Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

FAST FOOD FÜR ALLE

© FH JOANNEUM Gesellschaft mbH

„Fast Food für alle“ ist eine Hypothese, die davon ausgeht, dass allen Jugendlichen Fast Food wichtig ist. Eine Hypothese ist eine unbewiesene Aussage oder Annahme, deren Gültigkeit man fürmöglich hält, die aber noch zu beweisen ist. Hypothesen helfen uns, Hinweise zum Ernährungsverhalten, zum Ernährungsalltag und zu den Bedürfnissen einer Zielgruppe zu sammeln. Um herauszufinden, ob eine Hypothese stimmt, wendet man bestimmte Hilfsmittel bzw. wissenschaftliche Methoden an z.B. Photovoice (siehe Umsetzungsvorschlag „Fotos sprechen lassen“) oder Ernährungstagebuch (siehe Umsetzungsvorschlag „7 Tage – meine Ernährung unter der Lupe“). Eine Hypothese könnte zum Beispiel die Aussage sein, dass die meisten Schülerinnen und Schüler einer Klasse zu viele Süßigkeiten konsumieren. Diese Hypothese könnte dann mithilfe von Ernährungstagebüchern überprüft werden. Nach einer allgemeinen Einführung über das Ernährungsverhalten von Jugendlichen (z.B. basierend auf dem Material M5-1) sollen die Jugendlichen Hypothesen über das Ernährungsverhalten einer bestimmten Zielgruppe erstellen. Dabei sammeln die Lernenden zuerst alleine Ideen für Hypothesen, dann werden die Ideen präsentiert und diskutiert. Wenn es zeitlich möglich ist, wird eine geeignete Methode gefunden, um die Hypothese zu überprüfen. Dabei sollte bedacht werden, ob die Hypothese in einem bestimmten Zeitraum anhand der Methode bearbeitet werden kann.


ABLAUF

Einstieg

Die Lehrperson teilt den Lernenden einen Text zum Ernährungsverhalten von Jugendlichen (z.B. M5-1) aus und erteilt den Auftrag diesen in Einzelarbeit durchzulesen.
Danach erläutert die Lehrperson den Schwerpunkt der Unterrichtseinheit (kurzer Input zum Thema „Hypothesen“ – siehe Kurzbeschreibung).

Downloads für diese Phase:
M5-1 Infoblatt Jugendlicher Umgang mit Lebensmitteln


Zielgruppe bestimmen

Anschließend wird gemeinsam mit den Lernenden die Zielgruppe für die Ernährungshypothesen festgelegt. Das können beispielsweise Schülerinnen und Schüler der eigenen Klasse oder einer bestimmten Altersstufe (z.B.: 10-12 Jährige) sein.


Hypothesen formulieren

Die Lernenden gehen in Gruppen von 3-4 Personen zusammen und formulieren gemeinsam Hypothesen zum Ernährungsverhalten, zum Ernährungsalltag und zu den Bedürfnissen ihrer Zielgruppe. Besonders hilfreich sind Hypothesen, die nicht nur einen Zusammenhang, sondern auch eine Bedingung oder Richtung beinhalten
z.B.
• „Je kürzer die Pausen sind, desto wichtiger ist ein energiereicher und
rascher Snack.“
• „Wenn sich Jugendliche wacher und fitter fühlen wollen, dann konsumieren sie Energy Drinks.“

Die erste Annahme weist mit ihrer „Je-Desto-Aussage“ auf einen Zusammenhang hin, die zweite zeigt durch die „Wenn-Dann-Aussage“ eine Bedingung an. Die Hypothesen werden auf einem Plakat festgehalten.


Ergebnispräsentation

Die Hypothesen werden präsentiert und diskutiert. Dabei soll kritisch hinterfragt werden, ob die Hypothesen verständlich, nachvollziehbar und realistisch sind.
Wenn Zeit bleibt, werden Vorschläge für Methoden gesammelt, wie man die Hypothesen überprüfen kann.


Blitzlichtrunde

In einer Blitzlichtrunde werden abschließend die wesentlichsten Merkmale der Zielgruppe zusammengefasst.



Kompetenzorientierte Lernziele

  • Die Lernenden sind in der Lage eine Hypothese über das Ernährungsverhalten oder eine andere Aufgabenstellung zu formulieren.
  • Die Lernenden sind in der Lage passende Hilfsmittel zur Überprüfung der Hypothese zu finden.

Konnex zum Lehrplan


Deutsch
  • Informationen aufnehmen und verarbeiten
Mathematik
  • Fähigkeit zum Argumentieren, Kritisieren und Urteilen; Behauptungen müssen begründet werden; Deutung und Dokumentation von Ergebnissen
Haushaltsökonomie und Ernährung
  • Haushaltsökonomie und Ernährung versteht sich als multidisziplinärer Unterrichtsgegenstand, deshalb bieten sich fächerübergreifende Aufgabenstellungen zur Förderung der Vernetzungskompetenz an.
  • Ziel ist, Lebens- und Ernährungsgewohnheiten zu reflektieren, um gesundheitsförderndes und umweltbewusstes Handeln im Sinne von Prävention und Nachhaltigkeit zu bewirken.
  • Das eigene Essverhalten erkennen, reflektieren und bewerten

Besondere Hinweise

Idealerweise wird im Vorfeld der Fokusgruppe der Umsetzungsvorschlag „7 Tage - meine Ernährung unter der Lupe“ durchgeführt.

Quellen

Praxismappe: Jugendliche entwickeln Lebensmittelprodukte
(FH JOANNEUM Graz in Zusammenarbeit mit Umweltdachverband gGmbH)

Zuletzt aktualisiert: 2019-12-12

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Altersgruppen:

15+

Dauer:

mehrere Tage

Themenbereiche:

Gesundheit

Verwendete Methoden:

Gruppenarbeit
Protokoll (Ernährungstagebuch)
Lesen eines Textes
Präsentation

Geeignet für:

  • Schule

Benötigte Materialien:

  • Plakat-Papier und -Stifte
  • M5-1 Infoblatt Jugendlicher Umgang mit Lebensmitteln

Download des gesamten Materials:

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Dieses Material wurde zur Verfügung gestellt von:


Weitere Umsetzungsvorschläge zum Thema Gesundheit:

 Mein Handy und ich
 Energiehaushalt
 Lesebuch Nachhaltigkeit - Nur noch kurz die Welt retten


Methodenbeschreibung: