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Film: Zeit für Utopien

Filmstill Zeit für Utopien © Langbein & Partner Media
© Langbein & Partner Media

Nachhaltigkeit ist das Schlagwort unserer Zeit. Wenn man das Wort ernst nimmt, so steht es für Umdenken und Handeln – weg von der Geiz-ist-geil-Mentalität, weg von Wegwerfgesellschaft und Profitmaximierung. Zeit für Utopien begibt sich auf eine Sinnsuche...

Regisseur Kurt Langbein interessiert sich in seinem Dokumentarfilm Menschen und Initiativen, die eine Alternative anbieten wollen:

  • Petra Wähning gründete das Projekt „Solidarische Landwirtschaft“ und ist jetzt eine von 300 KonsumentInnen, die von einem landwirtschaftlichen Betrieb direkt und ohne Umweg über den Supermarkt versorgt werden.
  • Am Beispiel der Genossenschaft „Hansalim“ aus Südkorea zeigt Wähning weiters, dass es sogar möglich ist, 1,5 Millionen Menschen mit regionalen und biologisch angebauten Lebensmitteln zu versorgen.
  • Laura Gerritsen vom Unternehmen „Fairphone“ reist mit Langbein in den Kongo, wo partiell faire Produktionsbedingungen für die Metalle geschaffen wurden, die jetzt in den Smartphones des Herstellers stecken.
  • Das Wohnprojekt „Kalkbreite“ aus Zürich zeigt, wie man in einer Stadt energiesparend und umweltfreundlich leben kann, ohne auf Komfort zu verzichten.
  • Und eine ehemals zum Unilever-Konzern gehörende Teefabrik in Südfrankreich verwaltet sich nach langem Kampf mittlerweile als Genossenschaft „Scop-Ti“ selbst.

Kooperation und Resonanz als evolutionäre Erfolgstickets des Menschen

Zeit für Utopien zeigt aber nicht nur vermittels lebensbejahender, positiver Beispiele, wie man mit Ideen, und Gemeinschaftssinn viel erreichen kann, diese werden im Film mit gut ausgewählten Statements auch wissenschaftlich kommentiert: etwa durch Professor Joachim Bauer, Neurowissenschaftler, Internist, Psychiater und Sachbuchautor, wenn er berichtet, dass in den letzten 20 Jahren die moderne soziale Neurowissenschaft herausarbeiten konnte, dass „wir Menschen nicht intuitiv primär auf Egoismus ausgerichtet sind, sondern dass wir intuitiv automatisch prosoziale Wesen sind.“ Kooperation sei das evolutionäre Erfolgsticket des Menschen.

Bauers Forderung nach „Resonanz“ – im Sinne von sich an seiner Arbeit, seinem Werk freuen zu können – erweitert dann der Volkswirt, Umweltökonom und (vormalige „Jahrbuch“-Autor) Niko Paech, indem er  folgert, dass „eine nachhaltige Entwicklung mehr voraussetzt als Müll zu trennen oder kontrolliert ökologische Nahrungsmittel einzukaufen. Nachhaltige Entwicklung bedeutet, dass wir die Ökonomie grundlegend verändern müssen.“

Davon sind wir leider noch weit entfernt. Zeit für Utopien jedenfalls ist jedenfalls eine hervorragend gestaltete und inspirierende filmische Entdeckungsreise zu Einstiegsangeboten in eine dringend nötige neue Gesellschaft, erweitert durch wissenschaftliche Exkurse, die den Film auf ein überzeugendes Fundament stellen.

Bilder aus dem Film

Petra Wähning am Hof der Familie Haase in Bayern, Foto: C. Roth © Langbein & Partner MediaPetra Wähning beim Interview, Foto: C. Roth © Langbein & Partner MediaMarktstand der SoLaWi Ochsenherz in Wien, Foto: C. Roth © Langbein & Partner MediaHofladen der Haases in Bayern, Foto: C. Roth © Langbein & Partner MediaNachhaltiger Fischer in Korea, Foto: C. Roth © Langbein & Partner MediaNachhaltiger Fischfang mittels Fischfalle vor Seoul - Drohnenaufnahme, Foto: C. Roth © Langbein & Partner MediaHansalim Korea: Fermentationstöpfe - Drohnenaufnahme, Foto: C. Roth © Langbein & Partner MediaStreikende Arbeiter in der Teefabrik freuen sich über ihren Erfolg, Foto: C. Roth © Langbein & Partner MediaLindenblütenernte für die Kooperative Scop Ti, Foto: C. Roth © Langbein & Partner MediaEine Kobaltmine in Katanga, DR Kongo, Foto: C. Roth © Langbein & Partner MediaLaura Gerritsen in einer Bergarbeitersiedlung in Uganda, Foto: C. Roth © Langbein & Partner MediaHandwerklicher Kobald-Abbau in Katanga, Foto: C. Roth © Langbein & Partner MediaFamilie Salzmann am Dach des Wohnprojekts Kalkbreite in Zürich, Foto: C. Roth © Langbein & Partner MediaKurt Langbein © Langbein & Partner MediaPetra Wähning © Langbein & Partner Media
Petra Wähning am Hof der Familie Haase in Bayern, Foto: C. Roth © Langbein & Partner Media
Petra Wähning beim Interview, Foto: C. Roth © Langbein & Partner Media
Marktstand der SoLaWi Ochsenherz in Wien, Foto: C. Roth © Langbein & Partner Media
Hofladen der Haases in Bayern, Foto: C. Roth © Langbein & Partner Media
Nachhaltiger Fischer in Korea, Foto: C. Roth © Langbein & Partner Media
Nachhaltiger Fischfang mittels Fischfalle vor Seoul - Drohnenaufnahme, Foto: C. Roth © Langbein & Partner Media
Hansalim Korea: Fermentationstöpfe - Drohnenaufnahme, Foto: C. Roth © Langbein & Partner Media
Streikende Arbeiter in der Teefabrik freuen sich über ihren Erfolg, Foto: C. Roth © Langbein & Partner Media
Lindenblütenernte für die Kooperative Scop Ti, Foto: C. Roth © Langbein & Partner Media
Eine Kobaltmine in Katanga, DR Kongo, Foto: C. Roth © Langbein & Partner Media
Laura Gerritsen in einer Bergarbeitersiedlung in Uganda, Foto: C. Roth © Langbein & Partner Media
Handwerklicher Kobald-Abbau in Katanga, Foto: C. Roth © Langbein & Partner Media
Familie Salzmann am Dach des Wohnprojekts Kalkbreite in Zürich, Foto: C. Roth © Langbein & Partner Media
Kurt Langbein © Langbein & Partner Media
Petra Wähning © Langbein & Partner Media

Unterrichtsmaterialien werden demnächst bereit gestellt.

Text: W.S.

Filmplakat Zeit für Utopien © Langbein & Partner Media

Zeit für Utopien

AT 2018, 95 min
Dokumentation
Regie: Kurt Langbein

Filmstart: 20. April 2018

Verleih: Filmladen Filmverleih

Website zum Film

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