bedroht fühlten: Ängste dieser Art konnten durch viele Gespräche gemindert oder ausgeräumt werden.

Für den Projekterfolg genauso entscheidend wie die Kommunikation nach außen ist die teaminterne Kommunikation. Im Fall des Projektes RIKK haben sich zwei gefunden, die sich gut verstehen und die gleichen Ziele teilen. Das erste Treffen beschreibt Wilma Levassor so: „Also ich habe damals das Gefühl gehabt: mein Gott, endlich jemand, der nicht glaubt, dass ich Chinesisch rede.“

(Kopie 1)

 

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Grundlage dieser Website ist das als Geschichten-, Bilder-, Arbeits- und Methodenbuch konzipierte Handbuch bildung.nachhaltig.regional, welches dabei unterstützt, das zunächst abstrakt wirkende Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung greifbarer zu machen. 


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