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In diesem Umsetzungsvorschlag schlüpfen die Lernenden in die Rolle einer Forscherin bzw. eines Forschers. Mithilfe eines Informationsblattes werden wichtige Begriffe der Forschung wie Hypothese, Methoden, Daten und Wissenslücken besprochen. Anschließend formulieren die Jugendlichen eigenständig Forschungsfragen und überlegen sich in Form eines Forschungskreislaufs, wie diese beantwortet werden könnten.

ABLAUF
PHASE 1
15 Minuten
Vorwissen aktivieren

Zu Beginn wird zu den Fragen „Was macht Forschung aus?“ bzw. „Was wissen wir schon über Forschung?“ mit der Sitznachbarin bzw. dem Sitznachbarn ein Perspektivendiagramm (M14-1) erstellt. Die Lernenden aktivieren dabei ihr bereits vorhandenes Wissen zu Themen wie Wissenschaft und Forschung anhand von folgenden Leitfragen:
• Was möchte ich über das Thema wissen?
• Welche negativen Erwartungen habe ich?
• Welche positiven Erwartungen habe ich?
• Was weiß ich schon über das Thema?

Downloads für diese Phase:
M14-1 Vorlage Perspektivendiagramm
PHASE 2
15-30 Minuten
Lesen des Sachtextes

Danach lesen sich die Lernenden in einer Einzelarbeit das Infoblatt (M14-2) durch und notieren Unklarheiten. Der Forschungskreislauf wird danach im Plenum besprochen. Wichtig ist dabei, dass sich die Lehrperson davor selbst mit den Unterlagen auseinandersetzt und ihr Wissen zu Forschungsarbeit aktiviert.

Downloads für diese Phase:
M14-2 Infoblatt Forschungskreislauf
PHASE 3
20 Minuten
Sammeln der Forschungsfrage
Nachdem wichtige Begrifflichkeiten geklärt wurden, sammeln die Lernenden zunächst allein und danach paarweise oder in Gruppen Ideen für Fragestellungen, welche sie gerne wissenschaftlich überprüfen wollen. Dabei machen sie sich auch Gedanken darüber, mit welchen Methoden sie die Forschungsfrage(n) beantworten möchten.
Variante: Falls der Umsetzungsvorschlag „Fast Food für alle“ im Vorfeld durchgeführt wurde, kann aus den bereits erarbeiteten Forschungsfragen und Hypothesen eine Auswahl getroffen und hierfür der Forschungskreislauf so konkret wie möglich durchgeführt werden
PHASE 4
20 Minuten
Ergebnisdiskussion
Jede Gruppe stellt ihre Ergebnisse kurz vor. Aus diesen Beispielen wird eine Forschungsfrage ausgewählt und im Plenum der Forschungskreislauf dazu durchbesprochen. Dabei können die möglichen Vor- und Nachteile sowie Grenzen einer bestimmten Vorgangsweise diskutiert werden.

Variante: Wurde die oben erwähnte Variante gewählt, stellen die Gruppen nun ihre Forschungskreisläufe vor und besprechen diese im Plenum. Auch hier können die Vor- und Nachteile sowie Grenzen der Vorgangsweise diskutiert werden.

PHASE 5
10 Minuten
Reflexion

Anschließend machen sich die Lernenden auf dem Arbeitsblatt (M14-3) Notizen, was sie Neues gelernt haben und teilen ihre Lernerfahrungen in einer abschließenden Blitzlichtrunde miteinander.

Downloads für diese Phase:
M14-3 Arbeitsblatt Forschungskreislauf
Besondere Hinweise
Die Lernenden, wenn möglich, selbst über die Forschungsthemen entscheiden lassen.
Dieser Umsetzungsvorschlag lässt sich gut mit dem Umsetzungsvorschlag „Fast Food für alle“ kombinieren.
Kompetenzorientierte Lernziele
Die Lernenden sind in der Lage eigenständig Forschungsfragen zu formulieren.
Die Lernenden sind in der Lage einen Forschungskreislauf anhand eines Beispiels zu beschreiben.
Die Lernenden sind in der Lage qualitative und quantitative Daten zu unterscheiden.
Die Lernenden sind in der Lage wichtige Begriffe in der Forschung richtig zuzuordnen.
Konnex zum Lehrplan
Deutsch
Informationen alleine oder in Teamarbeit finden, aufnehmen, verarbeiten und vermitteln.

Mathematik
Natur und Technik: Die Mathematik stellt eine Fülle von Methoden zur Verfügung, mit denen Probleme bearbeitbar werden.
Kreativität und Gestaltung: Mathematik besitzt neben der deduktiven auch eine induktive Seite. Vor allem das Experimentieren im Rahmen der Bearbeitung neuer Aufgaben und Probleme macht diese Seite sichtbar, bei der Kreativität und Einfallsreichtum gefördert werden.
Interpretierend-dokumentierendes Arbeiten umfasst alle Aktivitäten, die mit der Übersetzung mathematischer Darstellungen, Zusammenhänge und Sachverhalte in die Alltagssprache sowie der Deutung und Dokumentation von Ergebnissen zu tun haben.

Physik
Experimentieren und Erkenntnisgewinnung: In diesem Bereich erwerben Schülerinnen und Schüler Fähigkeiten und Fertigkeiten im Umgang mit physikalischen Arbeitsweisen.
Zu Fragestellungen eine passende Untersuchung oder ein Experiment planen, durchführen und protokollieren
Bei Experimenten Daten aufnehmen und analysieren (ordnen, vergleichen, messen, Abhängigkeiten feststellen, Zuverlässigkeit einschätzen)
Daten durch mathematische und physikalische Modelle abbilden und interpretieren

Biologie und Umweltkunde
Aneignen von Fachwissen
Selbstständiger Erkenntnisgewinn mittels Beobachtung und Experiment
Anwendung des Wissens und der Erkenntnisse, im gesellschaftlichen Diskurs Standpunkte begründen und im Alltag reflektiert handeln

Quellen

FH JOANNEUM Graz in Zusammenarbeit mit Umweltdachverband gGmbH (2019): Praxismappe - Jugendliche entwickeln Lebensmittelprodukte