Um nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster aus SDG 12 Realität werden zu lassen, sollten bereits junge Erwachsene VerbraucherInnenbildung erfahren, um reflektierte und selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen. Der Konsum von Kleidung ist spätestens zu Beginn des Teenageralters ein großes Thema. In dieser Übung befassen sich die Lernenden mit der Kleidung in ihrem Kasten und sollen ihr persönliches Konsumverhalten hinterfragen.

ABLAUF
PHASE 1
35 Minuten
Hausaufgabe

Die Lernenden haben die Hausaufgabe, das Arbeitsblatt „Das Gewand in meiner Hand“ auszufüllen. Dabei geht es darum, das eigene Gewand in Zahlen festzuhalten: Wie viele T-Shirts, Jacken, Hosen usw. besitze ich? Wie viele neue Kleidungsstücke habe ich? Die Lernenden sollen dazu ihren Kleiderkasten durchforsten und Notizen machen.

Downloads für diese Phase:
M 12 - "Das Gewand in meiner Hand"
PHASE 2
45 Minuten
Nachbesprechung
Die ausgefüllten Arbeitsblätter werden in die Stunde mitgebracht. Um das Wissen und die Erfahrungen der Lernenden einzuholen, kann die Lehrperson folgende Fragen stellen:
  • Wie schwierig/einfach war es für dich, deine Kleidungsstücke zu zählen?
  • Warst du über die Ergebnisse überrascht?
  • Was hast du nach dieser Aufgabe empfunden/gedacht?
Anschließend können die unterschiedlichen Ergebnisse visualisiert werden. Dafür sollen sich die Lernenden in einer Linie aufstellen (von der niedrigsten Anzahl, zur höchsten Anzahl). Jedes Kind hält das eigene Arbeitsblatt in den Händen. Die Lehrperson liest nun eine der zu untersuchenden Aussagen vor, z.B. „Anzahl der Schuhe, die ich besitze“. Die Lernenden sollen sich nun aufsteigend in einer Linie aufstellen. So kann das mit einigen/allen Aussagen geschehen.
PHASE 3
25 Minuten
Abschlussreflexion

Im Anschluss wird nochmal im Plenum diskutiert:

  • Wie fühlt es sich an, viele/wenige Kleidungsstücke zu besitzen?
  • Wie lange sollten Kleidungsstücke deiner Meinung nach halten müssen?
  • Kaufst du gerne oder nicht gerne ein? Warum?
  • Wie wichtig ist es dir, ständig neue Kleidung zu kaufen?
  • Aus welchen Rohstoffen besteht Kleidung überhaupt?
  • Wo/wie werden die Kleidungsstücke hergestellt?
  • Wer ist an der Produktion deiner Kleidung beteiligt?
  • Was haben KleidungsproduzentInnen davon, wenn viele Kleidungsstücke gekauft werden?
  • Konntest du herausfinden, von welchen Herstellermarken deine Kleidung kommt?
  • Was weißt du über diese Herstellermarken?
Die Lehrperson kann die Aussagen an der Tafel festhalten.
PHASE 4
~240 Minuten
Optionale Folgeübung: Kleidertauschbörse

Wenn seitens der SchülerInnen Interesse besteht, kann in der Schule eine Kleider-Tauschbörse organisiert werden. Dabei nehmen die Lernenden jenes Gewand von zu Hause mit, das ihnen nicht mehr passt bzw. das sie gegen anderes Gewand tauschen möchten. Die Aktion kann beispielsweise im Rahmen eines Projekts stattfinden oder als Station auf einem Schulevent.

Weiterführende Links:
Kompetenzorientierte Lernziele
Die Lernenden hinterfragen ihr eigenes Konsum- und Wirtschaftsverhalten.
Die Lernenden beurteilen Folgen des eigenen Konsums.
Die Lernenden entwickeln eigene Gedanken zum Thema und reflektieren darüber in der Gruppe.
Konnex zum Lehrplan
Auszug aus dem NMS-Lehrplan zu Geographie und Wirtschaftskunde:
Wechselspiel zwischen Produktion und Konsum bzw. Angebot und Nachfrage sowie ihr Zusammenwirken für die Preisbildung
Erwerb von Urteils- und Kritikfähigkeit, Entscheidungs- und Handlungskompetenz
Erfassen der Auswirkungen von Betrieben und Produktionsprozessen auf die Umwelt

Auszug aus dem NMS-Lehrplan zu Ernährung und Haushalt:
Verantwortungsvolles Verbraucherverhalten durch nachhaltige Nutzung von Ressourcen
Orientierungen für die Entwicklung sozial- und gesundheitsverträglicher Lebensstilkonzepte

Quellen

FORUM Umweltbildung im Umweltdachverband (2017): Unsere Welt unsere Zukunft. Lehrmaterialien für Kinder und Jugendliche zu den UN-Weltzielen. Wien: Eigenverlag.