Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Lärmwahrnehmung - Durch das Ohr fühlen

© Stephanie Hofschlaeger / PIXELIO

Das Ohr im Fokus: Die SchülerInnen bemerken, was sie selbst zum Umweltproblem „Lärm“ beitragen. Das wertvolle und 24 Stunden "aktive" Organ Ohr soll ganz bewusst wahrgenommen werden.

Die SchülerInnen erkennen durch diese Unterrichtseinheit, was Lärmbelastung bedeutet und warum und wie man Rücksicht nehmen und auch sich selbst schützen sollte.
Da Lärm auf Dauer erschreckende Auswirkungen auf unsere Gesundheit und unser Wohlempfinden haben kann und zu Gehörschäden, Unwohlsein, Konzentrationsstörungen und Schlafstörungen führt, wollen wir die Klasse zur Lärmprävention ermutigen


ABLAUF

Einstieg

Als Einstieg in die Unterrichtseinheit spielen wir das Wasserfallspiel. Dazu wird die Klasse in drei gleich große Gruppen geteilt. Der Klassenraum oder ein Platz im Freien wird in drei Felder eingeteilt (zwei große Felder links und rechts, ein schmales Feld in der Mitte). 

  • Die SchreierInnen bekommen ein Wort von der Lehrperson zugeflüstert (z.B.: Verkehr, Lärmschutzwände, Fernseher, Ohr, Konzentration, …). Sie haben die Aufgabe das Wort den ZuhörerInnen zuzurufen. Die Kinder im mittleren Feld sind der Wasserfall, sie haben die Aufgabe so laut zu sein wie sie können, damit die dritte Gruppe das Wort nicht versteht. Die Kinder im dritten Feld sind die ZuhörerInnen. Sie haben die Aufgabe das Wort zu verstehen, das ihnen die SchreierInnen zurufen. Haben sie das Wort verstanden, wird dieses an die Tafel bzw. auf ein Plakat geschrieben.
  • Das Spiel ermöglicht einen auflockernden und interessanten Einstieg in das Thema und erlaubt es den Kindern einmal richtig laut sein zu dürfen.
  • Alle Kinder setzen sich nun wieder auf ihre Plätze und jede/r bekommt eine Geräusche-Landkarte ausgeteilt. Eine Geräusche-Landkarte ist ein Blatt Papier wo ein Rechteck aufgezeichnet ist. In der Mitte des Rechtecks befindet sich ein Punkt, welcher das Kind darstellt. Nun haben die Kinder die Aufgabe 10-15 Minuten mit geschlossenen Augen zuzuhören und alle Geräusche, die sie hören können, mittels Worte oder Zeichnungen auf der Geräusche-Landkarte festzuhalten.
  • Nun werden die Landkarten besprochen und wir tauschen uns aus, was jede/r gehört hat. So bekommen wir einen Überblick welche Geräusche uns im Klassenraum umgeben. Wir sprechen über angenehme und unangenehme Geräusche in unserem Klassenraum.
  • Gemeinsam werden Lärmquellen gesammelt und auf einem Plakat festgehalten.

Ziele: Die SchülerInnen werden sich über die Lärmbelastung in der eigenen Klasse bewusst. Kinder merken wie Sie zu hohe Lärmbelästigung, vermeiden können. Die SchülerInnen entwickeln individuelle Strategien um zur Ruhe zu kommen.


Geräusch Landkarte

  • Die SchülerInnen gehen zu zweit zusammen. Ein Kind bekommt die Augen verbunden und das andere Kind führt das „blinde“ Kind. Dieses hat die Aufgabe mithilfe von Geräuschen das andere Kind durch den Gang des Schulgebäudes oder einer begrenzten Fläche auf der Wiese zu führen. Bei dieser Methode wird nicht nur das Gehör sensibilisiert, sondern es ist gleichzeitig auch eine Vertrauensübung.
  • Zwischen den Spielen, erarbeiten die LehrerInnen mit den Kindern Methoden wie man die Ohren schützen kann (z.B.: in lauter Umgebung Erholungspausen gönnen, Lautstärke des MP3 Players runter drehen, …) und halten diese auf einem Plakat fest.
Ziele: Sensibilisierung der Ohren, Förderung der Fähigkeit zuzuhören, Stärkung der Teamfähigkeit und der Konzentration.


