Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Free your mind!

© Andreas Hermsdorf / PIXELIO

Im vollbepackten Schulalltag ist der Kopf manchmal mit allen möglichen Dingen voll. Neben den schulischen Aufgaben und Herausforderungen kommen dann auch noch persönliche hinzu. Wohin mit all den Gedanken und Gefühlen? Die Lernenden lernen eine neue Methode kennen, das Freewriting, die dazu dient, Gedanken zu einem bestimmten Thema oder einer Fragestellung zu Papier zu bringen und anschließend zu ordnen. Genau sieben Minuten lang wird der Stift nicht abgesetzt und alles notiert was so im Kopf herumschwirrt. Welche Gedanken davon sind wichtig, welche kann ich erstmal beiseite geben und was davon möchte ich vielleicht mit anderen teilen? Freewriting kann für verschiedenste Fragestellungen verwendet werden und sowohl im Schulalltag als auch privat zu Hause zum Einsatz kommen.


ABLAUF

Freewriting

Die Lehrperson stellt den Lernenden die einleitende Frage: „Wann fühle ich mich so richtig glücklich?“ (Als Alternative können die Themen Zukunft, Freiheit, Mut behandelt werden [Fragen dazu siehe M 13]) Die Lernenden werden aufgefordert, die Frage auf sich wirken zu lassen und ihre Gedanken mittels Freewriting-Methode (M 13) festzuhalten. Die Lernenden schreiben 7 Minuten lang ohne abzusetzen oder etwas durchzustreichen. Sie schreiben alles auf, was ihnen durch den Kopf geht. Einzige Regel ist, dass während der vorgegebenen Zeit immer weiter geschrieben wird. Fällt einem gerade nichts ein, schreibt man einfach das letzte Wort bei dem man gerade hängt, so oft, bis man wieder einen neuen Gedanken hat. Sprachliche, inhaltliche oder formale Regeln sind dabei zu vernachlässigen. Sinn und Zweck der Übung ist es, die eigenen Gedanken festzuhalten und anschließend zu reflektieren. Das Geschriebene muss niemandem gezeigt werden außer man möchte das. Alle Lernenden beginnen gleichzeitig zu schreiben, nach 7 Minuten läutet der Wecker und alle haben noch die Möglichkeit den gerade angefangenen Satz zu beenden.

Downloads für diese Phase:
M13 - Erklärung Methode Freewriting


Partnerarbeit

Im Anschluss sollen sich die Lernenden mit dem/der Sitznachbar/in kurz über die Übung austauschen. Mögliche Reflexionsfragen: Wie ist es euch beim Freewriting ergangen? Konntet ihr gedanklich beim Thema bleiben? Wie schwer/leicht ist es über Glück nachzudenken? Habt ihr einen konkreten Moment beschrieben oder allgemein über das Thema Glück reflektiert?


Selbstreflexion

Als nächsten Schritt sollen sich die Lernenden das Geschriebene nochmal durchlesen und genau ein Wort oder einen Satz anstreichen, das/den sie für besonders wichtig erachten. Das kann alles Mögliche sein, ein Name, eine Aktion, eine Begebenheit, einOrt, eine Aussage, ein Gefühl etc. Dieses Wort oder der Satz könnte als Überschrift oder Schlagwort für ihre Freewriting-Geschichte dienen. Anschließend wird der geschriebene Text mit drei Farben markiert. Die Lernenden sollen mit einem roten Stift all jenes markieren, das sie für wichtig erachten. Grün ist neutral und signalisiert, dass ich etwas für später aufheben möchte, und blau kann alles unterstrichen werden, das unwichtig ist und nicht mehr benötigt wird.


Gruppenreflexion

Am Ende der Stunde kann mittels der Methode „Blitzlicht“ ein Stimmungsbild eingeholt werden. Falls Zeit und Raum vorhanden ist, setzen/stellen sich die Lernenden dazu in einem Kreis auf. Die Lehrperson wählt gemeinsam mit den Lernenden einen weichen Gegenstand, der gut geworfen werden kann (z.B.: Polster, Federpenal, Schwamm, kleiner Ball) und stellt anschließend eine Reflexionsfrage. Der Gegenstand wird willkürlich einer Person zugeworfen, die sich daraufhin ganz kurz mit einem Satz („Blitzlicht“) zu der Frage äußert und anschließend den Gegenstand weiter wirft. Dies kann wiederholt werden, bis alle einmal dran waren, oder die Stunde aus ist. Je nach Zeitressourcen können auch mehrere Reflexionsfragen gestellt werden:

  • Was könnt ihr von der Methode des Freewritings mitnehmen? Wie ist es euch damit gegangen? Was habt ihr bemerkt?
  • Wer möchte, kann nun die Überschrift/das Schlagwort zu seiner Freewriting-Geschichte oder auch jenes, das als wichtig, neutraloder unwichtig markiert wurde, mit den anderen teilen.
Kurzvariante: Methode Blitzlicht: Die Lehrperson stellt eine Reflexionsfrage (z. B.: „Was nehmt ihr euch aus der heutigen Stunde mit?“). Wer möchte, kann ein kurzes Statement dazu abgeben.



Kompetenzorientierte Lernziele

  • Die Lernenden sind in der Lage die Methode des "freewritings" anzuwenden, um kreative Schreibprozesse in Gang zu setzen.
  • Die Lernenden sind in der Lage eigene Gedanken in Worte zu fassen und anschließend darüber zu reflektieren.
  • Die Lernenden sind in der Lage Gedanken, Wünsche und Bedürfnisse zu einer bestimmten Fragestellung zu formulieren und diese anschließend mit anderen zu diskutieren.

Zuletzt aktualisiert: 2016-05-18

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Altersgruppen:

15+

Dauer:

<60 Min.

Themenbereiche:

Sprache, Kreativität

Verwendete Methoden:

Freewriting
Partnerarbeit
Gruppenreflexion

Geeignet für:

  • Schule
  • außerschulische Jugendarbeit

Benötigte Materialien:

  • M 13 – Erklärung „Methode Freewriting“
  • 1 weißes A4-Blatt Papier/Person
  • ein roter Stift/Person
  • ein blauer Stift/Person
  • ein grüner Stift/Person
  • ein weicher Gegenstand (z.B. Polster)
  • Wecker (z.B. Handy)

Download des gesamten Materials:

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Dieses Material wurde zur Verfügung gestellt von:

FORUM Umweltbildung
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