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Transformation wird überall stattfinden

Cover-Ausschnitt Jahrbuch BNE © FORUM Umweltbildung
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Wenn man sich mit der Transformations-Expertin Susanne Moser unterhält, wird schnell klar, dass die Zukunft die uns erwartet voller Herausforderungen sein wird, aber dass wir davor auch keine Angst zu haben brauchen. Veränderung ist ein Teil von uns und wird im besten Fall die Wissenschaft und die Welt retten.

Ein Interview-Auszug aus dem aktuellen Jahrbuch BNE

Sie haben in ihrem Vortrag etwas gesagt, das ich mir gleich aufgeschrieben und extra unterstrichen habe: Transformation kommt nicht aus der Mitte. Warum?

Damit meine ich die gesellschaftliche Mitte. Die Leute, die an der Macht sind und in etablierten Systemen Erfolg haben, sind darin interessiert unverändert weiter zu machen. Für die ist es nicht interessant was andere machen, denn das was sie haben funktioniert ja für sie selbst. All die Leute die am Rand bleiben, müssen sich Alternativen überlegen, um eben auch ein nachhaltiges und machbares Leben zu führen. Wahre Innovation entsteht aus ganz interessanten Verknüpfungen von neuen Ideen, Technologien und sozialen Verbindungen, die es vorher nicht gab. Vor allem gibt es die nicht in den etablierten Systemen in denen wir leben.

Ich musste sofort an den arabischen Frühling denken.

Absolut! Ein gutes Beispiel.

Warum sind Emotionen für eine gesellschaftliche Transformation so elementar?

Das ist die älteste Reaktions-Funktion die wir im Gehirn haben. Der Frontal Cortex hat sich erst viel später entwickelt. Mit dem kann man auch viel machen, aber den verwenden wir offenbar nicht so häufig. (lacht) Es gibt ein altbekanntes Beispiel: Wenn sie erst lange darüber nachdenken müssen, ob sie ausweichen wenn der Löwe sie jetzt anspringt, dann ist das ein bisschen zu spät. Man muss sich schnell entscheiden. Das ist ja auch das, was uns primär unser Überleben gesichert hat. Wir kennen als Menschen grundsätzlich zwei Reaktionen auf Gefahr. Das eine ist etwas zu tun, um die Gefahr zu vermindern. Wenn wir das nicht können, dann vermindern wir das Gefühl das man hat, weil man die Gefahr nicht verhindern kann, nämlich die Angst. Entweder wir vermindern die Gefahr oder die Angst. Und Angst vermindern heißt stumpf werden, sich abwenden, sich mit was anderem beschäftigen. Den Fernseher aufdrehen und etwas Nettes anschauen. Das ist unsere Reaktion. In weniger als einer Sekunde haben wir entschieden ob etwas für uns machbar oder nicht machbar ist. Da wir in der Kommunikation immer darauf bestanden haben die Risiken zu kommunizieren ohne die Lösung, ist das eine nicht auszuhaltende Sache für den Menschen. Du sagst mir das mein Leben auf dem Spiel steht und dann sagst du mir nicht was ich tun kann. Daran muss man aktiv arbeiten. Das ist für unsere Gesellschaft schwierig, weil wir den Leuten keinen Raum geben, um das zu machen. Ich weiß nicht wie oft Sie schon in Räumen waren in denen man zum Beispiel öffentlich weinen darf?

Das komplette Interview mit Susanne Moser könnt ihr in der aktuellen Ausgabe des Jahrbuchs Bildung für nachhaltige Entwicklung Perspektive wechseln nachlesen.

Buchcover Jahrbuch BNE © FORUM Umweltbildung

Perspektive wechseln. Jahrbuch Bildung für nachhaltige Entwicklung
Kommunikation & Klimawandel, Ethik & Friede, BNE International, Entrepreneurship.
FORUM Umweltbildung, Wien 2018.
156 Seiten, € 10,-
ISBN 978-3-900717-92-6

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