Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Ökologische Beschaffung an unserer Schule

Ökologische Beschaffung

In diesem Unterrichtsvorschlag erfahren die SchülerInnen, dass ökologische Beschaffung dazu beiträgt, Ressourcen zu schonen und damit auch den nachfolgenden Generationen eine ausreichende Lebensgrundlage zu erhalten. Der Einfluss der SchülerInnen und LehrerInnen auf die (ökologische) Beschaffung beschränkt sich auf die Alltagsbereiche, in denen sie zwar nicht die direkten Entscheidungsträger sind, jedoch durch ihre Meinung und Erfahrung das Konsumverhalten beeinflussen können und damit einen sehr wichtigen Beitrag zur Umweltentlastung leisten.
Die SchülerInnen erarbeiten sich selbst im Gespräch miteinander und durch gezielte Recherche Basiswissen zum Thema. Im Team wird eine Plenumsdiskussion mit dem/der schulinternen ExpertIn vorbereitet, durchgeführt und dokumentiert. Durch die Arbeit an einem Text setzen sich die SchülerInnen mit den Möglichkeiten in ihrem eigenen Wirkungsbereich auseinander und entwickeln Ideen dazu.


ABLAUF

Worum geht es bei ökologischer Beschaffung?

In einem gemeinsamen Brainstorming wird überlegt, was ökologische Beschaffung bedeutet. Wie funktioniert der Schulhaushalt? Wer bestimmt und veranlasst, was gekauft wird? Welche Bereiche umfasst die Beschaffung? Alle Fragen, die gemeinsam nicht geklärt werden können, werden aufgelistet.


Gründe für ökologische Beschaffung

Warum sollte die öffentliche Hand, bzw. die Schule ökologische Beschaffung leisten? Alle Gründe und Argumente werden aufgelistet. Unter folgendem Link kann dazu recherchiert werden:

Weiterführende Links:
 FORUM Umweltbildung



Input und Diskussion mit schulinterner/m ExpertIn

Um die offenen Fragen zur ökologischen Beschaffung der Schule zu klären und zum Thema zu diskutieren soll der/die Zuständige der Schule für Beschaffung zu einer Diskussion in die Klasse eingeladen werden. Die SchülerInnen laden sie/ihn ein, in die Klasse zu kommen, einen kurzen Input zu halten, wie der Schulhaushalt und die (ökologische) Beschaffung funktioniert und sich einer Diskussion darüber zu stellen.
Die SchülerInnen bereiten sich in Teams auf die Diskussion vor: Alle offengebliebenen Fragen werden aufgelistet, um sie dann stellen zu können. Weitere Fragen werden gesammelt und aufgelistet, z.B.:
• Werden ökologische Produkte eingekauft? Wenn nein, warum nicht?
• Welche Produkte könnten in Zukunft ökologisch beschafft werden?
• Was wäre notwendig, damit mehr ökologisch beschafft werden kann?
Um für eine Diskussion über den Sinn von ökologischer Beschaffung gewappnet zu sein, wird auch die Liste mit den Argumenten für ökologische Beschaffung bereitgehalten. Weiters wird festgelegt, wer den Gast begrüßt und einleitende Worte spricht, wer die Diskussion moderiert, wer filmt und fotografiert, wer mitschreibt, ev. kann auch vorbesprochen werden, wer welche Fragen stellt.
Für die Durchführung der Diskussion kann die Klasse nach Belieben gestaltet werden (Sesselkreis, Podium, Lounge-Charakter schaffen,…). Für die Veranstaltung sollen ca. 60 Minuten eingplant werden.



Dokumentation und Verwertung der Informationen

Nach der Veranstaltung werden die Informationen, Mitschriften, Mitschnitte und Fotos in einer Dokumentation verwertet – diese kann auf verschiedene Art und Weise gestaltet werden: z.B. als Wandzeitung für alle SchülerInnen der Schule, als Beitrag in der Schul- oder Regionalzeitung, als kleiner Film,…


Kann ich denn etwas tun? Mein Beitrag ist doch so klein...

