Hinter allen Gegenständen, die wir tagein, tagaus gebrauchen, steht eine Geschichte – eine Geschichte von Rohstoffen, Transportwegen, Produktion, Gebrauch und Entsorgung. In jedem dieser Schritte der Wertschöpfungskette sind unterschiedliche Ressourcen vonnöten, deren Verwendung unterschiedliche Auswirkungen mit sich bringt – unsere Konsumentscheidungen sind also direkt mit Gesellschaft und Umwelt verknüpft.

Nachhaltiger Konsum
Als Konsument*in treffen wir täglich Entscheidungen für oder gegen ein bestimmtes Produkt. Im Sinne einer nachhaltigen Lebensweise gibt es vor allem zwei Dimensionen für nachhaltige Konsumentscheidungen, welche man bedenken sollte: soziale Aspekte und Umweltaspekte in allen Schritten des Lebenszyklus eines Produktes, gleichgültig ob es sich dabei etwa um Kleidung/Textilien, Lebensmittel oder Haushaltsgeräte handelt. Als nachhaltig gilt, was die Befriedung der Bedürfnisse der Bevölkerung ermöglicht und gleichzeitig die Versorgung zukünftiger Generationen gewährleistet. Nachhaltiger Konsum interessiert sich also nicht nur für den Status Quo, sondern ist auch zukunftsorientiert und verantwortungsbewusst. Demnach versuchen nachhaltige Verbraucher*innen, stets eine möglichst sozial- und umweltverträgliche Entscheidung zu treffen. Neben der individuellen Ebene ist jedoch auch die Politik und die Wirtschaft in die Verantwortung zu nehmen. So widmet auch die Agenda 2030 diesem Thema eines der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs): Ziel #12 verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster.

Auswirkungen
Im Umweltbereich sind mehrere Faktoren zu berücksichtigen: Zur Gewinnung diverser Rohstoffe (Futtermittel, Lebensmittel, Textilfasern, Holz, …) werden beispielsweise Nutzflächen beansprucht. Zudem entstehen in der Produktion und beim Transport Treibhausgase, die nachweislich zum anthropogenen Klimawandel beitragen. Erfreulicherweise finden immer mehr umweltfreundliche sowie energieeffizientere Waren Eingang in die Auswahl des Marktes. Da aber bestimmte Produkte immer weiter verbreitet sind, kommt es zu einem sogenannten Rebound-Effekt. Der Rebound-Effekt beschreibt das Phänomen, dass die Emissionen trotz effizienterer Leistung der Produkte ansteigen. Das liegt an der erhöhten Nutzung und Verbreitung von Produkten. Besonders stark ist dieser Trend in der Informations- und Kommunikationstechnologie (Smartphones, Fernseher etc.).
Weiters fällt der Faktor Wasser ebenfalls ins Gewicht: Zusätzlich zu den 130 Litern Trinkwasser, die täglich im österreichischen Durchschnitt direkt in Küche, Badezimmer, Garten und Co. verbraucht werden, kommt noch das virtuelle Wasser hinzu. Darunter versteht man Wasser, das bei der Herstellung von Konsumgütern aufgewendet bzw. verschmutzt wird. Durch die zunehmende Globalisierung von Industrie und Handel werden die Ressourcen auch oftmals im Ausland, vor allem im Globalen Süden, aufgewendet. Dieser versteckte Wasserhandel wird im Wasserfußabdruck sichtbar gemacht.
Aufgrund der ressourcenintensiven Herstellung von Gütern sollte immer im Fokus stehen, dass der Verzicht auf ein neues Produkt das Klima und die natürlichen Ressourcen stets mehr schont als der Kauf eines nachhaltigen Produkts.

Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Alltag
Jede*r einzelne verfügt (im Rahmen seiner Möglichkeiten) über unterschiedliche Handlungsalternativen – vor allem in folgenden 6 Bereichen sind klimaentlastende Optionen denkbar: Mobilität, Ernährung, Wohnen und Haushalt, Büro und Arbeit, Bekleidung sowie Tourismus und Freizeit. Schritt für Schritt könnt ihr euren Weg in Richtung Nachhaltigkeit selbst gestalten! Als Anhaltspunkt bei der Produktwahl können Gütesiegel wie Blauer Engel, Bio oder FairTrade dienen. Weitere Tipps & Tricks findet ihr hier: WWF. Tipps & Ratgeber für eine nachhaltige Lebensweise und Umweltbundesamt. Umwelttipps für den Alltag.

Zum Weiterlesen

Was bedeutet nachhaltiges Produktdesign?
Die Treibhausgase: Kleine Mengen – große Wirkung.
Der eigene Beitrag zum Klimaschutz ist nicht zu unterschätzen.
SDG Watch Austria. Verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster.
Planet Wissen. Wassernot – Der persönliche Wasserfußabdruck.


Quellen

BMLRT. Neue Studie „Virtuelles Wasser 2021“. https://info.bmlrt.gv.at/themen/wasser/foerderungen/virtuelles-wasser-wasserfussabdruck.html (Zugriff: 28.10.2021).

BMU (05.05.2021). Nachhaltiger Konsum. https://www.bmu.de/themen/nachhaltigkeit-digitalisierung/konsum-und-produkte/nachhaltiger-konsum (Zugriff: 27.10.2021).

BMU (29.09.2020). Umweltbewusstsein, Konsumverhalten und nachhaltiger Konsum. https://www.umwelt-im-unterricht.de/hintergrund/umweltbewusstsein-konsumverhalten-und-nachhaltiger-konsum (Zugriff: 27.10.2021).