Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Müllarchäologen unterwegs

Durch die Erforschung des Phänomens Littering und dem Anlegen einer Müllkarte in der Schulumgebung setzen sich die Kinder mit dem Phänomen des achtlos im öffentlichen Raum weggeworfenen Abfalls auseinander. Das Schreiben eines fiktiven Forschungsberichts regt zum Nachdenken über die Auswirkungen des Müllproblems in der Zukunft an. Ganz „nebenbei“ sammeln die Kinder in der Schulumgebung den Abfall ein und leisten so einen wertvollen ersten Beitrag zu einer sauberen Schulumgebung.


ABLAUF

Was ist Littering?

Ein Unterrichtsgespräch zum Thema Littering kann mit folgender Rätselfrage beginnen: „Was haben ein zerknülltes Taschentuch, ein benutzter Kaugummi, eine leere Coladose und eine alte Zeitung gemeinsam?“ Auflösung: sie liegen oft am Straßenrand, an Haltestellen, auf Plätzen oder neben Parkbänken – kurz gesagt, im öffentlichen Raum – herum. Dieses Phänomen trägt den Namen Littering – der Begriff kommt aus dem Englischen und bedeutet soviel wie „zumüllen“. Was habt ihr damit für Erfahrungen gemacht? Was liegt so alles herum? Wo findet man diese Dinge überall? Wo nicht? Warum denkt ihr, werden Dinge achtlos weggeworfen?


Müllkartierung

Die Gruppe bildet Teams mit je 4 Kindern. Jedes Team wird mit Müllsack, Karte und Gummihandschuhen ausgerüstet und erforscht einen Teil des Schulgeländes (alternativ kann auch ein Park, ein Sportplatz, eine Fußgängerzone,… erforscht werden) – dazu wird ein A3 Blatt ausgegeben auf dem zunächst die zu erforschende Zone mit markanten Punkten skizziert wird. (für Kinder der 5. Und 6. Schulstufe müssen die Pläne ev. von dem/der PädagogIn vorbereitet werden). Die Teams schwärmen aus zu ihrer Forschungszone und zeichnen den herumliegenden Abfall auf ihrer Karte ein. Dabei können verschiedene Symbole verwendet werden (z.B. Kreis für Biomüll, Dreieck für Glas, Stern für Metall,…). Jedes kartierte Stück wird eingesammelt und später im richtigen Müllbehälter entsorgt.


Auswertung der Müllkarten

Die Teams treffen sich wieder in der Klasse und erläutern dem Plenum jeweils ihre Karten. Wie viele „Müllobjekte“ hat jede Gruppe gesammelt?
In der Gruppe werden folgende Fragen besprochen und diskutiert:
• Warum wurde der Müll gerade hier weggeworfen? (uneinsichtiges Plätzchen, keine Mistkübel vorhanden…)
• Ist Littering ein Kavaliersdelikt?
• Zieht Müll weiteren Müll an? D.h. wenn schon Müll herumliegt, senkt das die Hemmschwelle, noch weiteren Müll dazu zu werfen? Warum?
• Wie könnte man das achtlose Wegwerfen von Abfall vermindern?



Müllarchäologen

Für Archäologen ist Abfall ein wichtiges Forschungsobjekt – sie gewinnen dabei Erkenntnisse über die Lebensgewohnheiten ihrer Vorfahren. Tonscherben, alte Werkzeuge, und vieles mehr geben darüber Auskunft. Was werden von uns in 2500 Jahren Archäologen finden? Was werden sie für Schlüsse daraus ziehen? Lasst eure Phantasie spielen und schreibt einen Forschungsbericht. Lest euch gegenseitig eure Berichte vor oder gestaltet damit eine Wandzeitung, an der alle Kinder in den Berichten schmökern können.


Weiterführende Aktivitäten

Aus dem gesammelten Müll kann eine oder mehrere Collagen gestaltet werden. Dazu einfach Gips in eine Wanne gießen (ca. 4-5 cm hoch) und die einzelnen Objekte hineindrücken. Wenn der Gips vollständig ausgehärtet ist, wird das Kunstwerk vorsichtig aus der Wanne gelöst und kann ausgestellt werden.



Kompetenzorientierte Lernziele

  • Die TeilnehmerInnen wissen, was Littering bedeutet und welche möglichen Gründe und Auswirkungen hinter diesem Phänomen stecken.
  • Die TeilnehmerInnen erfahren, wie man einen konkreten Beitrag zu einer sauberen Umgebung leisten kann.
  • Die TeilnehmerInnen wissen, dass sie für eine saubere Umgebung mitverantwortlich sind.

Konnex zum Lehrplan


Biologie und Umweltkunde
  • „Ökologie und Umwelt - Positive wie negative Folgen menschlichen Wirkens sind hinsichtlich ihrer Auswirkungen zu analysieren und zu hinterfragen. Umweltprobleme, deren Ursachen und Lösungsvorschläge sind zu erarbeiten. Umwelt-, Natur- und Biotopschutz sollen an konkreten Beispielen demonstriert werden.“ (5.-8. Schulstufe)

Besondere Hinweise

Die Einheiten finden vorwiegend im Freien statt.

Zuletzt aktualisiert: 2014-05-23

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Altersgruppen:

11-14

Dauer:

1-3 Std.

Themenbereiche:

Sprache, Naturwissenschaften, Lebensraum, Soziales

Verwendete Methoden:

Unterrichtsgespräch
Müllkarte erstellen und auswerten
Verfassen eines fiktiven Forschungsberichts

Geeignet für:

  • Schule

Benötigte Materialien:

  • Müllsäcke
  • Gummihandschuhe
  • A3-Papier und Buntstifte
  • Papier oder Heft zum Verfassen eines Berichts

Dieses Material wurde zur Verfügung gestellt von:

FORUM Umweltbildung
Homepage


Hintergrundinformation zum Thema Abfall

 Schule und Littering

Projektbeispiele zum Thema Abfall:

 Die Abfallkartierung
 WERT-VOLLER LEBEN
 Dübendorf braucht dich