© Forum Umweltbildung (Illustrator: Markus Wurzer)


Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fisch gefangen, der letzte Fluss vergiftet ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann. Anhand dieses Textes setzen sich die Jugendlichen mit notwendigen Lebensgrundlagen und Konsequenzen ihrer Handlungen für die Zukunft auseinander. Gedanken dazu werden durch eine kreative Schreibübung festgehalten und mit den anderen geteilt.

ABLAUF
PHASE 1
15 Minuten
Einstieg

Jede*r erhält eine Kopie des Textes, liest sich diesen selbstständig durch und lässt Worte und Bilder auf sich wirken. Danach tauschen sich die Jugendlichen in der Gruppe dazu aus.

Mögliche Impulsfragen:

  • Wie wirkt dieser Text auf euch?
  • Was ist die genaue Aussage?
  • Welchen Wahrheitsgehalt hat die Aussage?
  • Welches Gefühl hinterlässt der Text bei euch?
  • Wer könntedas gesagt haben?
  • Welche Bilder entstehen zu diesem Text in eurem Kopf?

Im Anschluss daran wird gemeinsam die Illustration angeschaut und anhand folgender Fragen diskutiert:

  • Ist die Illustration aus eurer Sicht eine gute Umsetzung der Stimmung des Textes?
  • Was spricht euch daran an, was nicht?
  • Wie würdet ihr das Zitat illustrieren?
Downloads für diese Phase:
Illustration Weissagung der Cree (Illustrator: Markus Wurzer)
PHASE 2
15 Minuten
Unsere Lebensgrundlagen – Kleingruppendiskussion

In Kleingruppen wird anhand folgender Impulsfrage diskutiert:

  • Was brauchen wir zum Leben?
  • Welche Lebensgrundlagen sichern unser (Über)leben?
  • Welche dieser Lebensgrundlagen sind gefährdet? Wodurch?

Es geht hier primär um die natürlichen Lebensgrundlagen, ohne die wir nicht existieren können, wie Wasser, Luft, gesunden Boden etc. Ziel dieser Sequenz ist es, dass die Jugendlichen sich bewusst werden, dass manche Ressourcen, die für unser Leben notwendig sind, gefährdet sind – z. T. irreversibel.

Die Ergebnisse werden auf Moderationskarten gesammelt.

PHASE 3
25 Minuten
Unsere Lebensgrundlage - Plenum

Anschließend werden die Ergebnisse in der Großgruppe präsentiert und diskutiert. Die wesentlichsten Lebensgrundlagen werden ausgewählt und argumentiert. Um die Diskussion länger sichtbar zu haben, wird ein Plakat „Unsere Lebensgrundlagen“ mit den Ergebnissen gestaltet.

PHASE 4
15 Minuten
Irreversible Konsequenzen ausmachen

Zum Aufwärmen wird ein kurzes gemeinsames Brainstorming durchgeführt:

  • Welche unserer heutigen Handlungen verursachen Schäden, die nicht mehr rückgängig gemacht werden können?
  • Wen betreffen die Folgen?

Im Anschluss daran überlegt jede*r für sich:

  • Welche meiner momentanen Handlungen könnten unwiderrufliche Konsequenzen auf meine Leben haben?
  • In welchem Bereich meines Lebens würden diese Konsequenzen auftreten (in meiner Familie, in meinem Freundeskreis, in der Schule, für zukünftige Arbeitsstellen, für meine Gesundheit, …)

Ziel dieser Sequenz ist es, Jugendliche dafür zu sensibilisieren, dass es auch Handlungen gibt, die irreversible Konsequenzen nach sich ziehen – sowohl weltweit als auch im eigenen Leben.

PHASE 5
20 Minuten
Wenn, dann… – selbst schreiben

Die Jugendlichen werden aufgefordert selbst im Stil der „Weissagung der Cree“ einen Text zu verfassen. Auf eine kreative Weise sollen sie verschriftlichen, welche heutigen Handlungen sich auf ihre persönliche Zukunft auswirken werden. Es geht dabei nicht darum, dass besonders ernsthafte Texte entstehen, sondern um einen spielerischen Ansatz: sowohl mit dem Thema als auch der Form.

PHASE 6
10 Minuten
Abschluss

Freiwillige tragen die selbst geschriebenen Texte vor.
Gesammelte Gedanken und Erfahrungen in dieser Einheit können durch kurze Statements von den Lernenden geteilt werden.

Besondere Hinweise
Der Spruch wurde in der Umweltbewegung der 1980er Jahren weit verbreitet. So ziert er bis heute Aufkleber von Greenpeace und erscheint in Liedtexten. Die tatsächliche Quelle des Textes ist nicht rückverfolgbar. Klar ist, dass entgegen der weitläufigen Überzeugung der Text zwar in Fragmenten, jedoch nicht exakt in dieser Form, indianischen Ursprungs ist. Aller Wahrscheinlichkeit nach entstand er aus einer Kombination von verschiedenen überbrachten Reden, Geschichten und Prophezeiungen.
Kompetenzorientierte Lernziele
Die Lernenden erkennen, dass ihre heutigen Handlungen Auswirkungen auf die Zukunft haben.
Die Lernenden verfassen selbstständig kreative Texte.
Die Lernenden interpretieren einen Text.

Quellen

Forum Umweltbildung im Umweltdachverband (2013): Morgen wird heute gestern sein. Wien: Eigenverlag.