Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Lebensmittel sind (ver-)kostbar - Lebensmittel bewusst wahrnehmen mit allen Sinnen

© w.r.wagner / PIXELIO

Lebensmittel sind kostbar

Kinder werden auf spielerische und lustbetonte Art und Weise an das Thema „Lebensmittel bewusst wahrnehmen – bewusster Umgang mit Lebensmitteln“ herangeführt. Mit allen Sinnen werden Lebensmittel, die gesund sind und gleichzeitig gut schmecken, wahrgenommen und erforscht. Die Kinder stellen einander ihre liebsten Lebensmittel vor – dadurch werden Lebensmittel vielleicht ganz neu kennen und schätzen gelernt. Die Kinder wählen ein gemeinsames Lieblingslebensmittel, mit dem sie sich näher auseinandersetzen. Informationen über Herkunft und Produktion, Haltbarkeit und Lagerung sowie verschiedene Möglichkeiten der Zubereitung werden erarbeitet


ABLAUF

Obst- und Gemüse-Kim-Spiel

Zum Einstieg ertasten die TeilnehmerInnen vier verschiedene Obst- und/oder Gemüsearten im bereits vorbereiteten Tastsackerl (ein blickdichtes größeres Stoffsackerl mit vier verschiedenen Obst- und/oder Gemüsestücken befüllt). Der Schwierigkeitsgrad kann variiert werden, indem bezüglich der Form sehr verschiedene (z. B. Zwetschke, Apfel, Karotte, Karfiol) oder eher ähnliche Arten (z. B. Erdapfel/Kartoffel, Rote Rübe, Zwiebel, Paradeiser/Tomate) gewählt werden. Für größere Gruppen empfiehlt es sich, mehrere Tastsackerl vorzubereiten.
Die erste Herausforderung an die TeilnehmerInnen besteht darin, die Ergebnisse zunächst nicht zu verraten.
Wenn alle TeilnehmerInnen getastet haben, werden die Ergebnisse gemeinsam besprochen (Wie haben sich die Stücke angefühlt? Woran habt ihr die Karotte, … erkannt?) und der Inhalt des Sackerls besichtigt.


Weiterführende Links:
 gesundheit.gv.at


Downloads für diese Phase:
Hintergrundinformationen für PädagogInnen zum Thema Ernährung


Mein liebstes gesundes Lebensmittel

Die anleitende Person stellt nun einen Korb mit vielen verschiedenen Lebensmitteln, die gesund sind, gleichzeitig aber den TeilnehmerInnen gut schmecken (z. B. verschiedene Obst- und Gemüsearten, Brot, Käse, Wurst, Joghurt …), in die Mitte des Sitzkreises. Jede/r TeilnehmerIn wählt nun sein/ihr Lieblingslebensmittel aus und stellt es kurz vor. Wenn alle an der Reihe waren, wird gemeinsam ein Clustering vorgenommen, d. h. die Lebensmittel werden in Gruppen eingeteilt und dementsprechend auf verschiedenen Tischen aufgelegt (z. B. Milchprodukte, Gemüse, Obst, Brot & Gebäck, …).

Downloads für diese Phase:
Hintergrundinformation für PädagogInnen zum Thema Ernährung


