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Buch: WeQ more than IQ - Abschied von der Ich-Kultur

Cover WeQ © oekom Verlag
© oekom Verlag

Peter Spiegel spürt in seinem neuen Buch „WeQ – More than IQ“ einem Kulturwechsel nach. Er beschreibt einen Wandel vom Zeitalter der Ich-Kultur hin zu eine gemeinwohlorientierten Wir-Kultur. Diesen Wandel zur Wir-Kultur zu gestalten, sei laut Spiegel die wichtigste Aufgabe, die vor uns liegt.

Ein ganzes Jahrhundert lang prägten Ich-Qualitäten (IQ) unsere Vorstellungen von Erfolg. Peter Spiegel widmet sich in seinem Buch dem Abschied dieser Ich-Kultur, die rein auf das Eigenwohl beschränkt ist und läutet den Weg zum Durchbruch der Wir-Kultur ein.

Motor für Veränderung

Immer mehr Menschen verabschieden sich aus der Welt der Ich-Kultur und entwickeln stattdessen gemeinsam Innovationen, arbeiten in Communities und entwickeln Infrastrukturen einer Wir-Kultur. Wir-Qualitäten, so Spiegel, seien der „Motor für Veränderung“, weil sie Teamorientierung und soziale Innovation fördern und die Möglichkeit schaffen, Herausforderungen gemeinschaftlich anzugehen. Der Autor ist der Überzeugung, dass ein Mehr an Wir-Kultur nicht nur Gemeinschaften stärkt, sondern auch die demokratische Kultur belebt, in dem sie die gesellschaftliche Beteiligung an gemeinschaftlichen Prozessen und Entscheidungen fördert und so sozialen und kulturellen Wandel vorantreibt.

„WeQ-Orientierung ist nicht nur ökologisch und sozial deutlich nachhaltiger, sondern auch intelligenter, kreativer, leistungsstärker und in einem umfassenden Wortsinne bereichernder“. Spiegel bringt seine Ansicht klar auf den Punkt. Die Wir-Kultur soll die Qualität der Kommunikation, Interaktion und Kollaboration ins Zentrum der Bedeutung rücken. An den im Buch genannten Beispielen gemessen, ist die Wir-Kultur schon in vollem Gange. Neben Wikipedia als Plattform kollektiven Wissensmanagements, greift Spiegel das Beispiel Open Source auf, das von aktiver Mit- und Weiterentwicklung lebt. Auch Co-Creation leistet laut Spiegel seinen Beitrag zur WeQ Revolution: KundInnen können ihre ethischen und individuellen Ansprüche in die Entwicklung von Produkten mit einfließen lassen und so zu MitentwicklerInnen werden. Auch Social Entrepreneurship, Design Thinking und Sharing Economy wären gelebte Beispiele des WeQ Konzeptes.

WeQ als Bildungsrevolution

Laut Peter Spiegel ist „[d]as Lernen der Wir-Qualitäten […] das Herz der WeQ-Revolution, weil sie jeden Menschen mit den zentralen Fähigkeiten ausstattet, die er in diesem neuen Zeitalter braucht.“ Verantwortungsgefühl, Engagement und kooperative Gestaltungslust stärken sowohl den lebenspraktischen Bezug als auch die Handlungskompetenzen von Menschen. Wie auch im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung steht nicht die Wissensvermittlung im Vordergrund. Viel wichtiger sei die Vermittlung von Gestaltungskompetenzen, welche die persönlichen Werte und Eigeninitiative ins Zentrum des Lernprozesses stellen und zu Reflexionsfähigkeit, kritischem Umgang mit Information, Kooperation und Achtsamkeit ermutigen.

Megatrend und Zukunftsvision

Peter Spiegel zeichnet mit seinem Werk eine dringend benötigte, positive Zukunftsvision und versucht mit allen Mitteln die WeQ Philosophie zum Megatrend zu stilisieren. Er hat es geschafft spannende Initiativen der Gegenwart unter die Lupe zu nehmen und sie mit einem neuen Etikett - dem WeQ Etikett - zu versehen. Ob das wirklich ausreichend ist, um einen Wandel hin zu nachhaltigeren Gesellschaften voranzutreiben, bleibt offen.
Das Buch eignet sich trotzdem für all jene Menschen, die in der Geschwindigkeit des Alltags nach Alternativen suchen, sich eine lebenswerte Zukunft wünschen und noch Inspiration und Mut brauchen. Ein Buch das aktuelle Trends und Gemeinwohl-orientierte Initiativen vor den Vorhang holt und Hoffnung macht.

Inhaltsverzeichnis

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Peter Spiegel
WeQ More than IQ. Abschied von der Ich-Kultur.
oekom verlag, München 2015
131 S., EUR 13,40
ISBN: 978-3-86581-752-5

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