Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Lesebuch Nachhaltigkeit - Mahatma Gandhi

© Aus "Morgen wird heute gestern sein", FORUM Umweltbildung

Meine Traum-Welt und ich

Sei du selbst

die Veränderung,

die du dir wünschst

für diese Welt.

Mahatma Gandhi


Das berühmte Zitat Gandhis regt dazu an, selbst nachzudenken wie wir uns die Welt wünschen und was wir selbst ändern können, um eine derartige Veränderung zu ermöglichen.
 
Ziel dieser didaktischen Anregung ist es, dass Jugendliche Visionen formulieren. Wie hätten sie gerne die Welt, in der sie leben? Sie sollen erkennen, dass jedeR die Welt mitgestaltet und somit etwas zu einer Veränderung beitragen kann. Die Jugendlichen überlegen weiters, was ihr Beitrag sein kann. Und schließlich setzen sie sich auch mit der Frage auseinander, was es bedeutet, wenn jedes Individuum die Änderungen lebt, die es sich wünscht.


ABLAUF

Text lesen und verstehen – Austausch in der Gruppe

Die Jugendlichen sprechen kurz in Gruppen über das Zitat.

MöglicheImpulsfragen:
  • Spricht dich das Zitat an?
  • Was löst esbei dir aus?
  • Was will Gandhi damit sagen?


Downloads für diese Phase:
Mahatma Gandhi (Illustrator: Markus Wurzer)


Meine Traumwelt

Für diese Methode lohnt es sich eine ruhige Atmosphäre zuschaffen. (Eventuell leise Musik, Augen schließen, Phantasie ermöglichen)

JedeR Jugendliche wird eingeladen sich im Laufe dieser Phase folgende Fragen zu stellen:
  • Wie schaut deine Traumwelt aus? Was würdest du dir wünschen, wenn du die Welt verändern könntest?
  • Wie sieht eine Welt aus, die du dir für deine Enkelkinder wünschst?

Die Fragen können alle Lebensbereiche betreffen: Schule, Familie,Freunde, „die Wirtschaft“, Umwelt, Freizeit, Arbeit …

Bei dieser Übung ist es wichtig, dass jeder noch so utopische Wunsch aufgenommen  wird. Sie soll zum Träumen anregen, nicht zum Argumentieren. Es ist erfahrungsgemäß gar nicht einfach, positive Visionen zuentwickeln, wir sind eher gewohnt, zu kritisieren was läuft, als uns selbst als MitgestalterInnen dieser Welt zu sehen.

Es gibt verschiedene Methoden, um vermehrt die rechte Gehirnhälfte, diefür die Fantasie „zuständig“ ist, zu fördern – wählen Sie eine davon:


Im Traum-Kreis sprechen
Alle setzen sich in einen Kreis. Nacheinander berichten die SchülerInnen über ihre „Traumwelt“. Ein Redegegenstand  (z. B. ein Apfel, eine Kastanie, ein Stein …) wird herumgereicht, der der sprechenden Person volle Aufmerksamkeit der anderen verspricht. Die Aussagen sollen freiwillig getätigt werden – niemand muss etwas sagen. In dieser Runde soll nicht diskutiert werden. Die Beiträge werden von der Gruppe kommentarlos aufgenommen.
 

Die Traum-Welt zeichnen
Die Jugendlichen werden dazu eingeladen ihre Traum-Welt zu zeichnen. Zeichnen regt eher die nicht-rationale Gehirnhälfte an und fördert damit das Träumen.

Einen Brief aus der Zukunft schreiben „Wieschaut deine Traum-Welt in 10, 15 oder 30 Jahren aus?“ Die Jugendlichen werden aufgefordert, sich selbst einen Brief zu schreiben, in dem sie festhalten wie ihre zukünftige Traum-Welt aussehen wird. Was ist anders? Was bleibt gleich?


Wie/wer bin ich in dieser Traum-Welt?

Als nächsten Schritt interviewen sich die Jugendlichen gegenseitig. Im Zweiergespräch tauschen sie sich  über die eigenen Erkenntnisse aus. Dazu stellen sich die Jugendlichen gegenseitig Fragen.  Z.B.:
WelcheVeränderungen würdest du dir wünschen?
 Beschreibe eine ganz konkrete Sache, wo du dir eine Veränderung in der Zukunft wünscht (eine Sache aus deiner Vision), so wie wenn sie schon Wirklichkeit wäre: Wie schaut das ganz genau aus?
Was sind die Begleitumstände?
Was genau ist dabei wichtig und warum?
Was hast du selber dazu beigetragen?
Wer und was hat dich dabei noch unterstützt?
Könntest du dir das vorstellen? Warum, warum nicht? Was würde dich unterstützen?


Viele Puzzlesteine – reicht das? – Gruppendiskussion

Zu Beginn der Gruppendiskussion kann, wer möchte, etwas aus dem vorangegangenen Interview  erzählen :
Was könnt ihr euch vorstellen anders zu leben, anders zu machen?
Welche Veränderungen könntet  ihr durch eine Verhaltensänderung erzielen?

Danach wird in der Gruppe zu folgenden Impulsfragen diskutiert:
  • Was würde passieren, wenn tatsächlich alle, die sich Veränderungen wünschen, auch anders handeln würden?
  • Reicht es eurer Meinung nach, wenn jedes Individuum sich so verhält, wie sie es für richtig hält? Braucht es zusätzlich noch Aktivitäten z. B. auf Ebene von Politik und Wirtschaft?
  • Gibt es Menschen, die mehr und welche die weniger gestalten können?



„Ich bin – also gestalte ich“ – Einzelarbeit und gemeinsames Plakat

Abschließend definieren die Jugendlichen jeweils zu zweit ein Motto, welches sie bei ihren Wüschen und Vorhaben bestärkt. Die Sätze können gemeinsam mit dem Ausspruch Gandhis auf bunte Papiere/Moderationskarten geschrieben und auf einem Plakat gesammelt und aufgehängt werden um längere Zeit sichtbar zu bleiben – sowohl für die AutorInnen als auch für andere Personen.




Zuletzt aktualisiert: 2016-05-18

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Altersgruppen:

15+

Dauer:

1-3 Std.

Themenbereiche:

Sprache, Kreativität, Soziales

Verwendete Methoden:

Gruppenarbeit, Diskussion, Brainstorming

Geeignet für:

  • Schule
  • außerschulische Jugendarbeit

Benötigte Materialien:

  • Lesebuch Nachhaltigkeit, buntes Papier/Moderationskarten, Plakat, Stifte, Redegegenstand, ev. PC + Beamer

Download des gesamten Materials:

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Dieses Material wurde zur Verfügung gestellt von:

FORUM Umweltbildung
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Weitere Umsetzungsvorschläge zum Thema Kreativität:

 Spiel- und Tanzlieder
 Atmung
 Lebensmittel beschaffen, verarbeiten und lagern mit Köpfchen