Lebensmittelrallye

Jede/r TeilnehmerIn sucht nun jenen Tisch auf, auf dem sich sein/ihr Lebensmittel befindet – so entsteht bei jeder Lebensmittelgruppe eine Kleingruppe. Die anleitende Person muss hier ev. noch etwas regulieren, damit die Kleingruppen in etwa gleich groß sind (ev. Lebensmittelgruppen zusammenlegen, andere aufteilen, …).
Jede Kleingruppe bekommt nun ein Plakat, und jede/r TeilnehmerIn malt zunächst mit Buntstiften sein/ihr ausgewähltes Lebensmittel auf das Papier. Der Platz auf dem Plakat wird dabei so aufgeteilt, dass alle gleichzeitig arbeiten können.
Danach werden die Lieblingslebensmittel für die Verkostung vorbereitet: Obst/Gemüse wird gewaschen und/oder geschält, alles wird in kleine Stückchen geschnitten (damit genug für jede Person, die an der anschließenden Verkostung teilnimmt, da ist) und auf Tellern appetitlich angerichtet. Das vorbereitete Plakat wird ebenfalls auf den Tisch gelegt, die bunten Klebepunkte legt die anleitende Person in entsprechender Anzahl auf jeden Tisch dazu.
Wenn die Vorbereitungsarbeiten fertig sind, gibt die anleitende Person das Startsignal für die erste Verkostungsrunde: Jede Kleingruppe sucht eine Station auf und absolviert dort im Team folgende Aufgabe:
• Als Erstes werden die angebotenen Lebensmittel identifiziert (hier kann auch das Plakat helfen bzw. zur Kontrolle dienen).
• Nun dürfen die Lebensmittel gekostet werden. Jede/r TeilnehmerIn riecht an jedem Lebensmittel und kostet dann ein Stück.
• Jede/r TeilnehmerIn klebt auf das Plakat zu jedem Lebensmittel einen Klebepunkt (grün für „schmeckt mir sehr gut“, gelb für „geht so“, rot für „schmeckt mir nicht“).
Die anleitende Person behält den Überblick und gibt ein Signal zum Wechsel der Station, wenn alle Kleingruppen so weit sind. Falls notwendig, führt die anleitende Person die TeilnehmerInnen durch die Aufgaben und sagt für alle Kleingruppen laut Schritt für Schritt an, was zu tun ist.



Auswertung der Plakate

Wenn alle Stationen durchlaufen wurden, räumt jede Kleingruppe rasch ihre Station auf. Noch übrig gebliebene Lebensmittel werden nach Möglichkeit verzehrt. Bleiben noch Reste übrig, wird eine weitere Verwendungsmöglichkeit überlegt.
Die Gruppe trifft sich dann wieder im Kreis, und die Plakate mit den Lebensmitteln und Klebepunkten werden für alle sichtbar aufgehängt. Nun wird gemeinsam geschaut und besprochen: Gibt es ein Lebensmittel, das nur grüne Punkte hat, also allen Kindern geschmeckt hat? Welches Lebensmittel hat die meisten roten Punkte? Die Punkte können ausgezählt und die Lebensmittel nach ihrer Beliebtheit gereiht werden.



Wahl des Gruppenlebensmittels

Die Gruppe einigt sich nun auf ein gemeinsames Lieblingslebensmittel, welches anschließend besprochen wird. Dabei können folgende Fragen helfen:
•Wo, wie und wann wächst es bzw. woraus besteht es und wie wird es hergestellt?
•Wie kommt es zu uns?
•Was kann alles daraus gekocht und hergestellt werden? Besonders interessant wäre es hier, wenn auch Rezepte und Zubereitungsarten aus anderen Ländern und Kulturen einbezogen werden.
•Wie lange kann man das Lebensmittel aufbewahren (Haltbarkeit), und wie muss es gelagert werden (z. B. im Kühlschrank)?
Das Lebensmittel wird von jedem/r TeilnehmerIn auf ein Blatt Papier oder ins Heft gezeichnet, die wichtigsten besprochenen Informationen werden dazugeschrieben.
Ist es nicht möglich, sich auf ein Lebensmittel zu einigen, können auch mehrere Lebensmittel ausführlicher besprochen werden. Es muss dafür nur entsprechend mehr Zeit einkalkuliert werden.

Weiterführende Links:
 AMA - Erntezeiten häufiger Obstsorten
 AMA - Erntezeiten häufiger Gemüsesorten
 Umweltberatung - Saisonkalender
 Lebensministerium - Tipps zur Lagerung



Werbespots gestalten und präsentieren

Die TeilnehmerInnen begeben sich wieder in ihre Kleingruppe und überlegen, wie sie in einem kurzen Werbespot das Lebensmittel auf lustige Weise bewerben könnten. Die Szenen werden kurz geübt und abschließend im Plenum vorgespielt.


