Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Produktlinienanalyse anhand des Fallbeispiels „Handy“

© Dirk Kruse / PIXELIO

Betrachtung des Lebenszyklus des Handys anhand der drei  Säulen der Nachhaltigkeit. Das Handy ist ein vielseitigesProdukt, welches in der Lebenswelt der SchülerInnen liegt und vielseitige Herausforderungen des modernen Konsums aufzeigt.


ABLAUF

Einstieg in die Thematik „Handy“

Die Klasse wird in 5 Gruppen aufgeteilt – jede Gruppe steht vor einem FlipChart mit je einer der folgenden Fragen:
  • Was ist wichtig beim Kauf  eines Handys?
  • Wofür brauche ich mein Handy?
  • Welches Bedürfnis befriedigt mein Handy?
  • Was verbirgt sich in meinem Handy? 
  •  Welche Auswirkungen hat ein Handy auf mich, andere, die Umwelt und die Wirtschaft?
Die Gruppen schreiben auf das FlipChart was ihr einfällt und hat dafür 3 Minuten Zeit – danach wird im Kreis gewechselt und das nächste FlipChart wird ergänzt, nach 3 Minuten erfolgt der nächste Wechsel, bis alle bei allen FlipCharts waren. Danach stellt jede Gruppe ihr Start-FlipChart kurz vor.
--> Die Antworten auf die FlipCharts werden im Laufe der Einheiten gelöst.


Überblick Produktlinienanalyse (PLA)

Das Frontloading gibt den SchülerInnen die Möglichkeit einen Überblick zu gewinnen und macht ein späteres Einordnen der Inhalte in ein Gesamtbild möglich.
Einführung der Lehrperson in das Thema mit der Definition (Folie 6), dem Ablaufüberblick (Folie 7) und danach mit einer genaueren Betrachtung der einzelnen Schritte mit den dazugehörigen Fragen (Folie 8+9).

Downloads für diese Phase:
Präsentation


Start der PLA

Die Klasse wird in 6 Gruppen geteilt und in diesen Gruppen erarbeiten sie folgende Bestandteile der PLA:
  • Die Vorbereitungsphase: (1) Auswahl des Produkts (Folie 10)
  • Die Analysephase – Überblick (Folie 11)
  • Bedürfnisanalyse (Folie 12 – Schüler/innen-Version vorhanden)
  • Handys in unserer Gesellschaft I & II (Folie 13+14)
  • Bedarfsanalyse (Folie 15 – Schüler/innen-Version vorhanden)
Hier soll abgeklärt werden, ob sich die Schüler/innen vorstellen können, ohne Handy zu leben. Ziel ist es aber nicht, sie von einem Leben ohne Handy zu überzeugen. Eigentlich sollen sie hier zum Schluss kommen, dass es in unserer Gesellschaft und in dem Umfeld, in dem sie leben, eigentlich sehr schwer ist, ohne Handy auszukommen und dass dies auch in Ordnung ist. Ziel der PLA ist es, einen gesamten Überblick über das Produkt zu bekommen und wenn der Bedarf wie hier vorhanden ist, mit dem Produkt bewusster umzugehen anstatt es zu „verteufeln“.
--> Am Ende werden die Ergebnisse miteinander verglichen und diskutiert


Erstellung Produktlebenszyklus

Die Klasse teilt sich wieder in die 6er Gruppen auf und erstellt einen Produktlebenszyklus für ein Handy und schreibt die einzelnen Punkte auf Moderationskärtchen.
Diese werden dann gesammelt und geclustert und eventuell nach einer Diskussion und Fragen ergänzt und danach gesammelt auf einer Pinnwand für die ganze Klasse horizontal aufgepinnt.


Auswahl der Kriterien – Fish Bowl

Die Gruppe bildet wieder die sechs Gruppen und es werden ihnen die Unterlagen (Folien 18-32) ausgeteilt. In den einzelnen Gruppen werden mit den Unterlagen folgende Bereiche erarbeitet:
  • Untersuchungskriterien für den Bereich Natur (Folie 19)
  • Untersuchungskriterien für den Bereich Gesellschaft (Folie 20)
  • Kriterienkatalog für die Sozialverträglichkeit (Folie 21)
Eine Person aus jeder Gruppe meldet sich und die sechs Personen und die Lehrperson als ModeratorIn bilden einen Innenkreis. In diesem Kreis werden im ersten Schritt die einzelnen Ergebnisse aus den Gruppen vorgestellt. Danach entstehen durch Diskussion und Nachfragen eine gemeinsame Entscheidung für die im folgenden verwendeten Kriterien für alle drei Bereiche. Diese werden auf Moderationskärtchen aufgeschrieben und auch auf die Pinnwand senkrecht gepinnt.
--> Die Produktlinienmatrix ist entstanden!


Auswahl der Untersuchungsfelder mittel Wahl

JedeR in der Klasse erhält zwölf Pins oder Klebepunkte und wählt die für Sich selbst am wichtigsten erscheinenden Felder der PLA damit aus (pro Feld max. ein Pin pro SchülerIn).


Recherche Teil - Videos

Handy Schrott... (Rohstoffe) (Video-01-III) - 6 min. 30 sek. (Gesamtlänge 29 min. 30 sek. – Infos über Rohstoffe beginnen bei Minute 3 und 20 Sekunden)
Festhalten der gewonnenen Inhalte auf Moderationskärtchen und Zuordnung.


