Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Meine eigene nachhaltige Idee

Die TeilnehmerInnen setzen sich in diesem Umsetzungsvorschlag damit auseinander, was nachhaltige Produkte bzw. Dienstleistungen ausmacht. Sie entwickeln gemeinsam in Kleingruppen auf kreative Weise eigene nachhaltige Geschäftsideen in Form von fiktiven Produkten oder Dienstleistungen. Dabei steht der kreative Prozess im Mittelpunkt – es geht darum, auf spielerische Weise neue Wege zu denken, visionär zu sein, neue Möglichkeiten zu eröffnen und dabei den Anspruch der Nachhaltigkeit mitzudenken.


ABLAUF

Kurzfilm zu nachhaltigem/r UnternehmerIn anschauen

Aus den 3S+ Kurzfilmen zu nachhaltigen UnternehmerInnen (siehe Link "Filmlinks zu nachhaltig Wirtschaften") wird einer ausgewählt (im Idealfall können auch mehrere der Filme angeschaut werden bzw. als Aufgabe für zu Hause gegeben werden) und gemeinsam angesehen. Im Anschluss an den Film findet ein kurzer Austausch statt (Leitfragen zum Austausch finden sich im Umsetzungsvorschlag „Was heißt hier: nachhaltig Wirtschaften?“). Um die Jugendlichen zu ihren persönlichen Themen und Interessen hinzuführen, können folgende Impulsfragen eingebracht werden: Welche Herausforderungen der Gegenwart/Zukunft beschäftigen mich? Was kann ich gut? Was mach ich gern? Was interessiert mich?

Weiterführende Links:
 Filmlinks zu nachhaltig Wirtschaften



Kreativität in Schwung bringen – Aktivierung mit der Methode Herbstlaub

Jede/r TeilnehmerIn bekommt 5 Notizzettel oder Moderationskärtchen und einen Stift. Alle gehen im Raum herum und denken für sich über ihr Traumprodukt nach: Welches Traumprodukt wünsche ich mir?
 
Folgende Fragen können weiterhelfen:
Was nervt mich im Alltag, wo gibt’s keine zufriedenstellende Lösung?
In welchen Situationen müsste man ein Produkt/eine Dienstleistung erfinden, die dieses Problem löst?
Was ist mir zu kompliziert, zu teuer, …?
Was braucht die Welt?
 
Jedes Mal wenn eine Idee dazu hochkommt, wird sie auf einen Zettel geschrieben, der einfach im Gehen auf den Boden geworfen wird. Jede Idee wird unzensuriert und spontan aufgeschrieben. Alle Einfälle sind erlaubt! Bei Bedarf können noch Zettel nachgenommen werden.


Clustering, Auswertung

Alle TeilnehmerInnen sitzen oder stehen im Kreis, tragen alle Zettel zusammen und sichten sie gemeinsam. Gemeinsam werden die Zettel am Boden zu unterschiedlichen Themengruppen (z.B. Mode, Lebensmittel, Gastronomie, Bürobedarf, Sport,…) geclustert. Die Themengruppen werden nun betitelt und zunächst am Boden sichtbar liegen gelassen.


Ideen vertiefen

TeilnehmerInnen teilen sich nach Interesse den geclusterten Themenfeldern zu (ideal sind Kleingruppen mit ca. 5 Personen – wenn nötig können zu einem Thema zwei oder mehr Kleingruppen gebildet werden), und lesen die Zettel nochmal vor. Bei jedem Zettel wird gemeinsam kurz überlegt, danach werden spontan bzw. im Gespräch Ideen für konkrete Produkte oder Dienstleistungen dazu entwickelt, frei nach dem Motto „Alles ist erlaubt, egal wie absurd, verrückt oder lustig es auch erscheinen mag.“ Auch Dinge, die es bereits gibt, dürfen mit einbezogen werden. Ein/e TeilnehmerIn jeder Kleingruppe notiert alle Einfälle auf einem Blatt Papier.


Fokussieren auf eine Idee

Nun werden die aufgelisteten Ideen gesichtet und jede Kleingruppe einigt sich auf einen Einfall, der nun zu einer Geschäftsidee weiter entwickelt wird.


