Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Kleine Dinge hören

Im Alltag überhören wir oft die kleinen Töne und Zwischentöne. Der vorgestellte Unterrichtsblock führt uns wieder zurück zur Wahrnehmung möglichst leiser Geräusche, die zwar anfänglich und zum Schluss in einen Kontext mit der Fachinformation zum Thema Lärm gestellt werden, aber den Schwerpunkt auf ein Erleben und Erfühlen der leisen Töne legt. Die Schülerinnen und Schüler erfahren unterschiedliche Lautstärken als unterschiedlich hilfreich bei ihren Aufgaben.


ABLAUF

Einführung

Vorstellung der Projektinhalte und des Projektablaufs. Testen der Aufnahmemöglichkeit.
Einführung/Auffrischung des Themas Schalldruck: wie laut ist laut, wie wird das gemessen? Skalierung von 0-150 dB wird aufgezeichnet. Drei bis vier typische Geräuschpegel werden
eingezeichnet (MP3-Player, Straßenlärm, Flugzeugstart, Diskothek) Testen des Schallpegelmessers (drei Versuche, um miteinander möglichst laut zu sein – Klopfen, Klatschen, Schreien). Einordnung des Schalldruckpegels (raten lassen) in die Skala. Testen der Aufnahmefunktion der Smartphones.

Ziel: Schülerinnen und Schüler gewinnen einen Überblick über die Projektgestaltung, die zeitlichen, organisatorischen und sicherheitstechnischen Rahmenvereinbarungen. Die
technischen Hilfsmittel werden soweit erprobt, dass eine Umsetzung ohne wesentliche Unterbrechungen möglich ist. Der Schalldruckpegel wird eingeführt oder wiederholt.


Kleine Dinge hören

Die Schülerinnen und Schüler gehen paarweise auf die Suche nach möglichst „kleinen“, also leisen Geräuschen und nehmen diese auf (tropfender Wasserhahn, Biene an einer Blüte, Wind in den Bäumen, Flugzeug am Himmel, knirschender Kies, Regen etc.). Soweit genug
Schalldruckpegelmesser zu Verfügung stehen, werden auch die Schalldruckpegel dieser Geräusche gemessen und notiert.

Ziel: Wahrnehmungsübung, Konzentrationsübung; kooperatives Vorgehen wird trainiert.


Leise Dinge malen

Die Paare zeichnen oder malen „ihr“ Geräusch, so dass sie es im Anschluss präsentieren und vergleichen können.

Ziel: Umsetzung von Geräuschen in Bilder, Abstraktion des Gehörten.


Geräusche vorstellen

In Gruppen zu vier bis sechs Paaren werden die Geräusche in Bildform vorgestellt; dabei können die Bilder kommentiert werden – ohne die Geräusche zu benennen. Nach der Vorstellung werden die Geräusche von den jeweiligen Paaren nachgeahmt und dann abgespielt; die Gruppe einigt sich auf eine Lautstärkenreihenfolge (anhand der Messwerte oder sonst intuitiv). Aus der Gruppenphase wird dann in die gesamte Klasse zurück gewechselt, die Geräusche paarweise vorgestellt (nachgemacht) und eine einheitliche Reihung der Geräusche vorgenommen. Diese Reihung wird auch auf dem Schallpegelstrahl aus Phase 1 verortet.

Ziel: Übung der Präsentationstechnik; Umschreiben von Sachverhalten; kooperative Entscheidungsfindung.


Geräusche (er)leben/ergehen

Die Paare aus Phase 2 und 3 balancieren nebeneinander jeweils bloßfüßig auf einem Seil „entlang“ der aufgelegten Geräuschbilder. Jeweils ein/e der beiden hat die Augen offen und macht das Geräusch nach. Der/die andere hält sich am ausgestreckten Arm des/der Schülers/Schülerin an und macht die Geräusche mit. Mit ein, zwei Metern Abstand folgt das nächste Paar. Wenn alle Paare zweimal (mit getauschten Rollen) durch sind, wird die Reihenfolge umgedreht – vom lautesten zum leisesten Geräusch (rückwärts balancierend!).
Zum Abschluss wird wie zu Beginn dreimal versucht, möglichst laut zu sein.

