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Film: The End of Meat

Filmstill The End of Meat © DOCS Filmverleih
© DOCS Filmverleih

In seiner Dokumentation "The End Of Meat" beschäftigt sich Regisseur Marc Pierschel mit der Frage, wie eine Gesellschaft ohne Fleischverzehr und die damit einhergehende Ausbeutung von Tieren aussehen könnte.

Wir begegnen Esther, einem Hausschwein, welches das Leben von zwei Kanadiern komplett auf den Kopf stellte, sehen die PionierInnen der veganen Revolution in Deutschland, besuchen die erste vegetarische Stadt in Indien, begegnen geretteten "Nutztieren" in Freiheit, treffen auf WissenschaftlerInnen, die am tierfreien Fleisch forschen, was letztendlich den 600 Milliarden schweren, globalen Fleischmarkt revolutionieren soll.

Pierschel gibt PhilosophInnen, WissenschaftlerInnen, KünstlerInnen und AktivistInnen die Möglichkeit, ihre Ideen und Vorschläge darzulegen. Außerdem beschäftigt er sich mit einer Reihe anderer Fragen, die geklärt werden müssen, bevor eine fleischfreie Gesellschaft Realität werden kann: Was tun mit den vielen Millionen Nutztieren, die auf der Welt leben? Sollen sie von den Menschen getrennt werden oder mit ihnen gemeinsam leben? Woher sollen wir wissen, was die Tiere wollen, die ja bekanntlich nicht sprechen können? Wovon soll sich die Menschheit ernähren, wenn Fleisch als Lebensmittel wegfällt? Und wie hängen Ausbeutung und Unterdrückung mit Tieren mit der Ausbeutung und Unterdrückung von Menschen zusammen?

Filmstill The End of Meat © DOCS Filmverleih
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Der Film versteht sich allerdings als Plädoyer für ein ausschließlich fleischfreies Leben. Er fußt eindimensional auf einer radikalen Kritik der Massetierhaltung und wird so zum reinen Agitationsfilm. Er spart damit leider eine grundsätzliche kulturwissenschaftliche Erörterung des Mensch-Tierverhältnisses, bzw. zu Fleisch und der Tötungsproblematik aus. So gesehen fehlt als Grundlage für eine umfassende Kritik die Behandlung der anthropologischen Kernfragen zur Biophilosophie der Ernährung als individuellem, sozialem und religiösem Akt. Anstelle dessen sehen wir über weite Strecken eine anthropomorphisierende (vermenschlichende) Sicht auf die Tiere. Trotz einer interessanten Fülle von Informationen stellt sich trotzdem die Frage: Bedeutet das Ende der Massentierhaltung automatisch das Ende des Fleisches?

Filmstart: 19. Jänner 2018

Trailer zum Film

Film-Website

Für den Film gibt es auch Schulvorführungen!

Text: W.S.

Filmplakat The End of Meat © DOCS Filmverleih

The End of Meat

DE 2017, 96 min
Dokumentation
Regie: Marc Pierschel

Filmstart: 19. Jänner 2018

Verleih: DOCS Filmverleih

Website zum Film

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