© Melanie Salzl


Um allen Menschen ein gutes Lebens zu ermöglichen sollte zuerst charakterisiert werden, was dieses überhaupt ausmacht. Angelehnt an das lateinamerikanische Konzept „Buen Vivir“ – „Gutes Leben“ werden die Lernenden dazu angeregt, sich eigene Gedanken zum Begriff „Gutes Leben“ zu machen. Erlebnisse, Erfahrungen und persönliche Vorstellungen dazu werden in unterschiedlichen Übungen mit den anderen Lernenden ausgetauscht.

ABLAUF
PHASE 1
20 Minuten
Einstieg

Die Tischreihen etwas weiter auseinander schieben, damit an der Vorder- und Rückseite jeweils eine Reihe Sessel Platz hat. Auf beiden Seiten der Tischreihen werden die Sessel so positioniert, dass sich immer zwei Lernende einander gegenüber sitzen. Die Lehrperson wirft nun pro Gesprächsrunde eine Frage in den Raum, die von den Lernenden jeweils mit ihrem Gegenüber diskutiert wird. Nach Ablauf von ca. 2 Minuten werden die Lernenden von einer Seite pro Tischreihe aufgefordert einen Platz weiter zu rücken. Nun wird die nächste Frage in den Raum geworfen und in den neu gebildeten Zweiergruppen besprochen. Ein positiver Aspekt dieser Methode ist, dass die Lernenden mit vielen verschiedenen Personen ins Gespräch kommen und die Gespräche durch die kurze Zeit nicht ins Stocken geraten.

Diskussionsfragen:

  • Wenn du „gutes Leben“ hörst, was kommt dir spontan dabei in den Sinn?
  • Was macht für dich ein „gutes Leben“ aus? Was benötigen wir dafür?
  • Denkst du, dass „gutes Leben“ etwas ganz Persönliches ist, oder hat es mit allen Menschen auf der Welt etwas zu tun?
  • Haben in Österreich heute alle ein „gutes Leben“? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?
  • Gibt es etwas in deinem Leben, das dir wichtig, jedoch nicht käuflich ist?
Downloads für diese Phase:
M05 - Buen Vivir
PHASE 2
15 Minuten
Erarbeitung

Anschließend erhalten die Lernenden das Arbeitsblatt M06. Sie sollen nun das bisher Diskutierte und Gelernte noch einmal Revue passieren lassen und den auf dem Arbeitsblatt abgebildeten „Baum des guten Lebens“ mit ihren Erkenntnissen und Ideen ergänzen. Der Baum ist in zwei Bereiche unterteilt: Die Wurzeln und der Stamm symbolisieren jene Aspekte, auf denen das persönliche „gute Leben“ der Lernenden aufbaut. In die Äste bzw. in die Baumkrone sollen die Lernenden ihre Ideen schreiben, wie ein „gutes Leben“ für alle Menschen auf der Welt ermöglicht werden kann.

Downloads für diese Phase:
M06 - Baum des guten Lebens
PHASE 3
15 Minuten
Abschluss

Zum Abschluss können Freiwillige ihren „Baum des guten Lebens“ vorstellen. Gemeinsam wird noch einmal reflektiert, was jedem:jeder Einzelnen persönlich für ein gutes Leben wichtig ist und was wir dazu beitragen können, damit mehr Menschen ein gutes Leben führen können. Die Bäume können danach im (Klassen-)Raum aufgehängt werden.

Downloads für diese Phase:
M06 - Baum des guten Lebens
Kompetenzorientierte Lernziele
Die Lernenden sind in der Lage über „gutes Leben" zu reflektieren.
Sie können in eigenen Worten beschreiben, was „gutes Leben" für sie bedeutet.
Sie stellen Überlegungen an, wie alle Menschen auf der Welt ein „gutes Leben" führen können.

Quellen

in Anlehnung an: Klimawandel und Umweltkonflikte; Bildungslabor Lateinamerika; Informationsbüro Nicaragua e.V.; 2012: Wuppertal