Recherche Zeitungsartikel

Hausübung:
  • Austeilen und besprechen des Arbeitsauftrages. Es sind drei Gruppen, die einerseits gleiches Material (die Videos) bearbeiten und andererseits Informationen, die nur die eine Gruppe hat (die unterschiedlichen Zeitungsartikel).
  • Diese sollen möglichst sinnvoll auf Moderationskärtchen zusammengefasst werden und auf die PLA gepinnt werden. Damit am Anfang der nächsten Stunde diese Informationen miteinander verglichen und vernetzt werden können.



Bewertung Recherche Ergebnisse

Folie 36 - Die SchülerInnen fassen die Informationen in 3er-Gruppen zusammen, am besten aus jeder Hausaufgabengruppe eine/r, damit alle Informationsquellen in jeder Gruppe vorhanden sind. Anschließend sollen sie sich überlegen, wie sie die Zusammenfassung bewerten (es soll auf alle Fälle eine qualitative, also schriftliche Bewertung sein) wollen und diese dann durchführen.


Reflexion – Aufstellung

Aufstellung in der Klasse zu folgenden Reflexionsfragen:
  • Wer kann am ehesten etwas verändern? Vier Ecken: Ich – die Anderen – der Staat – die Firmen --> Nachfragen bei allen Vier Ecken was diese Gruppen verändern können?
  • Haben die Infos die ich erhalten habe Einfluss auf meinen nächsten Handykauf? – Linie (0 bis 10; 10 entspricht sehr sehr starken Einfluss) -- > Nachfragen auf was es Einfluss hat.
  • Was wäre ich bereit für ein ökologisches und faires Handy zu bezahlen? (€ 0 in Schritten von € 50 bis € 500 auf einer Linie) --> Nachfragen



Persönliche Reflexion – Sparziergang zu zweit

Austausch zu zweit über folgende Fragen:
  • Welche Handlungen kann ich persönlich setzen, dass sich die Situation verbessert?
  • Welche Handlungen, die zu einer Verbesserung beitragen, sind für mich schon selbstverständlich?
  • Welche Kriterien sind noch ungenügend untersucht und sollten deshalb besser erforscht werden?
  • Welche ökologischen und sozialen Innovationen lassen sich aus diesen Ergebnissen ableiten?



Abschluss

Einige SchülerInnen fassen den gesamten Ablauf aus ihrer Sicht zusammen und was sie für sich daraus gelernt haben.




Kompetenzorientierte Lernziele

  • Die Methode der Produktlinienanalyse Step-by-Step kennenlernen, verstehen und mit Hilfe der Unterlagen für einfache Beispiele anwenden können
  • Zusammenhänge zwischen dem Produktlebenszyklus und den drei Dimensionen der Nachhaltigkeit (Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft) erkennen und verstehen lernen
  • Erkennen, dass der eigene Konsum Auswirkungen auf andere, die Natur und die Wirtschaft hat
  • Vernetztes Denken fördern

Konnex zum Lehrplan


Volkswirtschaft (BGBl. II Nr. 291/2004)
  • Bildungs- und Lehraufgabe - Die Schülerinnen und Schüler sollen:
  • sich der ethischen Verantwortung in der globalen Wirtschaft bewusst sein
  • andere Kulturen achten und die Zusammenhänge von Frieden, politischer und volkswirtschaftlicher Stabilität als Basis für Wohlstand und Wohlfahrt erkennen
  • ihrer Rolle als verantwortungsbewusste Unionsbürger in Wirtschaft und Gesellschaft gerecht werden können
  • ihr Wissen über die Rolle Österreichs als Wirtschaftsfaktor aktualisieren, erweitern und in die Praxis umsetzen können
  • Entwicklungstendenzen der heutigen Gesellschaft kennen, sozialkritisch, konsumkritisch und umweltbewusst handeln
Betriebswirtschaft (BGBl. II Nr. 291/2004)
  • unternehmerisch denken und handeln können
  • den Aufbau des Betriebes, die Leistungsfaktoren und Leistungsbereiche sowie die Beziehungen des Betriebes zur Außenwelt unter Berücksichtigung des gesetzlichen und sozialen Umfeldes kennen
  • Einsicht in die Stellung des Betriebes im Spannungsfeld des nationalen und internationalen Marktes und der Interessensgruppen gewinnen
  • Methoden kennen, die der Realisierung der betrieblichen Zielvorstellungen, der Verbesserung der Wirtschaftlichkeit und der Humanisierung der menschlichen Arbeit dienen
  • betriebswirtschaftliche Probleme erkennen, analysieren, lösen und darstellen können
  • zur Kommunikation, Kooperation und zur Arbeit im Team fähig und bereit sein ihr Wissen laufend aktualisieren und erweitern

Quellen

Einreichung im Zuge des Ideenwettbewerbs "Nachhaltig Zukunft lehren" von
Clemens Österreicher

Zuletzt aktualisiert: 2015-03-10

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Altersgruppen:

11-14

Dauer:

1-3 Std.

Themenbereiche:

Wirtschaft

Verwendete Methoden:

Produktlinienanalyse
Plenum
Vortrag
Gruppenarbeit

Geeignet für:

  • Schule
  • außerschulische Jugendarbeit

Benötigte Materialien:

  • Tafel/Flipchart
  • Beamer
  • Unterlagen
  • Foliensatz
  • Handouts

Download des gesamten Materials:

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