Österreichisches Portal für Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung

Ausgezeichnet! Lernen für die Zukunft! 2018

© FORUM Umweltbildung/Huetter
© FORUM Umweltbildung/Huetter

BEST OF AUSTRIA: die besten Projekte zu Bildung für nachhaltige Entwicklung in Österreich wurden am 28.11. in Graz vor den Vorhang geholt!

Im Steiermarkhof in Graz trafen sich am 28.11.2018 ca. 100 Personen, um die besten Projekte im Bereich Bildung für Nachhaltige Entwicklung des vergangenen Jahres auszuzeichnen. Moderiert von Corinna Domenig und Anna Streissler vom FORUM Umweltbildung, fand eine etwa dreistündige Vernetzungs- und Auszeichnungsveranstaltung statt, bei der die ausgezeichneten Projekte geehrt wurden, eine spannende und berührende intergenerationelle Doppelconference stattfand sowie Zeit zum Netzwerken war. Vor dem Hintergrund des Weltaktionsprogramms, sowie der Sustainable Development Goals (SDGs) werden Projekte und Initiativen rund um Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) immer wichtiger, um einen gesellschaftlichen Wandel hin zu einer lebenswerten Zukunft mit zu gestalten. Diese Projekte vor den Vorhang zu holen und sichtbar zu machen ist mit ein Grund, warum heuer bereits zum dritten Mal die Auszeichnung „Bildung für nachhaltige Entwicklung – BEST OF AUSTRIA“ vom Bundesministerium Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) in Kooperation mit dem Land Steiermark (Lebensressort) verliehen wurde.

© FORUM Umweltbildung/Huetter
© FORUM Umweltbildung/Huetter

Von der Sonntagspredigt zur Montagsgewohnheit. Oder: Wer hat meinen Autopiloten programmiert?

Wenn man das Ziel „Stärkung und Mobilisierung der Jugend” als Auftrag versteht, dann darf man nicht ÜBER, sondern muss GEMEINSAM MIT Jugendlichen agieren. Thomas Nárosy (Generation 50plus) und Ivana Vlahusic (Generation 20minus) formulierten daher in ihrer Keynote gemeinsam Gedanken über die Welt, warum sie so ist, wie man sie ändert und welche Konsequenzen das haben kann. Thomas Nárosy ist Experte für „digital-inklusive“ Bildungsinnovationen, Mitbegründer der Virtuellen Pädagogischen Hochschule, war Koordinator für E-Learning der Neuen Mittelschulen und ist Mitglied von Expertenteams der Europäischen Kommission und der OECD im Bereich Digitale Bildung. Im Zuge seiner Arbeit mit Neuen Mittelschulen lernte er die Schülerin Ivana Vlahusic kennen. Aufgewachsen in Serbien, dem Pass nach Ungarin, lebt sie mit ihrer Familie seit sechs Jahren in Österreich, konnte bei ihrer Ankunft zwei Worte Deutsch („Brot“ und „Danke“) und ist mittlerweile Sängerin, Musikerin und Schauspielerin, die sich in ihren Songs und Reden auf Deutsch ausdrückt. Mit 14 gewann sie den Redewettbewerb „Sag‘s Multi“. Für ihr erstes Musikvideo „Bunt“ erhielt sie 2017 den Förderpreis des Landes Tirol sowie 2018 den Jugendfriedenspreis der Stadt Wien.

© FORUM Umweltbildung/Huetter
© FORUM Umweltbildung/Huetter

„Der Weg von der Sonntagspredigt zur MontagsGEWOHNHEIT führt genau über die GEWOHNHEIT, deren Erkennen, deren Durschauen, deren Veränderung“, so Nárosy zu Beginn. Vlahusic beschrieb ihre wechselvolle, unkonventionelle und nicht-linerare Bildungskarriere in Serbien und später in Österreich, in der sie das große Glück hatte, von LehrerInnen bestärkt und ermutigt zu werden und in der sie ihre Meinung frei sagen konnte. „Ich wünsche mir eine Schule, die vom Kind zumindest genauso viel lernt, wie das Kind von der Schule. Das ist meine Sonntagspredigt: Ich wünsche mir Stärkung und Mobilisierung und die passiert dann am besten, wenn sich jedes beteiligte Individuum respektiert fühlt.“

Für die großen Herausforderungen der Zukunft braucht es „innovative kluge kreative junge Köpfe und fleißige Hände, wir brauchen Vielfalt, wir brauchen möglichst unterschiedliche Menschen“. In diesem Zusammenhang argumentierte sie vehement gegen das österreichische Schulsystem, welches SchülerInnen bereits nach der Volksschule differenziert. „Es ist ein dreckiges Geschäft, mit der Zukunft eines Kindes im Alter von 10 Jahren zu spielen. Wo kommt die Notwendigkeit her, Kinder abzustempeln, einzuteilen, in leistungsschwach und leistungsstark und die Idee, Menschen zu trennen? Diese Idee heißt Segregation. Es trennen uns Systeme, Skalen, nicht selten Hautfarben, und immer diese Zahlen, die das, was wir leisten, messen wollen. (...) Jugendliche zu mobilisieren bedeutet nicht, uns eine Stimme zu geben, die Stimme haben wir schon. Man soll auch nicht nur unsere Interessen artikulieren. Doch wir brauchen euch, wir brauchen Erwachsene, wir brauchen Institutionen, Websites, Unternehmen, soziale Netzwerke als Verstärker unserer Stimmen.“