Saisonkalender basteln

Jede/r TeilnehmerIn erhält eine Kopie der ersten beiden Seiten des Arbeitsblattes „Saisonkalender“ und eine Musterbeutelklammer/
Spreizklammer. Die beiden Kreise werden ausgeschnitten, beim kleineren Kreis auch das eingezeichnete Segment, und mit der Musterbeutelklammer/Spreizklammer im Mittelpunkt verbunden. Die auseinandergespreizte Klammer wird auf der Rückseite mit einem Klebeband festgeklebt, um sie zu fixieren und um Verletzungen vorzubeugen. Eventuell können die Löcher, um die die Scheibe gedreht wird, zuvor noch mit Verstärkungsringen versehen werden. Die obere Scheibe kann nun gedreht werden, und die Informationen zum jeweiligen Monat werden sichtbar. Gemeinsam wird der fertige Kalender studiert, und die anleitende Person gibt Anregungen zu dessen weiterer Verwendung.


Downloads für diese Phase:
Arbeitsblatt Saisonkalender


Ergänzungsmodul: Lebensmittel der Woche/Lebensmittel des Monats

Am Beginn der Aktionsphase schauen sich TeilnehmerInnen und BetreuerInnen gemeinsam den Saisonkalender an und wählen für jeden Abschnitt des Aktionszeitraumes (z. B. für jeden Monat oder jede Woche) ein Lebensmittel aus. Der Einstieg in dieses Modul kann auch über ein Ratespiel erfolgen, bei dem die Lebensmittel zunächst den richtigen Abschnitten im Saisonkalender zugeordnet werden müssen.
Anschließend wird vereinbart, wer wann welches Lebensmittel (roh bzw. verarbeitet) in welcher Menge für alle TeilnehmerInnen zum Verkosten mitnimmt. Im Laufe der Projektlaufzeit sollen so auch verschiedene Zubereitungsarten vorgestellt werden.
Jede Woche bzw. jeden Monat wird auf diese Weise ein Lebensmittel vorgestellt/besprochen und verkostet. Die einzelnen Lebensmittel und die darüber gewonnenen Informationen können wie in Phase 5 beschrieben dokumentiert werden. So hat jede/r TeilnehmerIn am Ende des Projekts ein kleines Lexikon mit Informationen zu schmackhaften, saisonalen Lebensmitteln. Der schön bemalte Saisonkalender kann als Deckblatt für dieses kleine interessante Heftchen dienen.

Besonderer Hinweis zur Dauer der Phase: Wir empfehlen 20 Minuten zur Einführung und je ca. 15 Minuten pro Woche bzw. Monat.

Weiterführende Links:
 Umweltberatung: Saisonkalender für Obst und Gemüse
 Gesundheit.gv.at: Gesunde Rezepte




Ziele

  • Die TeilnehmerInnen können verschiedene Lebensmittel mit unterschiedlichen Sinnen (schmecken, fühlen, riechen, …) wahrnehmen, ihre Sinneserfahrungen beschreiben und diese mit anderen TeilnehmerInnen besprechen.
  • Die TeilnehmerInnen kennen verschiedene Lebensmittel und können deren Wert für ihre eigene Gesundheit einschätzen.
  • Die TeilnehmerInnen verfügen zu ausgewählten Lebensmitteln über Erfahrungswissen und altersgemäße Informationen bezüglich Herkunft und Produktion, Haltbarkeit und Lagerung sowie verschiedene Möglichkeiten der Zubereitung.
  • Die TeilnehmerInnen erlangen Bewusstsein für den Wert von Lebensmitteln, kommen zu einem bewussteren Umgang damit und tragen so in ihrem eigenen Wirkungsbereich zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen bei.

