Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Geschichten in der Natur

© Stefan Nohel

Durch Geschichten von Naturgegenständen Achtsamkeit, Verständnis und Verantwortung vermitteln.

Um Kontakt zur Natur aufzubauen, findet wöchentlich ein Waldtag statt. Diese Methode beschäftigt sich mit Gegenständen aus der Natur. In einem Morgenkreis wird eine Geschichte zu einem Naturgegenstand erzählt, welchen ein Kind vorab im Wald gefunden und ausgewählt hat. Anhand der erzählten Geschichte sowie Fragen und Bemerkungen der Lerngruppe, werden unterschiedliche Aspekte der Natur mit Aspekten der Stadt verglichen.


ABLAUF

Einstieg

Die Lerngruppe befindet sich im Wald. Vorab wird ein Kind von der pädagogischen Fachkraft gefragt, ob es für den heutigen Morgenkreis einen Gegenstand aus dem Wald suchen möchte.
Mit dem jeweils gängigen Ritual werden die Kinder in den Morgenkreis geholt. Im Kreis fragt die*der Pädagog*in die Lernenden, ob sie schon wissen, welches Kind heute einen Gegenstand gefunden hat. Er*sie lässt die Kinder raten und sich anschließend vom entsprechenden Kind den Gegenstand geben. Danach geht die pädagogische Fachkraft im Kreis, sodass alle Lernenden den Naturgegenstand gut sehen können. Im Plenum wird kurz besprochen, um was für einen Gegenstand es sich handelt. 



Eine Geschichte aus dem Wald

Nun sitzen alle gemütlich im Kreis und die pädagogische Fachkraft beginnt, eine Geschichte zum Naturgegenstand zu erzählen. In der Geschichte soll sowohl die Umgebung des Waldes, als auch die Umgebung einer Stadt thematisiert werden.

Eine Geschichte am Beispiel eines Steins:
Dieser kleine graue Stein lag nicht immer im Waldbach. Früher war er einmal in einem kleinen Fluss in der Stadt. Dort gefiel es ihm aber nicht so gut. Das Wasser war dort nicht so klar und nicht so frisch wie im Wald. Immer wieder schwammen komische Sachen vorbei. Die Menschen nennen diese Sachen „Müll“. Niemand in dem Fluss mochte diesen Müll. Die Fische mochten ihn nicht, die Enten mochten ihn nicht und auch der kleine graue Stein mochte den Müll nicht. Deshalb beschloss der Stein, sich einen anderen Platz zu suchen. Er hüpfte vom Boden auf und ließ sich mit vom Fluss mitnehmen. Auf seiner Reise fragte er die Fische, ob es einen Ort gibt, an dem kein Müll herumschwimmt. Manche Fische kannten keinen solchen Ort, aber manche Fische erzählten von Flüssen in Wäldern, in denen das Wasser klar und rein war. Da wollte der Stein hin. Er ließ sich also vom Fluss mitnehmen. Er schwamm und schwamm und schwamm, bis er irgendwann bemerkte, dass er schon lange keinen Müll mehr gesehen hatte. Er schaute sich um und sah, dass das Wasser ganz klar und frisch war. Dann schaute er nach oben und sah keine Hochhäuser mehr, sondern nur den blauen Himmel und viele grüne Bäume. Jetzt wusste er, dass er im Waldbach angekommen war und freute sich sehr.



Reflexion

Nach der erzählten Geschichte wird eine angeleitete Diskussion unter den Kindern geführt. Die Lernenden teilen ihre Gedanken und Erfahrungen, passend zur Thematik der Geschichte. Mögliche Fragen für die Reflexionsrunde (für die Geschichte am Beispiel eines Steins):
  • Wer hat schon einmal Müll in einem Bach gesehen?
  • Wer hat schon einmal Müll auf der Straße gesehen?
  • Warum ist es schlecht, wenn Müll in der Natur liegt?
  • Wer sollte darauf achten, dass die Natur sauber bleibt?
  • Wie können wir dabei helfen, dass die Natur sauber bleibt?



Abschluss

Abschließend wird der gefundene Gegenstand wieder dem Kind gegeben, welches ihn ausgewählt hat. Der Gegenstand wird wieder auf seinen Platz in der Natur zurückgelegt. Die anderen Kinder können dabei mitkommen oder wieder ins freie Spiel starten.



Kompetenzorientierte Lernziele

  • Die Lernenden erweitern ihren Wortschatz.
  • Die Lernenden sammeln Wissen über die Umwelt.
  • Die Lernenden hören einander aufmerksam zu.
  • Die Lernenden übernehmen Verantwortung, indem sie sorgsam mit einem Naturgegenstand umgehen.
  • Die Lernenden übernehmen Verantwortung, indem sie einen Naturgegenstand nach Verwendung wieder an den gefunden Platz zurückbringen.

Besondere Hinweise

Bei älteren Lernenden kann die Geschichte auch vom Kind selbst erzählt werden.

In der Geschichte sollte die Umgebung des Waldes mit der Umgebung der Stadt in Kontrast gesetzt werden. Es sollte ein Aspekt der Stadt gewählt werden, über den die Kinder anschließend noch diskutieren können, wie beispielsweise Lautstärke, Luftqualität, Abfall, Mobilität oder Lebensraum.

Quellen

Eingereicht von Magdalena Frick im Rahmen des Umweltzeichen-Wettbewerbs „Achtsam durch die (Kindergarten-)Welt“

Zuletzt aktualisiert: 2020-09-15

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Altersgruppen:

<6

Dauer:

<30 Min.

Themenbereiche:

Sprache, Lebensraum

Verwendete Methoden:

Geschichten erzählen
Diskussion
Reflexion

Geeignet für:

  • außerschulische Bildungsarbeit

Benötigte Materialien:

  • Beliebige Materialien aus dem Wald

Dieses Material wurde zur Verfügung gestellt von:


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