Nárosy ergänzte mit einigen Geschichten, die die Möglichkeiten, aber auch Schwierigkeiten bei der Umprogrammierung des Autopiloten schilderten. Sie handelten vom „gemeinsam gegen den Strom schwimmen“, von den 6 Cs von Michael Fullan (Creativity, Collaboration, Critical Thinking, Communication, Citizenship und Character Building), vom Weiterlernen und besser Scheitern, von Mut und von der Notwendigkeit, Jugendliche einzubinden, ernst zu nehmen und mit ihnen zu teilen und von der Vielfalt der Menschen, die zum Glück verschieden sind, aber manchmal die Umprogrammierung des Autopiloten gerade deshalb erschweren. Vlahusic: „Je länger wir unsere Autopiloten von Menschen und Systemen programmieren lassen, die unsere Stimmen verstummen lassen und uns dafür mit Bequemlichkeit beschenken, desto weniger Mut bleibt uns.“ Sie endete mit der bewegenden Aufforderung von Günther Eich: „…singt die Lieder, die man aus eurem Mund nicht erwartet! Seid unbequem, seid Sand, nicht das Öl im Getriebe der Welt!“ Dieser bewegenden Rede folgte das Musikvideo „Bunt“, in dem viele der Themen aus der Festrede künstlerisch umgesetzt waren und das das Publikum sichtbar und hörbar schwer beeindruckte.

Poster Walk als Vernetzungsmaßnahme

Eine Funktion der Veranstaltung „Bildung für nachhaltige Entwicklung BEST OF AUSTRIA“ ist die Vernetzung. Um diese zu fördern, wurde heuer erstmals ein Poster Walk organisiert. Die EinreicherInnen der ausgezeichneten Projekte waren im Vorfeld gebeten worden, zu ihrem Projekt ein Poster zu gestalten und dieses mitzunehmen. Bei jedem Poster stand zumindest eine Auskunftsperson aus dem Projektteam. An Hand dieser Poster und der Projektbeteiligten konnten alle TeilnehmerInnen die 15 Projekte näher kennenlernen, sich zu Stolpersteinen und Erfolgserlebnissen austauschen und neue Kontakte knüpfen.

Danach begrüßte Peter Iwaniewicz vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus die Gäste und dankte für das großartige Engagement aller einreichenden Organisationen. Er erklärte, dass die Auswahl unter den 73 eingereichten Projekten für die Kommission, der er ebenfalls angehört, nicht einfach war und der Schwerpunkt darauf lag, „Leuchtturmprojekte“, die zur Nachahmung anregen, auszuwählen.

Auszeichnung herausragender Projekte

Nach diesem interaktiven Teil folgte die Auszeichnung der 15 Projekte in den fünf prioritären Handlungsfeldern des Weltaktionsprogramms:

  1. Politische Unterstützung
  2. Ganzheitliche Transformation von Lern- und Lehrumgebungen
  3. Kompetenzentwicklung bei Lehrenden und Multiplikatoren
  4. Stärkung und Mobilisierung der Jugend
  5. Förderung nachhaltiger Entwicklung auf lokaler Ebene

Es wurden jeweils die drei Siegerprojekte pro Handlungsfeld gemeinsam auf die Bühne gebeten. Die Mitglieder der Kommission, Peter Iwaniewicz (Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus), Margit Helene Meister (Umwelt. Wissen Netzwerk des Landes Niederösterreich), Hanna Malhonen (Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung) sowie Uwe Kozina (Umwelt-Bildungs-Zentrum Steiermark) übergaben die Urkunden. Insgesamt waren 73 Projekte eingereicht worden, so viele wie noch nie! Alle eingereichten Projekte sind in einer Broschüre zusammengefasst, die sowohl als Hardcopy als auch als PDF verfügbar ist.

