Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Die Reise meines Apfels

© Quelle: Wikipedia, Viola Sonans

Wenn ein Apfel sprechen könnte… die Kinder setzen sich mit einem selbst mitgebrachten Apfel auseinander und recherchieren seine Herkunft und die Sorte. Gemeinsam werden die Informationen über die Äpfel ausgewertet – nicht nur mit dem Gehirn, sondern mit allen Sinnen auch bei der Apfelverkostung. Die Kinder erfahren, dass der Konsum eines Produkts Auswirkungen auf die Umwelt hat und erarbeiten Möglichkeiten, wie man diese Auswirkungen beeinflussen kann. Der Sinn von regionalem und – durch das Basteln eines Saisonkalenders – saisonalem Konsum wird den Kindern auf diese Weise näher gebracht.


ABLAUF

Vorbereitung – Apfel mitbringen

Die Kinder bekommen die Aufgabe, für die eigentliche Einheit einen Apfel mitzubringen und 3 Dinge in Erfahrung zu bringen:
1. Wo wurde der Apfel gekauft oder gepflückt? (Supermarkt, Bauernmarkt, … oder eigener Garten?)
2. Aus welchem Land kommt er?
3. Wie heißt er (Sortenbezeichnung)?



Äpfel begutachten und verkosten

Die Kinder sitzen in einem Sesselkreis und legen ihren Apfel vor sich in die Mitte des Kreises. Zunächst wird kurz besprochen, wie die Kinder zu ihrem Apfel gekommen sind (1. Frage) – es kann kurz mit Handheben abgezählt werden, wie viele Äpfel aus dem Garten kommen, aus dem Supermarkt, vom Bauern,… um einen ersten Überblick zu bekommen.
Nun kommt die Weltkarte zum Einsatz – mit Stecknadeln wird die Herkunft jedes einzelnen Apfels markiert. Welcher Apfel ist am weitesten gereist? Wie viele Äpfel kommen aus Österreich, wie viele nicht? Was ist das Problem, wenn Lebensmittel sehr weit reisen müssen? (hauptsächlich: hoher CO2-Ausstoß durch Transport)
Auf einem Plakat werden nun die verschiedenen Apfelsorten in einem Raster aufgeschrieben. Zuvor kann man die Kinder noch schätzen lassen, wie viele verschiedene Apfelsorten sich in der Mitte des Kreises befinden. Zu jeder Apfelsorte können im Raster noch verschiede Eigenschaften eingetragen werden (z.B. Farbe, Größe, Beschaffenheit der Schale, Geschmack).
Die Äpfel werden nun gewaschen und in Stücke geschnitten, sodass möglichst jedes Kind von jeder Sorte ein Stückchen kosten kann.



Besser regional und saisonal

Mit den Kindern wird gemeinsam besprochen, warum man besser regional (keine langen Lieferwege – weniger Abgase, besser fürs Klima, …) und saisonal (Obst/Gemüse muss nicht gekühlt werden – weniger Stromverbrauch, besser fürs Klima, saisonales Obst/Gemüse hat mehr Nährstoffe,…) einkaufen soll. Wie geht das? Gemeinsam Lösungen finden und ev. auf ein Plakat schreiben (Obst/Gemüse beim Bauern einkaufen, selbst ziehen, auch im Supermarkt Waren aus der Region bevorzugen, vorwiegend saisonales Obst/Gemüse essen,…)


Saisonkalender basteln

Wann wächst bei uns welches Obst/Gemüse? Gemeinsam wird ein Saisonkalender für die Pinnwand in der Klasse gebastelt. Zunächst werden auf das vorbereitete Plakat mit dem Raster die Spalten die Monate des Jahres eingetragen. Nun einigen sich die Kinder (selbst oder mit Hilfe des/der PädagogIn), wer welche Obst- oder Gemüsesorte übernehmen möchte. Jedes Kind malt nun ihr/sein Obst bzw. Gemüse auf ein Blatt Papier und schneidet es aus – so groß, dass es in den Raster passt. Nun werden die einzelnen Sorten auf den Kalender geklebt: in die erste Spalte kommt das Obst bzw. Gemüse, dann wird gemeinsam überlegt, in welchen Monaten das gute Stück bei uns in Österreich reif ist und auf dem Kalender eingezeichnet. In einigen Fällen muss bestimmt nachgeschaut werden – dazu einfach den Saisonkalender ausdrucken.

Downloads für diese Phase:
Saisonkalender für Obst und Gemüse (Quelle: die umweltberatung)


Abschluss und Ausblick

Das fertige Werk wird nun noch zum Abschluss gemeinsam betrachtet. Was fällt auf? In welchen Monaten sind viele Sorten reif, in welchen Monaten gibt es nicht so viel? Was könnte man alles essen, wenn die „mageren“ Monate kommen? Gemeinsam werden Ideen gefunden und aufgeschrieben.



Kompetenzorientierte Lernziele

  • Die Schülerinnen und Schüler kennen unterschiedliche Herkunftsorte und unterschiedliche Transportwege von Äpfeln, die im Handel angeboten werden. Sie kennen positive und negative Auswirkungen des Konsums von Äpfeln verschiedener Herkunft.
  • Die Kinder wissen über Möglichkeiten bescheid, wie man diese Auswirkungen im eigenen Wirkungsbereich beeinflussen kann.
  • Die Kinder können verschiedene Apfelsorten in einer Verkostung mit allen Sinnen wahrnehmen und die Unterschiede und ihre persönlichen Vorlieben beschreiben.
  • Die Kinder wissen in Ansätzen, was regionaler bzw. saisonaler Konsum bedeutet und kennen die Hauptsaison der wichtigsten Obst- bzw. Gemüsesorten in Österreich.

Konnex zum Lehrplan


Sachunterricht
  • „Die eigene Verantwortung gegenüber der Natur allmählich erkennen. (…) Umweltbewusst handeln: Umweltverschmutzung im eigenen Bereich vermeiden“ (I. Grundstufe)
  • „Verständnis über die ökologischen Auswirkungen menschlichen Handelns gewinnen. (…) Dabei die Erkenntnis gewinnen, dass der Mensch die Natur behutsam nutzen, sie aber auch stören und zerstören kann (Probleme identifizieren: Abfall, Luft- und Wasserverschmutzung)“ (II. Grundstufe)
  • „Sich umweltgerecht verhalten“ (II. Grundstufe)

Besondere Hinweise

Jedes Kind soll zur Einheit selbst einen Apfel mitbringen – bitte rechtzeitig besprechen

Zuletzt aktualisiert: 2014-05-23

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Altersgruppen:

6-10

Dauer:

1-3 Std.

Themenbereiche:

Sprache, Naturwissenschaften

Verwendete Methoden:

Informationen einholen, ordnen und besprechen anhand eines Apfels
Unterrichtsgespräch
Verkostung
Saisonkalender basteln

Geeignet für:

  • Schule
  • außerschulische Jugendarbeit

Benötigte Materialien:

  • 1 Apfel pro Kind (bringen Kinder selbst mit)
  • Plakate und dicke Stifte
  • eine Weltkarte
  • Stecknadeln (eine pro Kind)
  • ein großes Plakat mit einem Raster (12 Spalten für die Monate, 1 Spalte für die Bezeichnung der Obst- Gemüsesorten und pro Kind mindestens eine Zeilen für die Obst- bzw. Gemüsesorten)
  • ein ausgedruckter Saisonkalender
  • Papier
  • Buntstifte und Schere für jedes Kind

Dieses Material wurde zur Verfügung gestellt von:

FORUM Umweltbildung
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