Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Recycle & Reduce

© Judith Lisser / PIXELIO

Der jährlich anfallende Abfall verursacht massive ökologische und soziale Probleme und Recycling kann den Druck auf die Systeme vermindern. Die SchülerInnen werden über die ökologischen Auswirkungen unseres Konsums aufgeklärt. Wir werden uns mit den Themen nachhaltiger Ressourcennutzung, Umwelt- und Naturschutz und nachhaltiges Alltagshandeln auseinandersetzten. Die SchülerInnen werden motiviert entgegen der wachsenden Wegwerfgesellschaft zu handeln und es werden alternative Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt.


ABLAUF

Bilder von Herstellungs- und Transportketten unterschiedlicher Verpackungen analysieren

Müll der Klasse und/oder der Schule einsammeln und in der Mitte der Klasse zusammentragen.

Bilder von Herstellungs- und Transportketten unterschiedlicher Verpackungen analysieren. Die zentrale Frage lautet: Was sollen SchülerInnen nach dieser Einheit können (Fähigkeiten/Fertigkeiten/Wissen)?
Die SchülerInnen erhalten Hinweise zur Abfallvermeidung und lernen das Prinzip der Nachhaltigkeit zu leben. Ökologisches Handeln wird spielerisch erfahren und der Abfall durch spielerische, kreative und sinnvolle Verwertungsformen reduziert.

Die SchülerInnen sitzen in einem Kreis. Jede/r SchülerIn bekommt drei Moderationskärtchen auf die er/sie Dinge aufschreibt die er/sie mit dem Thema Müll verbindet. Nach etwa fünf Minuten werden die Kärtchen in der Mitte des Kreises gesammelt. So wird das Wissen der Gruppe zusammengetragen und damit wird die Basis für ein Gruppengespräch geschaffen.

Die Lehrperson übernimmt die Moderation des Gruppengesprächs. Die SchülerInnen sollen über die persönlichen Konsumgewohnheiten reflektieren und sich über die Auswirkungen ihres Konsums und der Müllproblematik auf der Erde bewusst werden. Die Klasse erkennt individuelle Konsummuster und wird zum verantwortlichen Alltagshandeln motiviert und bestärkt.

Die Lehrperson stellt sich in die Mitte des Kreises und hält einen Sack  in der Hand. In dem Sack befinden sich Papierschnipsel in drei verschiedenen Farben (gelb= Restmüll, grau= Papier, braun= Bioabfall). Jede/r SchülerIn zieht nun einen Schnipsel und die Gruppen finden sich zusammen. Jede Gruppe bekommt ein Behältnis und jeweils ein Paar Handschuhe. Nun sind die Gruppen aufgefordert den  jeweiligen Müll vom Schulhaus (z.B.: von den Gängen) zusammen zutragen.

Die SchülerInnen finden sich wieder im Klassenraum ein. Der Müll wird in den drei Bereichen in der Mitte des Kreises ausgelegt. Die jeweiligen Gruppen berichten von ihrer Sammelaktion (wurde der Müll richtig getrennt, viel oder wenig Müll, usw.). Der Müll  wird dann abgewogen. Es wird veranschaulicht wieviel Müll an einem Schultag produziert wird.  Nun wird geschätzt, wieviel kg Abfall von einer Person durchschnittlich in Österreich in einer Woche weggeworfen wird. Diese Menge wird nochmals heraus gewogen.

Im nächsten Schritt werden überflüssiges und vermeidbares Verpackungsmaterial identifiziert. Die SchülerInnen sortieren die Verpackungen heraus, auf die man entweder ohne Einbußen der Lebensqualität verzichten kann, oder die man gegen gleichwertige, umweltfreundlichere Dinge ersetzen kann, oder auf die die Industrie verzichten könnte, da sie keinen unabdingbaren Zweck erfüllen. Jedes aussortierte Teil wird in der Gruppe besprochen. Der übrig gebliebene Müll wird nochmals gewogen. Im Idealfall ist die Abfallmenge am Schluss nur noch halb bis ein Drittel so groß wie am Anfang.


Rate- und Wissensspiel: Das Wiener Müllquiz

Die Fragen zum Wiener Müllquiz werden groß auf ein Flipchart geschrieben. Jede/r SchülerIn erhält für jede Frage ein Post it (6 Fragen = 6 Post its) und hat nun Zeit für sich nachzudenken und Antworten auf den Post it zu formulieren. Wenn alle SchülerInnen fertig sind, bekommen sie erneut fünf Minuten Zeit um mit dem/ der Sitznachbarn/in die Antworten zu diskutieren und zu hinterfragen. Nun darf jede/r SchülerIn nach vorne kommen und seinen/ihren Tipp zur ersten Frage pinnen. Wenn alle Tipps zur ersten Frage am Flipchart hängen werden die Antworten im Plenum diskutiert.

Die Lehrkraft verkündet dann die richtige Antwort und mit der zweiten Frage wird fortgesetzt, bis alle Fragen besprochen wurden.

