Rollenspiele zur Umweltproblematik können fast beliebig in den Fachunterricht eingebaut werden. In Biologie und Umweltkunde hat ein Rollenspiel ebenso Platz wie in Politischer Bildung, Geografie und Wirtschaftskunde oder in Deutsch und Religion. Auch gibt es — eine entsprechende Anpassung vorausgesetzt — kaum altersmäßige Beschränkungen für den Einsatz von Rollenspielen im Unterricht.

Das Übernehmen einer Rolle steigert das Interesse am Thema. Da die Teilnehmer*innen normalerweise wissen wollen, welchen Standpunkt sie vertreten, vertiefen sie sich oft intensiv in das Thema. Schüler*innen lernen beim Rollenspiel einiges hinsichtlich der Diskussionstechnik, der Argumentation und des Umgangs miteinander in einer Diskussionsrunde.

Soziale Fähigkeiten wie Verbündete suchen, Handlungsvorschläge auszudenken oder sich zu artikulieren, werden also im Rollenspiel ebenso gefördert wie die Vertiefung ins reine Fachwissen.

Durch das Rollenspiel für´s Leben lernen?

Schüler*innen identifizieren sich unabhängig davon, warum sie ihre Rolle gewählt haben und ob sie der tatsächlichen Einstellung entspricht, meist stark mit ihren Rollen und sind dementsprechend stark emotional beteiligt.

Das Darstellen einer gegnerischen Rolle, und damit die bewusste Übernahme einer fremden Sichtweise, kann ein sehr spannendes Erlebnis sein. Die eigene Sicht der Dinge wird dabei hinterfragt und mit anderen Augen gesehen. So können die Schwachstellen der eigenen, vertrauten Argumentation aus der Position des Gegenübers deutlicher gesehen werden.

Damit können Feindbilder abgebaut und die Bereitschaft zum Dialog gefördert werden. Andere Standpunkte werden als möglich oder berechtigt erlebt. Auch kann es eine einprägsame Erfahrung sein, die Ohnmacht des Schwächeren zu erleben. Wer seine eigene Schwäche oder Stärke auf Grund seiner Rolle im Spiel erlebt hat, hat mehr über politische Bildung erfahren, als dies ein Lehrer*innen-Vortrag vermitteln könnte.


Quellen

Rollenspiele in der Umwelterziehung (ARGE Umwelterziehung, 1995)