Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

CO2 Aufstellung

© Michael Rittmeier / PIXELIO

Wie verkleinern wir unseren ökologischen Fußabdruck in punkto Ernährung? Die Kinder schätzen die Treibhausgas-Emissionen unserer Ernährung - von der Produktion bis hin zu Transportwegen - ein. Sie schlüpfen dabei selbst in die Rolle der einzelnen Produkte und Transportmöglichkeiten. Themen, die im Zuge dieses interaktiven und bewegungsorientierten Spiels angeschnitten werden, sind: Regionalität/Saisonalität, tierische und pflanzliche Produkte, Transportwege, Vertriebsformen und deren jeweiliger Umwelteinfluss.


ABLAUF

Einführendes Lehrgespräch, Brainstorming und Diskussion: Wir hinterlassen Spuren…

Als Vorbereitung kann mit den Kindern in Form eines kurzen Lehrgesprächs das Konzept des Ökologischen Fußabdrucks besprochen werden:

„Je nachdem was wir essen, wie wir uns bewegen, was wir kaufen und wie wir wohnen hinterlassen wir unterschiedlich große „Spuren“ auf der Erde. Wenn alle Menschen so leben würden wie wir (in der westlichen Welt) bräuchten wir drei Erdkugeln, um die Ressourcen/Rohstoffe für unseren Lebensstil der Erde zu entnehmen und die Emissionen/den Abfall (wie Treibhausgase) wieder abzubauen.“ (siehe Hintergrundinformationen Phase 1, weitere Ideen für Lehrgespräch)

Zur Veranschaulichung der vier Bereiche (Ernährung, Wohnen, Mobilität, Konsum) und ihres jeweiligen Anteils am Ökologischen Fußabdruck eignet sich am besten ein Tortendiagramm. Um den Kindern das Verständnis dieses komplexen Sachverhalts zu erleichtern, werden die vier Bereiche außerdem von Gegenständen symbolisiert - z.B. ein Apfel als Symbol für den Bereich Ernährung, ein Matchboxauto als Symbol für Mobilität, ein Handy als Symbol für unseren Konsum und eine Glühbirne als Symbol für den Bereich Wohnen. Den Kindern wird die Frage gestellt, welche Beispiele ihnen zu den unterschiedlichen Bereichen noch einfallen (siehe Hintergrundinformationen Phase 1, Tortendiagramm).

Tipp: selbst gebastelte Fußspuren in unterschiedlichen Größen mitbringen, um die jeweiligen Anteile der vier Bereiche am gesamten Fußabdruck zu veranschaulichen.
Die Ernährung ist ein Bereich, der besonders große Spuren auf unserer Erde hinterlässt (siehe Tortendiagramm). Deshalb widmen wir uns in Folge vor allem diesem Bereich. In Form eines Brainstormings werden die Umweltauswirkungen der Ernährung gemeinsam mit den Kindern erarbeitet und auf einem Plakat bzw. auf der Tafel dargestellt (siehe Hintergrundinformationen Phase 1, Tortendiagramm). Anleitende Fragen unterstützen die Kinder im Brainstorming. Mögliche Thematiken dabei sind z.B:

a) Wie kommen die Lebensmittel vom Bauern zu uns nachhause?
--> Lange Transportwege von Lebensmitteln vs. regionale und saisonale Produkte, Verkehrsmittelwahl der KonsumentInnen beim Einkauf

b) Was fressen die Tiere? Brauchen Kühe mehr Futter als Menschen?
Habt ihr schon mal von Kühen mit Blähungen gehört? --> Konsum tierischer Produkte (Hoher Verbrauch von Futtermitteln und dadurch auch von Flächen für die Erzeugung tierischer Produkte, Methan-Ausstoß durch Verdauungsabläufe der Tiere) vs. pflanzlicher Produkte

c) Was braucht ein Acker (Futter f. die Tiere), damit darauf etwas wachsen kann?
--> Einsatz von Kunstdünger vs. biologische Landwirtschaft

d) etc.


Diese Einführung verhilft den SchülerInnen dazu ein Gefühl für die Bedeutung unserer natürlichen Umwelt für das menschliche Leben zu entwickeln, Verständnis für einen achtsamen Umgang mit natürlichen Ressourcen zu erlernen und komplexe Zusammenhänge zu erkennen. Je nach Wissensstand der Kinder kann hier an einem jeweils anderen Punkt angesetzt werden.

Downloads für diese Phase:
Hintergrundinfo CO2


Darstellung, Schätzung und Aufstellung im Raum – Was hinterlässt mehr und was weniger Spuren?

Wie können wir unseren Ökologischen Fußabdruck bei unserer Ernährung verkleinern? Darstellung am Beispiel der Treibhausgasemissionen für Transport, Vertrieb und Produktion von Lebensmitteln. Ausführlicher zum Zusammenhang zwischen ökologischem Fußabdruck und CO2-Emissionen siehe Hintergrundinformationen Phase 2.

1.) Wie gehen wir ins Geschäft?