Möglicherweise ist in den vorangegangenen Punkten bereits thematisiert worden, dass die Mitwirkung der SchülerInnen bei der öffentlichen Beschaffung Grenzen hat.
Der Text unter unten angeführtem Link wird von allen SchülerInnen aufmerksam gelesen (wichtige Punkte und Aussagen, zu denen Widerspruch oder Zustimmung abgegeben wird, werden markiert), dann darüber diskutiert:
• Welche Punkte im Text siehst du auch so? Welche nicht? Warum?
• Glaubst du, dass durch Nachfrage die Entwicklung und Produktion von nachhaltigen Produkten vorangetrieben wird?
• Wie stillst du deine individuellen Bedürfnisse? Achtest du persönlich bei einem Kauf auf nachhaltige Produktion oder schaust du allein auf das Preis-Leistungs-Verhältnis?
• Denkst du, dass du andere durch deine Vorbildwirkung zum Umdenken bringen kannst? Hast du dich selbst schon mal durch das Vorbild eines anderen beeinflussen lassen?


Downloads für diese Phase:
Arbeitstext: "Kann ich denn etwas tun?"


Ideen sammeln

Gemeinsam werden Ideen gesammelt, was jede/r Einzelne tun kann bzw. was die Klasse gemeinsam tun kann. Die Ideen werden für alle sichtbar aufgelistet. Unter folgenden Links finden sich noch Anregungen:

Weiterführende Links:
 FORUM Umweltbildung




Kompetenzorientierte Lernziele

  • Die SchülerInnen wissen, dass ökologische Beschaffung Ressourcen schont und damit dazu beiträgt, auch der nächsten Generation eine ausreichende Lebensgrundlage zu gewährleisten.
  • Die SchülerInnen kennen Möglichkeiten, wie sie in ihrem eigenen Wirkungsfeld zur ökologischen Beschaffung bzw. Schonung der Ressourcen beitragen können und können selbst dazu Ideen entwickeln.
  • Die SchülerInnen können anhand eines selbst angefertigten Fragenkatalogs mit einem/r ExpertIn im Plenum diskutieren und relevante Informationen erfragen.
  • Die SchülerInnen haben eine grundsätzliche Vorstellung darüber, was ökologische Beschaffung bedeutet und können dies argumentativ untermauern.

Konnex zum Lehrplan


Biologie und Umweltkunde
  • „An konkreten Beispielen hat nachhaltige Entwicklung (vgl. Agenda 21, Aktionsprogramm der Vereinten Nationen zu Umwelt-und Entwicklungsvorhaben aus 1992) als zentrale Perspektive zukünftiger Entscheidungen deutlich zu werden.“ (5.-8. Klasse – Didaktische Grundsätze)
Geografie und Wirtschaftskunde
  • „Gesellschaftskompetenz - die persönliche Rolle als Konsument bzw. Konsumentin kritisch durchleuchten und die volkswirtschaftliche Bedeutung des Konsumverhaltens erkennen“ (5.-8. Klasse – Bildungs- und Lehraufgabe)
  • „Wirtschaftskompetenz - Erwerb grundlegender Kenntnisse und konkreter Einblicke in innerbetriebliches Geschehen“ (5.-8. Klasse – Bildungs – und Lehraufgabe)
Haushaltsökonomie und Ernährung
  • „Die SchülerInnen sollen die Zusammenhänge zwischen Ökonomie und Ökologie erkennen und die Auswirkungen umweltrelevanter Handlungen verstehen“ (5. Klasse)

Besondere Hinweise

Eine rechtzeitige Terminabsprache mit dem Gast (schulintern Zuständige/r für Beschaffung) ist Voraussetzung.

Zuletzt aktualisiert: 2015-12-15

 zurück zur vorigen Seite


Altersgruppen:

15+

Dauer:

1/2 Tag

Themenbereiche:

Sprache, Gesundheit, Wirtschaft, Technik

Verwendete Methoden:

Brainstorming
Internetrecherche
Vorbereitung
Durchführung und Dokumentation einer Diskussion mit ExpertIn Textarbeit
Sammeln von Ideen

Geeignet für:

  • Schule

Benötigte Materialien:

  • Plakate oder Flipchartpapier
  • Dicke Stifte oder Plakatschreiber
  • Kamera oder Audioaufnahmegerät
  • Fotoapparat
  • Schreibzeug für jede/n SchülerIn
  • Ausdruck des Textes (Link siehe Quellen) in Klassenstärke

Dieses Material wurde zur Verfügung gestellt von:

FORUM Umweltbildung
Homepage

Weitere Umsetzungsvorschläge zum Thema Konsum & Lebensstil:

 Was heißt hier: nachhaltig Wirtschaften?
 Check dein Kosmetikum
 Rund ums Recyclingpapier

Hintergrundinfos zum Thema Konsum & Lebensstil:

 Internet-Portale
 Lebensmittel sind kostbar!