Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Eine Gemeinwohlmatrix für unsere ÜFA

Die Gemeinwohlökonomie stellt ein alternatives Wirtschaftsmodell dar, welches auf den
Werten Menschenwürde, Mitgefühl, Solidarität, Gerechtigkeit, ökologische Verantwortung
und Demokratie aufbaut. Die Gewinnmaxime von Unternehmen wird von jener der Gemeinwohlsteigerung abgelöst. Unternehmen erstellen Gemeinwohlbilanzen, die ihre Beiträge
zum Gemeinwohl messen. Jeder Beitrag eines Unternehmens wird mit Punkten bewertet.
Bei Erfüllung von Negativ-Kriterien (z.B. für grobe Verstöße gegen Umweltauflagen), können
die Unternehmen auch Minus-Punkte erhalten. Mit Hilfe der Gemeinwohlbilanz wird also
gemessen, ob und wie ein Unternehmen zum Gemeinwohl beiträgt. Die Gemeinwohl-Matrix
dient zur Visualisierung der 17 Bilanz-Indikatoren.
Die Lerneinheit dient dazu, den Lernenden Einblick in die Erstellung von Gemeinwohlberichten
zu geben sowie die eigene Übungsfirmenarbeit anhand der Gemeinwohlmatrix kritisch
reflektieren zu können.


ABLAUF

Einstieg

Wiederholung mittels KaWa
Nachdem die Lernenden bereits Vorwissen zum Konzept der Gemeinwohlökonomie mitbringen, werden sie gebeten, ihre Assoziationen zu dem Begriff „Gemeinwohl“ in Form eines KaWa darzustellen und im Anschluss mit der Person neben ihnen zu besprechen und zu ergänzen.
(Dauer: 10 Minuten)


Arbeitsauftrag, Gruppeneinteilung
Die Pädagogin/ der Pädagoge notiert die Unternehmen, deren Gemeinwohlberichte analysiert werden können, an der Tafel und erklärt in Folge die Aufgabenstellung genauer. Die Pädagogin/ der Pädagoge teilt die Gruppen so ein, dass sich in jeder Gruppe ein Experte/ eine Expertin jeder Abteilung befindet. Weiters stellt sie die Unternehmen, deren Gemeinwohlberichte analysiert werden sollen, kurz vor. Jede Gruppe hat nun die Möglichkeit, ein Unternehmen auszuwählen und erhält daraufhin ein Exemplar des Gemeinwohlberichtes des ausgewählten Unternehmens in ausgedruckter und/oder digitaler Form.
(Dauer: 10 Minuten)


Erarbeitung

Gruppenarbeit: Rechercheauftrag
Die Lernenden sollen diesen nun in der Gruppe anhand des Analyseauftrages (M 09) untersuchen. Pro Gruppe sollte ein PC mit Internetzugang zur Verfügung stehen, so dass die Lernenden die Online-Version des Berichts nachschlagen und Zusatzinformationen (z.B. zu den GRI-Richtlinien) recherchieren können. Für die anschließende Kurz-Präsentation soll die Gruppe auf drei Leitfragen (siehe M 09 Punkt 2) eingehen und dafür vorbereitend Stichwörter auf Moderationskärtchen (drei verschiedene Farben) notieren.
(Dauer: 25 Minuten)


Präsentation
Jede Gruppe stellt nun ihren Bericht anhand der Leitfragen und mit Hilfe der Moderationskärtchen (an der Tafel/ Pinnwand) kurz den KollegInnen vor
(ca. 3 Min./Präsentation).
(Dauer: 15 Minuten)

Reflexion und ergänzender Input
Die Lernenden reflektieren im Plenum die gewonnen Erkenntnisse. Durch angeleitete Fragen und Anregungen seitens der Pädagogin/ des Pädagogen wird das Thema Gemeinwohlökonomie noch einmal mit den Lernenden besprochen und zusammengefasst.
(Dauer: 10 Minuten)

