Österreichisches Portal für Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung

Emotionen miteinbeziehen

Foto: Rolf van Melis pixelio.de

Ein Großteil unserer Entscheidungen wird vom Bauchgefühl geleitet, nicht wie wir oft meinen, von unserem Verstand. Wer nicht persönlich berührt ist, egal ob positiv oder negativ, fühlt sich nicht angesprochen und wird wenig Interesse und Motivation aufbringen. Unsere Emotionen – egal ob Freude, Motivation, Empathie, Angst oder Überforderung – beeinflussen unser Handeln und auch Nicht-Handeln.

Wenn Lernende Freude am Lernen haben, bleiben die Lerninhalte stärker in Erinnerung. Ebenso, wenn sie einen Bezug zu ihrer Lebenswirklichkeit haben – damit sind die Lernenden in jedem Fall betroffen. Die Übertragung der Lernerfahrungen ins Handeln wird einfacher. Für das „Erfinden“ nachhaltiger Zukunftsbilder, die eine Richtung für unser Handeln auf persönlicher, regionaler oder auch globaler Ebene geben, erleichtert eine optimistische Grundhaltung den Entwicklungsprozess wesentlich.

Nachhaltige Entwicklung wird häufig mit Einschränkungen und Einsparungen verbunden – dass eine Beschäftigung damit auch ein Weg zu einem lustvollen Leben jenseits von Konsumorientierung sein kann, ist selten Thema. Die Erfahrung, dass man selbst etwas bewirken kann (Selbstwirksamkeit), wirkt oft genauso als Motivator wie den Blick auf die positiven Entwicklungen zu lenken und zu feiern und honorieren, was schon alles geschehen ist. Bildungsprojekte können die Gelegenheit sein, Motivation aufzubauen und zu stärken, an einer nachhaltigeren Welt mitzugestalten.

"Ohne Emotionen kann man Dunkelheit nicht in Licht und Apathie nicht in Bewegung verwandeln." C.G.Jung

Wesentliche Facetten von Emotionen, die in BNE eine Rolle spielen, sind neben Freude und Motivation, Empathie und ein Gefühl von Gerechtigkeit. Das Konzept der Nachhaltigen Entwicklung geht davon aus, dass wir aus Empathie mit anderen Menschen versuchen, unsere Handlungen nachhaltiger zu gestalten (z.B. fußt das Konzept Fair Trade auf dem Wunsch, bäuerlichen ProduzentInnen in Entwicklungsländern einen gerechten Lohn zukommen zu lassen). Bildungsprojekte können einen Rahmen schaffen, uns in die Lage anderer Menschen hineinzuversetzen. Nur so kann das Konzept der Nachhaltigen Entwicklung, das auf Solidarität beruht, greifen.

In nachhaltigen Prozessen sind sogenannte Zielkonflikte häufig vorprogrammiert. Solche (Gewissens-)Konflikte können entstehen, wenn persönliche Bedürfnisse den Zielen einer Nachhaltigen Entwicklung entgegenstehen, wie z.B. das häufige Nutzen eines Autos, der persönliche Konsumbedarf etc.. Oft gibt es auch  Konflikte  zwischen ökonomischen, ökologischen oder sozialen Zielen, da es mitunter schwierig sein kann, in allen Bereichen im Sinne einer Nachhaltigen Entwicklung zu handeln. Ein Beispiel: Windräder, die an sich umweltverträgliche erneuerbare Energie herstellen, gefährden z.T.  Zugvögel; manche Menschen stoßen sich aus ästhetischen Gründen an ihnen, was wiederum ökonomische Auswirkungen auf den Tourismus einer Region haben kann. In Bildungsprojekten können sich die Teilnehmenden mit diesen Widersprüchen auseinandersetzen und versuchen, gemeinsam Lösungen zu finden, mit denen alle leben können.

Auch Gefühle wie Frustration und Überforderung können angesichts globaler Herausforderungen entstehen. Es ist wichtig, im Bildungsprojekt eine offene und tolerante (Lern-) Atmosphäre zu schaffen, die Gelegenheiten gibt, Gefühle anzusprechen und einander zu ermutigen. So kann der Umgang mit (auch emotionalen) Konflikten in nachhaltigen Bildungsprojekten erlernt werden. Aber: das Ausdrücken und Artikulieren von Emotionen ist nicht für jede Person einfach, weil es oft ungewohnt und auch in vielen Kontexten unüblich ist. In einem geschützten Raum mit einer sensiblen Gruppenleitung kann das Vertrauen einer Gruppe untereinander langsam wachsen und damit auch das Artikulieren von Emotionen erleichtert werden.

Haben Sie sich das schon gefragt?

Was ermutigt und bestärkt Sie persönlich in Ihrem Tun? Woher schöpfen Sie Motivation?

Können in Ihrem Projektteam persönliche Befindlichkeiten ausgesprochen werden? Wie gehen Sie damit um? Wie entsteht Motivation in Ihrem Team?

Können die Lernenden einen persönlichen Bezug zu den Inhalten Ihres Bildungsangebotes herstellen, z.B. mit Lebensbereichen wie Wohnen, Arbeiten, Freizeit, Schule, Mobilität, Konsum etc.?

Schaffen Sie es, gemeinsam mit den an Ihrem Projekt Teilnehmenden eine lustvolle Aufbruchsstimmung herzustellen, die die Lernenden motiviert selbst aktiv zu werden?

Haben die Lernenden die Möglichkeit, sich in andere Menschen hineinzuversetzen und Empathie zu entwickeln? Wird dadurch das Verantwortungsgefühl der Lernenden gefördert?

Welche Konflikte könnten in Ihrem Projekt auftauchen? Sehen Sie mögliche Zielkonflikte zwischen den Einstellungen der Lernenden und den Zielen einer nachhaltigen Entwicklung? Wie wird in Ihrem Projekt mit solchen (Ziel-)Konflikten umgegangen?

Können die TeilnehmerInnen Ihrer Bildungsangebote auch ihre Emotionen zeigen, z.B. ihre Befürchtungen und Ängste, ihre Unsicherheit, aber auch ihre Wünsche und Träume?

Nehmen Sie sich Zeit, geeignete Methoden dafür einzubringen?

 

ZUM BEISPIEL ...

Auf gleicher Augenhöhe – Junge Gemeinden im Römerland Carnuntum – Das schöne Gefühl, selbst etwas bewegen zu können. Sich mit dem einbringen, was einem selbst wichtig ist: z.B. ein Jugendzentrum aufbauen, eine Veranstaltung oder einen Ausflug planen oder als GemeindevertreterIn mehr Angebote für Jugendliche schaffen.

RIKK – regional. interkulturell. kompetent. – Eigene Bilder im Kopf hinterfragen und sich auf Neues einlassen. Migration und das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher kultureller Hintergründe sind Themen, die in der oberösterreichischen Lernenden Region Vöckla-Ager viele Gemüter erhitzen.

 

Haben Sie das schon ausprobiert?

Glücksbaum: Das Reflektieren über das eigene Leben bildet die Grundlage für die bewusste Gestaltung desselben.

Befindlichkeitesrunde: Zu Beginn und Ende jedes Teamtreffens oder Workshops empfiehlt es sich, Zeit für eine persönliche Einstiegsrunde zu nehmen.

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