Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Vom Rezept zum Produkt

© FH JOANNEUM Gesellschaft mbH

Bei diesem Umsetzungsvorschlag geht es darum, dass die Lernenden konkrete Produkte entwickeln. Kreativität sowie grundlegende küchentechnische Kenntnisse sind von Vorteil. Es werden in erster Linie Produkte kreiert, welche die Ergebnisse der vorangehenden Umsetzungsvorschläge berücksichtigen. Dabei werden Rezepturen erarbeitet oder Rezepturen von bereits vorhandenen Produkten abgeändert oder optimiert (siehe Anhang). Auf die Rezeptentwicklung folgen der Einkauf aller Zutaten und die ersten Produktionsversuche. Jeder Produktionsversuch wird mittels eines Laborprotokolls dokumentiert, um diesen reproduzieren zu können. Im Anschluss werden die ersten Prototypen verkostet und einer Akzeptanzprüfung (siehe Umsetzungsvorschlag „Mit allen Sinnen“) unterzogen.


ABLAUF

Gruppeneinteilung

Die Lehrperson erklärt den Jugendlichen den Arbeitsauftrag. Danach werden Gruppen von 3 bis 4 Personen gebildet.


Produktkreation

Jede Gruppe soll anhand der Ergebnisse der vorangehenden Umsetzungsvorschläge ein Produkt kreieren, welches den Anforderungen ihrer Meinung nach gerecht wird. Daraufhin erfolgt eine Internetrecherche über bereits vorhandene Rezepturen oder es werden selbst Rezepte kreiert (grundlegendes küchentechnisches Know-how von Vorteil). Ebenso können auch vorhandene Rezepturen von Produkten ausgeteilt und diese anhand der Anforderungen abgeändert werden (siehe M10 - Rezepte). Die Lernenden erstellen eine Zutatenliste sowie eine Liste für benötigte Arbeitsmaterialien.

Downloads für diese Phase:
M 10 - Rezepte


Einkauf und Produktion

Die Jugendlichen sind im Vorhinein über die Hygienevorschriften der jeweiligen Küche zu informieren und auf geeignete Kochkleidung hinzuweisen. Die Zubereitung der Produkte wird im Plenum kurz durchbesprochen. Im nächsten Schritt sollen die Jugendlichen die Zutaten für ihre Produkte besorgen und den Kassabeleg aufbewahren. Die Zutaten können auch von der Lehrperson besorgt bzw. bestellt werden. Die Jugendlichen bereiten nun alles für den Produktionsversuch vor (z.B.: alle Zutaten auswiegen, Geräte und Geschirr richten). Die einzelnen Schritte des Produktionsversuches werden im Versuchsprotokoll (M10-2) festgehalten. Hierzu empfiehlt sich in jeder Gruppe eine schriftführende Person zu ernennen, die alle Vorgänge notiert (wie z.B. Zubereitungszeit einzelner Schritte, welche Geräte werden verwendet, Temperatur bei Backvorgängen).
Nach dem Produktionsversuch wird alles gereinigt und die Küche wieder ordnungsgemäß hinterlassen.

Downloads für diese Phase:
M10-2 Versuchsprotokoll


Präsentation und Verkostung

Im Anschluss werden die Ergebnisse der einzelnen Produkte und Erkenntnisse aus der Produktion (siehe M10-2 Versuchsprotokoll) vor der Klasse präsentiert und gemeinsam verkostet sowie einem Akzeptanztest unterzogen (siehe Umsetzungsvorschlag „Mit
allen Sinnen“). Je nach Gesamtgröße der Projektgruppe kann entschieden werden ob ein oder mehrere Produkte weiterentwickelt werden. Für die Produktoptimierung steht überdies Umsetzungsvorschlag „Experimentieren & Messen“ zur Verfügung. Das fertige Produkt kann dann nochmals mit den Anforderungen aus dem Umsetzungsvorschlag „Wünsch dir was“ verglichen werden.



Kompetenzorientierte Lernziele

  • Die Lernenden sind in der Lage anhand des Anforderungskataloges Produkte selbst zu kreieren und Rezepte zu entwickeln oder vorhandene Rezepte abzuändern und zu optimieren.
  • Die Lernenden sind in der Lage jeden Produktionsversuch mittels Versuchsprotokoll zu dokumentieren, um bereits erprobte Rezepturen reproduzieren zu können.
  • Die Lernenden sind in der Lage im Internet gezielt nach Hintergrundinformationen zu recherchieren.

Konnex zum Lehrplan


Haushaltsökonomie und Ernährung
  • Ausgehend von der zentralen Bedeutung des Haushaltes, wobei jener in seiner Gesamtheit als Versorgungs-, Wirtschafts- und Sozialbereich zu verstehen ist, sollen Schülerinnen und Schüler zu bedarfsorientiertem, eigenverantwortlichem und effizientem Management motiviert werden. Ziel ist, Lebens- und Ernährungsgewohnheiten zu reflektieren, um gesundheitsförderndes und umweltbewusstes Handeln im Sinne von Prävention und Nachhaltigkeit zu bewirken.
  • Die Vermittlung von Grundlagen des Konsumentenrechts, von Markt- und Werbestrategien sowie von Produktkennzeichnung soll die Entwicklung von Schülerinnen und Schülern zu mündigen Konsumentinnen und Konsumenten unterstützen.
  • Ressourcen verantwortungsbewusst managen
  • Sich vollwertig und nachhaltig ernähren

Besondere Hinweise

Es sollten zuvor zumindest zwei Umsetzungsvorschläge, jeweils ein Umsetzungsvorschlag der Kategorie 1 bzw. 2, durchgeführt worden sein und die Ergebnisse aufbereitet vorliegen.

Kategorie 1:
"Essen - eine Dreiecksgeschichte"
"Fotos sprechen lassen"
"Ich esse gerne ... und du?"
"7 Tage - Meine Ernährung unter der Lupe"
"Fast Food für alle"

Kategorie 2:
"Unser Avatar is(s)t ..."
"Wünsch dir was!"
"Mit allen Sinnen - Basismodul"
"Mit allen Sinnen - Vertiefungsmodul"

Wird ein Produkt wiederholt zubereitet, dann sollten die Zutaten derselben Herstellerfirmen verwendet werden, damit eine möglichst gleichbleibende Produktqualität erreicht wird.
Die Möglichkeit die selbst entwickelten Produkte bei schulbezogenen Veranstaltungen zu präsentieren, ist für die Jugendlichen eine große Motivation.

Quellen

Praxismappe: Jugendliche entwickeln Lebensmittelprodukte
(FH JOANNEUM Graz in Zusammenarbeit mit Umweltdachverband gGmbH)

Zuletzt aktualisiert: 2020-01-10

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Altersgruppen:

15+

Dauer:

1/2 Tag

Themenbereiche:

Gesundheit

Verwendete Methoden:

Gruppenarbeit
Internetrecherche
Protokoll (Versuchsprotokoll)
Präsentation

Geeignet für:

  • Schule

Benötigte Materialien:

  • M10-2 – Versuchsprotokoll
  • Ergebnisse der vorherigen Umsetzungsvorschläge
  • PC/Tablett/Smartphone mit Internetzugang
  • Voll ausgestattete Küche

Download des gesamten Materials:

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Methodenbeschreibung: