Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Gemeinwohl‐Ökonomie

Basis für die Unterrichtseinheit ist das Konzept der Gemeinwohl‐Ökonomie, dem sich seit 2010 immer mehr UnternehmerInnen anschließen. In dieser Einheit lassen sich die Jugendlichen auf ein Gedankenexperiment ein. Sie schlüpfen in die Rollen verschiedener Interessens- und Anspruchsgruppen im Umfeld eines Unternehmens (sog. Stakeholdern). Ziel dieses Unternehmens ist nicht den Gewinn zu maximieren, sondern einen Beitrag zum Gemeinwohl zu liefern.


ABLAUF

Von Gewinnmaximierung zu Gemeinwohl – Einstieg ins Thema

Die Frage „Was ist das Ziel der globalen Weltwirtschaft?“ wird der Gruppe gestellt. Das Genannte wird auf der Tafel gesammelt (z.B. Gewinnmaximierung).
Nun erfolgt die Einführung in das Gedankenexperiment: Die bisherigen Ziele der Weltwirtschaft werden durchgestrichen und durch das Wort „Gemeinwohl“ ersetzt. Bei Bedarf erläutert der/die PädagogIn, was unter diesem Begriff zu verstehen ist.
Anschließend wird erklärt, dass bei den Aufgaben der nächsten zwei Stunden Geld und Gewinn keine Rolle spielen, sondern rein die Steigerung des Gemeinwohls zählt.
Unternehmen stehen im Fokus der Aufgaben. Wie sie, durch ihre Wirtschaftsweise einen Beitrag zur Steigerung des Gemeinwohls liefern können, ist die Grundlage des Gedankenexperiments.

Weiterführende Links:
 Hintergrundinformationen zu Gemeinwohl‐Ökonomie



Umfeld eines Unternehmens ‐ Gruppeneinteilung

Nun werden die Jugendlichen in 6 Kleingruppen eingeteilt. Jeder dieser Gruppen wird eine Interessensgruppe, welche rund um ein Unternehmen verschiedene Wünsche und Bedürfnissen hat, zugeteilt.
- 2 Gruppen MitarbeiterInnen
- 2 Gruppen KundInnen
- 2 Gruppen Region


Gruppenarbeit I

In den Gruppen werden folgende Fragen, unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Steigerung des Gemeinwohls den einzigen Wert darstellt, besprochen.

- Was erwartet ihr als MitarbeiterInnen/ KundInnen/ Region von einem Unternehmen bezogen auf die unten stehenden Werte?

- Was erwartet ihr von angebotenen Produkten bzw. Dienstleistungen eures Unternehmens bezogen auf die untenstehenden Werte?

o Menschenwürde

o Solidarität

o Ökologische Nachhaltigkeit

o Soziale Gerechtigkeit

o Demokratische Mitbestimmung & Transparenz
 
Die Werte können in der Großgruppe kurz besprochen werden um deren Bedeutung abzuklären.
Die Gruppen haben ca. 15 Minuten Zeit um Ideen zu sammeln und diese zu notieren. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, die realistische Durchführbarkeit der Ideen muss nicht gegeben sein.


Gruppenarbeit II

Nach der Besprechung in den Kleingruppen, treffen die thematisch identischen Gruppen aufeinander. Somit entstehen 3 Gruppen zu den 3 Interessensbereichen.
Jede Gruppe erhält nun ein Plakat, Stifte und ca. 15 Minuten Zeit um sich auszutauschen, Ergebnisse abzugleichen und ein Plakat zu ihrem Bereich zu gestalten.


Präsentation der Ergebnisse

Die Großgruppe trifft (idealerweise im Sesselkreis) wieder zusammen, VertreterInnen jeder Interessensgruppe präsentieren das entstandene Plakat und etwaige Fragen werden beantwortet.


Input, Gemeinwohlmatrix, Abschluss

Die Gemeinwohlmatrix wird an die Jugendlichen ausgeteilt und erläutert. Ein kurzer Input über das Modell der Gemeinwohl‐Ökonomie wird gegeben.
Nun werden jene, die sich die genannten Werte in der Wirtschaft verankert wünschen, aufgefordert aufzustehen. Wer möchte, kann kurz erläutern was genau er oder sie sich wünschen würde.
Abschließend wird besprochen wie diese Wünsche umsetzbar wären.

Weiterführende Links:
 Gemeinwohlmatrix



Film über Waldviertler

Als Beispiel eines Unternehmens, das sehr viel zur Steigerung des Gemeinwohls beiträgt, wird der Film über Heini Staudinger und Waldviertler gemeinsam angeschaut. Im Anschluss wird zusammengefasst, welche Aktivitäten des Unternehmens zur Gemeinwohlsteigerung beitragen könnten.
Als Abschluss soll deutlich gemacht werden, dass es etliche Unternehmen gibt, die die oben genannten Werte in ihrer Wirtschaftsweise integrieren. Indem man solche Unternehmen unterstützt (z.B. durch gezielten Konsum) leistet man einen Beitrag dazu, dass diese Unternehmen erfolgreich sind und sich am Markt behaupten und bestehen können.

Weiterführende Links:
 Film auf YouTube
 Film auf vimeo




Besondere Hinweise

Es wird empfohlen das Buch „Gemeinwohl‐Ökonomie“ von Christian
Felber als Einstiegslektüre zum Thema zu lesen. Die Einheit ist auch
durchführbar ohne dieses Hintergrundwissen, jedoch erleichtert es eine
Diskussion mit den Jugendlichen.

Zuletzt aktualisiert: 2016-05-18

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Altersgruppen:

15+

Dauer:

1-3 Std.

Themenbereiche:

Wirtschaft, Religion

Verwendete Methoden:

Gruppenarbeit

Geeignet für:

  • Schule
  • außerschulische Jugendarbeit

Benötigte Materialien:

  • Plakate, Stifte, Handout, Film über Heini Staudinger

Download des gesamten Materials:

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Dieses Material wurde zur Verfügung gestellt von:

FORUM Umweltbildung
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