6 Brillen Blick

Um das Produkt/die Dienstleistung weiter entwickeln zu können, werden nun verschiedene Standpunkte eingenommen (bzw. verschiedene „Brillen“ aufgesetzt) mit der die Idee betrachtet wird. Aus verschiedenen Perspektiven werden nun Wünsche an das Produkt/die Dienstleistung gestellt.
Jede Kleingruppe bekommt einen Ausdruck der „Rollenbeschreibungen“ (Datei "Rollenbeschreibungen"). Der Ausdruck wird zerschnitten, sodass jede TeilnehmerIn eine Rollenbeschreibung bekommt. Jede TeilnehmerIn der Kleingruppe schlüpft nun kurz in eine der Rollen, die mit dem zukünftigen Produkt/Dienstleistung zu tun haben könnte. Nun treten die Personen mit ihren jeweiligen Rollen in ein Gespräch, in dem jede/r seine Wünsche und Ansprüche an das Produkt bekanntgeben darf. Ein/e TeilnehmerIn schreibt die Wünsche während des Gespräches für alle sichtbar auf einem Plakat mit. Diese Punkte fließen nun in die Produktidee ein. Mit Hilfe dieser Rollen sollen Nachhaltigkeitsideen in die Produkt-/Dienstleistungsentwicklung einfließen und auch Widersprüche zwischen unterschiedlichen Ansprüchen an ein Produkt oder eine Dienstleistung (billiges Produkt – faire Entlohnung der Produzentinnen, ...) sichtbar werden.

Downloads für diese Phase:
Rollenbeschreibungen


Die Idee wird konkret! – und nachhaltig!

Gemeinsam wird nun das Produkt/die Dienstleistung näher präzisiert. In der Kleingruppe wird gemeinsam auf einem Plakat eine genaue Skizze des Produkts aufgezeichnet und beschriftet. Es wird weiters auf seine Nachhaltigkeit hin geprüft – dazu wird die „Checkliste nachhaltige Produkte/Dienstleistungen“ (siehe Datei) hergenommen. Gemeinsam werden die Fragen beantwortet und wenn möglich, wird das Produkt noch optimiert. Die Rohstoffe selbst, sowie der gesamte Produktions- und Handelsweg sollen so nachhaltig wie möglich sein.

Downloads für diese Phase:
Checkliste nachhaltige Produkte/Dienstleistungen


Werbeauftritt konzipieren – „It´s cool to sustain!“

Nun wird der Werbeauftritt geplant, dabei muss Folgendes überlegt werden:
Welche Zielgruppe soll unser Produkt/die Dienstleistung ansprechen?
Welche Werbekanäle möchten wir nutzen?
Welche Medien wären für die Bewerbung sinnvoll?
Welcher Inhalt soll vermittelt werden?
Welche Botschaft soll das Produkt transportieren?

Eine Werbeart wird nun ausgewählt und ausgestaltet (z.B. ein Plakat, ein Werbespot, Flyer,…).

Weiterführende Links:
 Link



Präsentation und „Verkauf“ der Ergebnisse

Jede Kleingruppe präsentiert nun ihr Produkt im Plenum mit einem möglichst professionellen, kreativen, verrückten – jedenfalls eindrücklichen Werbeauftritt. Dann findet ein erster Testlauf statt. Ein/e SprecherIn einer Kleingruppe führt mit einem Mitglied einer anderen Gruppe ein Verkaufsgespräch, in dem er/sie innerhalb von 1 Minute sein/ihr Gegenüber davon überzeugen muss, das Produkt zu kaufen bzw. die Dienstleistung in Anspruch zu nehmen. (Fast) alle Mittel sind erlaubt! Zum Abschluss dieser Einheit kann nun ein sportlicher und lustiger Wettkampf stattfinden – welche Produkte überzeugen die KonsumentInnen und schaffen es über den Ladentisch?



Zuletzt aktualisiert: 2015-03-10

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Altersgruppen:

15+

Dauer:

1-3 Std.

Themenbereiche:

Sprache, Wirtschaft, Religion, Kreativität

Verwendete Methoden:

Herbstlaub
Clustering
6-Brillen-Blick

Geeignet für:

  • Schule
  • außerschulische Jugendarbeit

Benötigte Materialien:

  • Papier, Moderationskarten, Stifte, PCs, Beamer (od. Fernseher)

Download des gesamten Materials:

 PDF anzeigen

Dieses Material wurde zur Verfügung gestellt von:

FORUM Umweltbildung
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