Ausarbeitung
Die Lernenden gehen in ihre Abteilungen zurück und erhalten von der Pädagogin/ dem Pädagoge ein Arbeitsblatt (M 10) sowie den Auftrag, eine Gemeinwohlmatrix für die ÜFA zu erstellen. Jede Abteilung soll einen zu ihrer Abteilung passenden Bereich der Gemeinwohlmatrix ausarbeiten (z.B. Abteilung Einkauf – A) LieferantInnen). Im ersten Schritt analysiert die Abteilung bestimmte Punkte der Gemeinwohlmatrix und versucht möglichst viele passende Informationen dazu ausfindig zu machen. Im zweiten Schritt sollen mögliche Maßnahmen definiert werden, wie sich die ÜFA zukünftig in diesem Bereich verbessern könnte.
(Dauer: 30 Minuten)

Downloads für diese Phase:
Gemeinwohlmatrix AB Analyse
Gemeinwohlmatrix AB Matrix


Abschluss

Zur Reflexion dient die Methode One Minute Paper. Die Lernenden erhalten ein leeres Blatt Papier in Form einer Postkarte. Ihre Aufgabe ist es nun, eine kurze Mitteilung an die Geschäftsführung der ÜFA zu schreiben. Die Lernenden sollen darin eine persönliche Stellungnahme zu dem Thema Gemeinwohlökonomie abgeben. Die Postkarten werden von der Pädagogin/ dem Pädagogen eingesammelt und können zu einem späteren Zeitpunkt besprochen werden.


Zusatz

Eine Abteilung (z.B. Marketing, Sekretariat, Assistenz der Geschäftsführung) fasst die erarbeiteten Punkte des M14 in einer digitalen Matrix zusammen, druckt diese aus und hängt sie in der ÜFA/im BWZ auf. Die Phase kann je nach ÜFA-Struktur und Zeitressourcen individuell geplant werden. Ebenso kann die Gemeinwohlmatrix Stakeholdern,
z.B. der Direktion, anderen Übungsfirmen der Schule, der Partnerfirma oder KundInnen (Aussendung) präsentiert werden.



Kompetenzorientierte Lernziele

  • Die Lernenden sind nach der Lerneinheit in der Lage die Struktur einer Gemeinwohlmatrix in eigenen Worten zu beschreiben.
  • Die Lernenden sind nach der Lerneinheit in der Lage ein Gemeinwohlkriterium für die Übungsfirma in einer Gruppe auszuarbeiten.
  • Die Lernenden sind nach der Lerneinheit in der Lage Gelerntes zu reflektieren und schriftlich zusammenzufassen.

Besondere Hinweise

zur Gemeinwohlökonomie: www.gemeinwohl-oekonomie.org

Zuletzt aktualisiert: 2015-03-10

 zurück zur vorigen Seite


Altersgruppen:

15+

Dauer:

1-3 Std.

Themenbereiche:

Lebensraum, Wirtschaft

Verwendete Methoden:

KaWa
One Minute Paper

Geeignet für:

  • Schule
  • außerschulische Jugendarbeit

Benötigte Materialien:

  • M 09 – Gemeinwohlmatrix AB Analyse (Download – siehe Seite 6)
  • M 10 – Gemeinwohlmatrix AB Matrix (Download – siehe Seite 6)
  • Gemeinwohlberichte ausgewählter Unternehmen (Link im Downloadbereich – siehe Seite 6)
  • je Gruppe ein PC/Laptop mit Internetzugang
  • Papier in Form einer Postkarte
  • Moderationskärtchen (bunt)
  • Flipchart-Papier und -Stifte
  • Tafel/Pinnwand
  • Magnete/Pinnnägel/Klebeband

Download des gesamten Materials:

 PDF anzeigen

Dieses Material wurde zur Verfügung gestellt von:

FORUM Umweltbildung
Homepage

Weitere Umsetzungsvorschläge zum Thema Nachhaltig Wirtschaften:

 ÜFA-Check: Wie nachhaltig wirtschaften wir?
 Ein nachhaltiges Geschäftsmodell für die ÜFA
 Mittendrin

Hintergrundinformation zum Thema Nachhaltig Wirtschaften

 

Methodenbeschreibung:

 One minute paper