Die PreisträgerInnen "Bildung für nachhaltige Entwicklung – BEST OF AUSTRIA" 2018

© FORUM Umweltbildung/Huetter
© FORUM Umweltbildung/Huetter

Handlungsfeld 1: Politische Unterstützung

© FORUM Umweltbildung/Huetter
© FORUM Umweltbildung/Huetter

Handlungsfeld 2: Ganzheitliche Transformation von Lern- und Lehrumgebungen

© FORUM Umweltbildung/Huetter
© FORUM Umweltbildung/Huetter

Handlungsfeld 3: Kompetenzentwicklung von Lehrenden und MultiplikatorInnen

© FORUM Umweltbildung/Huetter
© FORUM Umweltbildung/Huetter

Handlungsfeld 4: Stärkung und Mobilisierung der Jugend

© FORUM Umweltbildung/Huetter
© FORUM Umweltbildung/Huetter

Handlungsfeld 5: Förderung nachhaltiger Entwicklung auf lokaler Ebene

Die TeilnehmerInnen wurden eingeladen, Erkenntnisse, Ideen und Vorsätze für den Alltag auf fair produzierte Stofftaschentücher zu schreiben und sich als Gedächtnisstütze mitzunehmen. Nach der offiziellen Verabschiedung klang die Veranstaltung, die als Green Meeting zertifiziert war, bei einem köstlichen steirischen Buffet mit vielen regionalen Schmankerln aus.

Ausblick

Auch im nächsten Jahr wird es die Auszeichnung „Bildung für nachhaltige Entwicklung – BEST OF AUSTRIA“ geben. Einreichungen sind ab Jänner 2019 möglich. Nähere Informationen zur Auszeichnung sind auf der Website des Weltaktionsprogramms ersichtlich.

Fotos Auszeichnungs- und Vernetzungsveranstaltung

© FORUM Umweltbildung/Huetter© FORUM Umweltbildung/Huetter© FORUM Umweltbildung/Huetter© FORUM Umweltbildung/Huetter© FORUM Umweltbildung/Huetter© FORUM Umweltbildung/Huetter© FORUM Umweltbildung/Huetter© FORUM Umweltbildung/Huetter© FORUM Umweltbildung/Huetter© FORUM Umweltbildung/Huetter© FORUM Umweltbildung/Huetter© FORUM Umweltbildung/Huetter© FORUM Umweltbildung/Huetter© FORUM Umweltbildung/Huetter© FORUM Umweltbildung/Huetter© FORUM Umweltbildung/Huetter© FORUM Umweltbildung/Huetter© FORUM Umweltbildung/Huetter© FORUM Umweltbildung/Huetter© FORUM Umweltbildung/Huetter© FORUM Umweltbildung/Huetter© FORUM Umweltbildung/Huetter© FORUM Umweltbildung/Huetter© FORUM Umweltbildung/Huetter© FORUM Umweltbildung/Huetter© FORUM Umweltbildung/Huetter© FORUM Umweltbildung/Huetter© FORUM Umweltbildung/Huetter© FORUM Umweltbildung/Huetter© FORUM Umweltbildung/Huetter© FORUM Umweltbildung/Huetter
© FORUM Umweltbildung/Huetter
© FORUM Umweltbildung/Huetter
© FORUM Umweltbildung/Huetter
© FORUM Umweltbildung/Huetter
© FORUM Umweltbildung/Huetter
© FORUM Umweltbildung/Huetter
© FORUM Umweltbildung/Huetter
© FORUM Umweltbildung/Huetter
© FORUM Umweltbildung/Huetter
© FORUM Umweltbildung/Huetter
© FORUM Umweltbildung/Huetter
© FORUM Umweltbildung/Huetter
© FORUM Umweltbildung/Huetter
© FORUM Umweltbildung/Huetter
© FORUM Umweltbildung/Huetter
© FORUM Umweltbildung/Huetter
© FORUM Umweltbildung/Huetter
© FORUM Umweltbildung/Huetter
© FORUM Umweltbildung/Huetter
© FORUM Umweltbildung/Huetter
© FORUM Umweltbildung/Huetter
© FORUM Umweltbildung/Huetter
© FORUM Umweltbildung/Huetter
© FORUM Umweltbildung/Huetter
© FORUM Umweltbildung/Huetter
© FORUM Umweltbildung/Huetter
© FORUM Umweltbildung/Huetter
© FORUM Umweltbildung/Huetter
© FORUM Umweltbildung/Huetter
© FORUM Umweltbildung/Huetter
© FORUM Umweltbildung/Huetter

Nachlese und Broschüre

Coverbild der Broschüre © FORUM Umweltbildung

Die Auszeichnung „Bildung für nachhaltige Entwicklung – BEST OF AUSTRIA“ wurde heuer an 15 herausragende Projekte vergeben. Lesen Sie alles zur Vernetzungs- und Auszeichnungsveranstaltung in unserer Nachlese und blättern Sie durch die Broschüre mit allen Projekteinreichungen 2018!

Nachlese

Broschüre 2018

Immer gut informiert mit unserem Newsletter, jetzt anmelden:




Weitere Websites des FORUM Umweltbildung

Logo Bildungslandkarte © FORUM Umweltbildung
Logo Bildungsförderungsfonds © FORUM Umweltbildung
Praxismaterialien © FORUM Umweltbildung
Cover Roadmap Weltaktionsprogramm © UNESCO
Cover Future Lectures © FORUM Umweltbildung
Logo CO2-Rechner © FORUM Umweltbildung
© FORUM Umweltbildung