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Film: But Beautiful

Filmstill But Beautiful © Filmladen
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Erwin Wagenhofer bringt mit seinem neuen Feature-Dokumentarfilm einen optimistischen Versuch über die schönen Seiten des Lebens ins Kino.

Wer sich von Erwin Wagenhofer einen weiteren streitbaren und globalisierungskritischen Film erwartet hat, wird enttäuscht sein: Anders als in seinen Filmen über die Finanzkrise (Let’s Make Money, 2008), über globale Nahrungsversorgung (We Feed the World, 2005) oder über den internationalen Zustand von Bildungssystemen (Alphabet, 2013) konzentriert er sich jetzt auf Positives. „Ich habe keine Zeit mehr Pessimist zu sein“, meint er und wechselt von der Anklage zu den  vielen positiven Entwicklungsmöglichkeiten, die unser Planet bereit hält. Wagenhofer stellt in „But Beautiful“ die Frage, wie ein gelungenes Leben aussehen könnte: Der Titel meint – so der Regisseur – „dass das Leben auch schön ist. Davor gibt es aber dieses 'Aber' (But), dem wir manchmal allzu viel Bedeutung beimessen; aber ohne dieses „Aber“ wäre das Leben unrealistisch.“

Die ausgewählten ProtagonistInnen dazu: Frauen ohne Schulbildung, die Solaranlagen für Dörfer auf der ganzen Welt bauen. Permakultur-Visionäre auf La Palma, die Ödland in neues Grün verwandeln. Ein Förster, der die gesündesten Häuser der Welt entwickelt. Alle eingewoben in den Klangteppich eines  jungen Jazztrios, eines etablierten Pianisten, einer beseelten kolumbianischen Sängerin, die uns den Klang der Schönheit vermittelt. Und über/neben all denen stehen – sozusagen als „spiritueller Kitt“ – der Dalai Lama – mit gewohntem Schalk und essenziellen Botschaften – mit seiner tibetische Schwester.

„Wir wollten anhand von Menschen, die längst andere Wege gehen, zeigen, was möglich ist und dass es eben nicht so ist, wie Margaret Thatcher einst so äußerst dumm bemerkte, wonach es keine Alternative gäbe“, meint Wagenhofer. Dabei sucht er keine klassisch paradiesischen Orte auf, sonder ganz normale Orte, mit ebensolchen Menschen, „kraftvollen Menschen jedoch, wo auch immer sie leben, und was sie tun. Menschen wie du und ich.“

Doch irgendwie kommt dieser „Feature-Film“ – trotz beeindruckender Passagen – nicht in den gewünschten (?) Flow. Vieles in dem Film ist dem interessierten Publikum wahrscheinlich bereits hinlänglich bekannt und mangels umfassenderer Kontextualisierung bleiben manche Statements als Behauptungen dann in der Luft hängen, wenn keine  Auflösung durch die filmische Montage gelingt.

Jedenfalls ein verdienstvoller Versuch, der vor allem für junge Menschen sehr gut geeignet scheint, sich mit den angesprochenen Themen auch auf eine emotional empathische Weise vertraut zu Machen. So meint Wagenhofer auch: „Auch und vor allem für junge Menschen ist But Beautiful entstanden. Ein/e 15-Jährige/r muss den Film verstehen und im guten Sinne begreifen können, das war eine Idee des Projekts.“

Text: W.S.

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Filmplakat But Beautiful © Filmladen

But Beautiful

AT/DE 2019, 116 min
Dokumentarfilm
Regie: Erwin Wagenhofer

Filmstart: 15. November 2019

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