Ziel: Wahrnehmungsübung; Erleben der möglichst geringen Lautstärke als Unterstützung für die Partnerübung. Balanceübung.



Kompetenzorientierte Lernziele

  • Die TeilnehmerInnen erarbeiten oder erneuern Basiswissen zum Thema Schall, Lärm und seinen Auswirkungen.
  • Die TeilnehmerInnen erfahren Natur und Umwelt als vielfältige Geräuschquellen und lernen, einzelne Geräusche zu identifizieren, zu bewerten und zu beschreiben.
  • Die TeilnehmerInnen erleben und erarbeiten sich die Transformation von einer Sinnesebene auf zwei andere (vom Hören zum Sprechen und Malen).

Konnex zum Lehrplan


Ernährung und Haushalt
  • Einflüsse von Technik und neuen Technologien im Haushalt erkennen
  • Sicherheit im Privathaushalt anwenden bzw. erproben
  • ergonomische Erkenntnisse bei praktischen Arbeiten anwenden
Biologie und Umweltkunde
  • Durchführen einfacher Experimente und Messverfahren
  • positive wie negative Folgen menschlichen Wirkens sind hinsichtlich ihrer Auswirkungen zu analysieren und zu hinterfragen
  • anhand der zu besprechenden Ökosysteme sind die positiven und negativen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit zu behandeln
Bildnerische Erziehung:
  • Verbinden sprachlicher und bildhafter Kommunikationsmittel
  • visuelle Aspekte von Naturphänomenen
  • Aspekte wechselseitiger Beziehung in der Entwicklung von Naturwissenschaft und bildender Kunst
  • Förderung von motorischen und sensorischen Fähigkeiten
Bewegung und Sport:
  • Stabilisieren der koordinativen Fähigkeiten: Gleichgewicht, Raumwahrnehmung und Orientierung
  • Aufbau von Körperwahrnehmung
  • Entwicklung von Sensibilität für verschiedene Sinne
Musikerziehung:
  • Stimmbildung
  • Hörerfahrung
  • erfahren, beschreiben und bewerten der akustischen Umwelt
Physik:
  • grundlegendes Wissen über Entstehung und Ausbreitung des Schalls erwerben und anwenden können
  • Druck, Frequenz, Tonhöhe, Lautstärke, Schallgeschwindigkeit (2. Klasse)

Besondere Hinweise

Die Recherchephase führt zu einer Situation, in der die Schülerinnen und Schüler paarweise „forschend“ unterwegs sind. Je nach Umfeld (Schullandwoche, Wandertag, Schulgarten, winters im Schulgebäude) ist eine an die Gruppe angepasste Zahl an Aufsichtspersonen vorzusehen.

Quellen

Einreichung im Zuge des Ideenewettbewerbs vom Österreichischen Umweltzeichen und ÖKOLOG "Nachhaltig Zukunft lehren" von Jürgen Tschandl

Zuletzt aktualisiert: 2017-01-13

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Altersgruppen:

11-14,15+

Dauer:

1-3 Std.

Themenbereiche:

Naturwissenschaften, Gesundheit, Kreativität, Sport & Bewegung

Verwendete Methoden:

Gruppenarbeit,
Kreative Gestaltung,
Präsentation,
Sensibilisierungs- und Wahrnehmungsübungen

Geeignet für:

  • Schule
  • außerschulische Jugendarbeit

Benötigte Materialien:

  • Je ein (digitales) Aufnahmegerät (z.B. Smartphones) für zwei Teilnehmende; Zeichenpapier,
  • Stifte,
  • Farben;
  • zwei Seile;
  • idealerweise mindestens ein, besser mehrere Schallpegelmesser

Dieses Material wurde zur Verfügung gestellt von:



Hintergrundinformation zum Thema Ernährung

 Materialien und Tools zur Bewusstseinsbildung zum Thema Lärm