Downloads für diese Phase:
Müllquizz


Recycle-Kunst Stationenbetrieb

Die Klasse teilt sich wieder in drei Gruppen (gelb, grau, braun /siehe oben). Den SchülerInnen werden Aktionsmöglichkeiten aufgezeigt, wie man – außer natürlich der Vermeidung – scheinbare Abfallprodukte aus diesem verschwenderischen Kreislauf entnehmen kann und somit den Müllverbrauch entschleunigen kann.

Es gibt drei Tische:
1. Eine Gruppe geht zu dem Tisch, an dem Dosen in Blumentöpfe/Stiftehalter/Teller verwandelt werden.
2. Die zweite Gruppe geht zu dem Tisch, wo Tetra Paks zu Geldbörsen oder Vasen verwandelt werden.
3. Die dritte Gruppe gestaltet aus Plastikflaschen Windräder und -spiele. Alle Werke werden auf einem Tisch gesammelt und betrachtet.

(Siehe Bastelanleitung)

Downloads für diese Phase:
Bastelanleitung


Brainstorming: Handlungsmöglichkeiten

Es werden drei Flipcharts mit den Überschriften „Zuhause“, „Schule“ und „Freizeit“ aufgehängt. Nun erfolgt eine angeleitete Diskussion und Reflexion über das Thema Müllvermeidung bzw. Müllreduktion. Jeder Vorschlag und jede Idee der SchülerInnen wird aufgegriffen, zur jeweiligen Überschrift zugeordnet und festgehalten. So erarbeiten die SchülerInnen selbst persönliche Handlungsmöglichkeiten. Bei Bedarf ergänzt die Lehrkraft das Brainstorming.

Beispiele für Handlungsmöglichkeiten:
• Gewandtauschpartys
• Flohmärkte
• Mehrweggeschirr statt Einweggeschirr
• Stoffsackerl statt Plastiksackerl
• Mehrwegflaschen
• Verpackungsmaterialreduktion beim Einkauf …


Reflexion und Abschluss

Am Ende der Einheit gibt es ein Feedback. Dieses erfolgt mittels der "Erntewagen & Müllwagen"-Methode. Auf der Tafel werden zwei Wägen aufgemalt. Der eine ist ein Erntewagen, hier sind die SchülerInnen eingeladen etwas hineinzuschreiben, was sie aus der Einheit mitgenommen haben. Der andere ist ein Müllwagen, hier hat alles Platz, was einem nicht so gefallen hat bzw. was man „wegschmeißen“ möchte.



Kompetenzorientierte Lernziele

  • Förderung der Kreativität
  • Stärkung des Selbstbewusstseins durch selbstständiges schaffen
  • Erlangung der Fachkompetenz und Materialkompetenz
  • Förderung der sozialen Kompetenz durch gemeinsames arbeiten (zuhören, diskutieren)
  • Zusammenhänge erkennen
  • Methodenkompetenz (erschaffen, gestalten, planen)

Konnex zum Lehrplan


Biologie
  • Die kreativ gestaltende Arbeit soll im Spannungsfeld von Selbstverwirklichung und sozialer Verantwortung als individuell bereichernd und gemeinschaftsstiftend erlebt werden.
  • Wechselbeziehung zwischen Kunst und gesellschaftlichen Entwicklungen
  • Verantwortungsbewusstsein und Handlungskompetenz für die Mitgestaltung der Umwelt.
  • In der engen Verbindung eigener Gestaltungserfahrungen mit der Reflexion und dem Erwerb spezifischen Sachwissens sollen die Schülerinnen und Schüler unkonventionelle Lösungswege kennenlernen.
  • Projekte der Umweltgestaltung durch Nutzung der ästhetischen
  • Zugänge analysieren lernen und in eigenen Gestaltungsversuchen Alternativen entwickeln
  • Erwerb von Urteils- und Kritikfähigkeit, Entscheidungs- und Handlungskompetenz
  • verantwortungsvoller Umgang mit der Umwelt
  • Erkennen, dass sich Menschen in ihren Lebens- und Konsumgewohnheiten auf regionale und kulturelle Voraussetzungen einstellen und dass die Lebensweise einem Wandel unterliegt.
  • Einsehen, dass Rohstoffe und Energieträger auf der Erde ungleichmäßig

Besondere Hinweise

Beim Schneiden der Dosen, sollte die Lehrkraft auf die Verletzungsgefahr hinweisen und die SchülerInnen zu größerer Vorsicht auffordern

Quellen

Einreichung im Zuge des Ideenewettbewerbs vom Österreichischen Umweltzeichen und ÖKOLOG "Nachhaltig Zukunft lehren" von Sari Wallisch


Zuletzt aktualisiert: 2015-03-10

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Altersgruppen:

11-14

Dauer:

1-3 Std.

Themenbereiche:

Naturwissenschaften, Gesundheit, Lebensraum

Verwendete Methoden:

Brainstorming
Sammelaktion
Quiz
Recycle-Kunst Stationen
Erntewagen & Müllwagen

Geeignet für:

  • Schule
  • außerschulische Jugendarbeit

Benötigte Materialien:

  • Handschuhe
  • Behältnisse für Müll
  • Moderationskärtchen
  • Post its
  • Papierschnipsel in drei Farben
  • Müll von der Schule/der Klasse
  • Flip Chart Papier
  • leere und ausgewaschene: Tetrapaks

Download des gesamten Materials:

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