Abschluss

Zum Abschluss bilden wir einen Kreis. Die Kinder werden gefragt ob sie Tiere kennen, die in der Nacht aktiv sind und nichts sehen können (sie bekommen kleine Tipps).

  • Wir erarbeiten, dass Fledermäuse mithilfe von Schallwellen sehen können und diese Nachtfalter sehr gerne essen. Nun kommen zwei Kinder in die Mitte des Kreises, eines ist die Fledermaus das andere Kind ist ein Nachtfalter. Beide Kinder bekommen die Augen verbunden und jeweils zwei Steine in die Hände. Die Fledermaus klopft ihre Steine aufeinander und der Nachtfalter muss darauf reagieren und sozusagen die Schallwellen wiedergeben. Die Aufgabe der Fledermaus ist es, den Nachtfalter zu fangen. Ist dieser gefangen sind zwei andere Kinder an der Reihe.
  • Nach diesen Übungen, sollen die Kinder ihr Gehörorgan wieder mehr schätzen und lieben lernen und sensibler auf Lärmbelästigung und störende Geräusche reagieren und somit gemeinsam zu einer Gewaltprävention beitragen.  
Ziele: Sensibilisierung der Ohren, Förderung der Fähigkeit zuzuhören, Stärkung der Teamfähigkeit und der Konzentration.

  • Die SchülerInnen gehen zu zweit zusammen. Ein Kind bekommt die Augen verbunden und das andere Kind führt das „blinde“ Kind. Dieses hat die Aufgabe mithilfe von Geräuschen das andere Kind durch den Gang des Schulgebäudes oder einer begrenzten Fläche auf der Wiese zu führen. Bei dieser Methode wird nicht nur das Gehör sensibilisiert sondern es ist gleichzeitig auch eine Vertrauensübung.
  • Zwischen den Spielen, erarbeiten die LehrerInnen mit den Kindern Methoden wie man die Ohren schützen kann (z.B.: in lauter Umgebung Erholungspausen gönnen, Lautstärke des MP3 Players runter drehen, …) und halten diese auf einem Plakat fest.




Kompetenzorientierte Lernziele

  • Rücksichtsnahme
  • Bewusstseinsbildung
  • Empathie- und Sensibilität
  • Teamfähigkeit und Vertrauen
  • Wissen über das Ohr und dessen Funktionen

Konnex zum Lehrplan


Die Schülerinnen und Schüler...
  • erlangen ein Verständnis von Lärmbelastung und dessen Ursachen und Zusammenhänge
  • erkennen, dass man sich in einer stilleren Umgebung besser konzentrieren kann, als in einer lauten.
  • lernen Geräusche und Klänge aus der Umwelt zu erkennen und zu benennen
  • können die Wirkungen von Höreindrücken beschreiben
  • erfahren eine Verbesserung der Kommunikation
  • erfahren gemeinsame Aktivitäten als sinnvolle und fruchtbare Form des Zusammenlebens und Zusammenlernens
  • lernen vom und über das Ohr

Besondere Hinweise

Falls das „Wasserfall“-Spiel in einer Klasse durchgeführt wird, wäre es gut, wenn man den LehrerInnen in den Nebenklassen Bescheid über den kurzweiligen aber starken Lärmanstieg gibt. Die Lehrperson hat die Aufgabe bei dem Spiel „blindes Führen“ Vorsichtsmaßnahmen zu treffen und eine geeignete und sichere Umgebung zu suchen(keine Stiegen oder spitzen Gegenstände in der Nähe).

Quellen

Einreichung im Zuge des Ideenwettbewerbs "Nachhaltig Zukunft lehren" – von Vera Kuss und Daniela Staudinger


Zuletzt aktualisiert: 2017-01-13

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Altersgruppen:

6-10,11-14

Dauer:

<60 Min.

Themenbereiche:

Naturwissenschaften, Gesundheit, Kreativität

Verwendete Methoden:

Wasserfallspiel (auflockernder Einstieg)
Geräuschelandkarte
Blindes Führen
Fledermaus und Nachtfalterspiel

Geeignet für:

  • Schule
  • außerschulische Jugendarbeit

Benötigte Materialien:

  • Kartons,
  • leere Flaschen,
  • PC,...

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