Die Kinder überlegen sich unterschiedliche Möglichkeiten und stellen diese pantomimisch und unter Zuhilfenahme von „Requisiten“ (z.B. Hupe, Lenkrad, Gemüsesorten
etc.) dar: zum Beispiel:
• zu Fuß (kein CO2 Ausstoß)
• mit dem Rad (kein CO2 Ausstoß)
• mit Bus, Straßenbahn, U-Bahn, Bahn (niedriger bis mittelmäßiger CO2 Ausstoß – je nach genanntem Verkehrsmittel)
• mit dem Auto (hoher CO2 Ausstoß)

siehe Hintergrundinformationen Phase 2, Treibhausgasemissionen Verkehrsmittel

2.) Wie kommen die Lebensmittel ins Geschäft/Markt?
zum Beispiel:
• Direktvermarktung von BäuerInnen (niedriger CO2
Ausstoß)
• LKW (hoher CO2 Ausstoß)
• Flugzeug (sehr hoher CO2 Ausstoß) siehe Hintergrundinformationen Phase 2, Treibhausgasemissionen Verkehrsmittel

3.) Was essen wir?
Die Kinder nehmen sich Gemüse und Obst aus einem großen Korb sowie Bilder von Fleischwaren. Zur Auswahl stehen saisonale und regionale Produkte sowie
importierte Lebensmittel, die zur gegebenen Jahreszeit bei uns nicht (bzw. nur aus dem Glashaus) erhältlich sind. Zu jedem Lebensmittel gibt es ein beschriftetes
Kärtchen, damit die Kinder wissen worum es sich handelt (z.B. Paprika aus Ö).
zum Beispiel:
• saisonale Obst und Gemüsesorten (niedriger CO2 Ausstoß)
• importiertes Obst & Gemüse (hoher CO2 Ausstoß)
• Fleischwaren (sehr hoher CO2 Ausstoß)
siehe Hintergrundinformationen Phase 2, Treibhausgasemissionen Ernährung

Ablauf:

Bei allen drei Fragen ordnen sich die Kinder zunächst einer der Antwortgruppen zu (bei Frage 1 bildet sich z.B. eine Autogruppe, eine FußgängerInnengruppe etc.) und schätzen anschließend den Umwelteinfluss in Bezug auf den CO2 Ausstoß unserer Ernährung. Die jeweiligen Gruppen sprechen sich untereinander ab und stellen sich nacheinander an einer erdachten Linie im Raum auf. Am linken Ende dieser Linie steht eine Person (diese „Rolle“ eignet sich auch für die Vortragenden) mit blauem Hut und kleiner Sonne (blau=kühl), die einen niedrigen CO2 Ausstoß symbolisiert, am rechten Ende steht eine Person mit rotem Hut und großer Sonne (rot=warm), die einen hohen CO2 Ausstoß symbolisiert. Die Farben symbolisieren dabei, ob das Verkehrsmittel bzw. Lebensmittel mehr (rot) oder weniger (blau) zum anthropogenen Klimawandel beiträgt.
Nach der Aufstellung zu jeder Frage wird gemeinsam besprochen, ob die Anordnung der jeweiligen Gruppen an der Linie korrekt ist und warum. Umgekehrt wird gemeinsam versucht die Reihenfolge zu verändern, wenn etwas nicht stimmt. Dabei unterstützen sich die Gruppen gegenseitig.
(Daten und Fakten zum Thema Ernährung bzw. Verkehr siehe Hintergrundinformationen, Phase 2)
Nach diesem Spiel sollen SchülerInnen sich vor allem ihrer Selbstwirksamkeit sowie Alternativen und Veränderungsmöglichkeiten im Bereich Ernährung bewusst werden und Sachkenntnisse zu den jeweiligen Themengebieten (z.B. umweltfreundliche Mobilität/Ernährung) erlangt haben.


Verkostung & Abschlussrunde

Die Kinder dürfen sich aus dem Obst- und Gemüsekorb in der Mitte nehmen und nun alles verkosten.

Währenddessen fassen wir die Inhalte noch einmal gemeinsam zusammen, fragen nach besonders Interessantem und notieren „Aha-Erlebnisse“. Diese Einheit dient dazu die Inhalte für die SchülerInnen nochmal zu festigen.




Kompetenzorientierte Lernziele

  • kreatives Problemlösungsvermögen
  • Selbstwirksamkeit
  • Eigenverantwortung
  • Komplexitätsverständnis
  • systemisches Denken
  • Schulung des moralisch-ethischen Verständnisses

Konnex zum Lehrplan


Biologie
  • Verständnis für globale Zusammenhänge
  • Vertiefung des Wissens über Ökosysteme: Stoff- und Energiekreisläufe,
  • Kohlenstoffkreislauf, Umweltprobleme und deren Ursachen
  • Verständnis für Zusammenhänge von gesellschaftlichen Prozessen und
  • der natürlichen Umwelt
  • Kenntnis der Idee des ökologischen Fußabdrucks

Quellen

Einreichung im Zuge des Ideenewettbewerbs vom Österreichischen Umweltzeichen und ÖKOLOG "Nachhaltig Zukunft lehren" von Theresa Willerstorfer und Angela Gross

Zuletzt aktualisiert: 2016-05-20

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Altersgruppen:

6-10,11-14

Dauer:

1-3 Std.

Themenbereiche:

Naturwissenschaften, Gesundheit, Lebensraum

Verwendete Methoden:

Lehrgespräch
Brainstorming und Diskussion
pantomimische Darstellung sowie Schätzung der Umweltauswirkungen unterschiedliche Transportmöglichkeiten und Lebensmittel
Aufstellung im Raum

Geeignet für:

  • Schule
  • außerschulische Jugendarbeit

Benötigte Materialien:

  • 1 roter & 1 blauer Papierhut,
  • 1 kleine & 1 große Sonne aus Papier
  • kleine Auswahl (je nach Anzahl der Kinder) an verschiedenen Gemüse &
  • Obstsorten (saisonal/regional & importiert) mit Beschriftungen (z.B.
  • Paprika aus Ö); Bilder von Lebensmitteln, die nicht mitgebracht werden können (z.B. Fleischwaren)
  • 4 Gegenstände, die je einen Bereich den Ökologischen Fußabdrucks symbolisieren Fußabdrücke, z.B. aus Karton in
  • verschiedenen Größen
  • Requisiten für die pantomimische Darstellung von Verkehrsmitteln
  • (Fahrradklingel, Bild eines Busses, Schaffnerkappe, Hupe, etc.)

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