Konnex zum Lehrplan


Sachunterricht
  • „SchülerInnen unterstützen, ihre unmittelbare Lebenswirklichkeit zu erschließen (….) und an entsprechenden Beispielen die vielseitige Betrachtungsweise der Wirklichkeit (…) bewusst machen.“
  • „Durch kindgemäßen und gleichzeitig sachgerechten Unterricht zu einem differenzierten Betrachten und Verstehen ihrer Lebenswelt führen und sie damit zu bewusstem und eigenständigem und verantwortlichem Handeln befähigen.“
  • „Die Bedeutung gesunder Lebensführung erkennen und gesundheitsbewusstes Verhalten an einigen Beispielen (z. B. Ernährung) anbahnen.“
  • "Das Verständnis für Bereiche des Versorgtwerdens, Versorgens und Vorsorgens erweitern und vertiefen. Einsicht in wirtschaftliche Zusammenhänge und dementsprechend eigenverantwortliches Handeln anbahnen.“
  • „Die Beziehung des Menschen zur Natur verstehen lernen – für die Ernährung (Gemüse, Obst, Futterpflanzen; Eier, Milch, Fleisch).“

Besondere Hinweise

Es sollen Lebensmittel ausgewählt/vorgestellt werden, die gesund, regional, saisonal (Informationen zu diesen Begriffen finden sich im Download „Hintergrundinformationen für PädagogInnen zum Thema Ernährung“) sind und gleichzeitig den TeilnehmerInnen gut schmecken.
Dieser Umsetzungsvorschlag bietet die Möglichkeit, sich durch die aufeinander aufbauenden Phasen intensiv mit dem Thema zu beschäftigen. Die meisten Phasen können aber auch als eigenständige Einheiten umgesetzt werden.
Die Lebensmittelrallye ist z. B. auch für Schulfeste, Elternabende (SchülerInnen bereiten Ratespiele für Eltern vor) und ähnliche Veranstaltungen geeignet. Ev. sind für die Durchführung zusätzliche Erwachsene hilfreich.

Zuletzt aktualisiert: 2015-05-19

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Altersgruppen:

6-10

Dauer:

1-3 Std.

Themenbereiche:

Sprache, Naturwissenschaften, Gesundheit, Lebensraum, Wirtschaft, Soziales

Verwendete Methoden:

Kim-Spiel
Gespräch/Clustering im Plenum
Lebensmittelrallye mit Verkostung, individueller Bewertung und Auswertung
Plakatgestaltung
Unterrichtsgespräch und Dokumentation von Hintergrundwissen
Gestalten und Präsentieren eines Werbespots
Basteln eines Saisonkalenders
Weiterführend: Arbeiten mit dem Saisonkalender

Geeignet für:

  • Schule
  • außerschulische Jugendarbeit

Benötigte Materialien:

  • Tastsackerl (blickdichtes Stoffsackerl)
  • 4 Stück verschiedenes Obst und/oder Gemüse (z. B. Apfel, Karotte, …)
  • Teller für die Verkostung
  • Schneidbretter
  • Messer
  • Servietten
  • Plakate oder Flipchartpapier
  • Klebeband
  • Klebepunkte in den Farben Rot, Gelb, Grün (jeweils in Gruppenstärke)
  • Vielfältige gesunde Lebensmittel: ausreichend viele, damit jede/r TeilnehmerIn sein/ihr Lieblingslebensmittel auswählen kann und die Lebensmittel in ausreichender Menge für eine Verkostung durch die ganze Gruppe zur Verfügung stehen.
  • Ev. Gong oder anderes Geräuschinstrument
  • Ev. Verstärkungsringe
  • Für jede/n TeilnehmerIn:
  • Buntstifte
  • Schere
  • Heft oder Blatt Papier
  • Kopien des Arbeitsblattes „Saisonkalender“
  • 1 Musterbeutelklammer/Spreizklammer

Dieses Material wurde zur Verfügung gestellt von:

FORUM Umweltbildung
Homepage

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Hintergrundinformation zum Thema Konsum & Lebensstil

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