Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Die Geschichte der Dinge

© Frank Witscherkowsky / PIXELIO

Jedes Produkt hat seine eigene Geschichte. Und diese Geschichte ist oftmals viel länger als wir auf den ersten Blick erkennen können. Sie beginnt beim Anbau der Rohstoffe, geht über die Herstellung, den Handel und unseren eigenen Gebrauch bzw. Verbrauch, und endet noch lange nicht im heimischen Mülleimer. Die Kinder sollen einen ersten Einblick bekommen, welche Phasen ein Produkt durchläuft und welche Rohstoffe und Arbeitsleistungen dahinter stecken. Auf kreative Weise sollen sie ihre eigenen Überlegungen dazu ausarbeiten und dokumentieren.


ABLAUF

Mindmap: Die unterschiedlichen Geschichten zwei gleicher und doch recht verschiedener Äpfel

Die Gruppe sitzt wenn möglich im Kreis. Zwei Körbchen mit Äpfeln werden in die Mitte des Kreises gestellt – in einem Korb befinden sich Äpfel aus dem Garten, im anderen sind importierte Äpfel aus dem Supermarkt. Gemeinsam wird nun überlegt: Wo kommen diese Äpfel her? Wie wurden sie hergestellt? Was war dafür alles nötig?

Die Überlegungen werden auf einem Plakat festgehalten und dafür wird eine Mindmap angelegt. Diese Technik eignet sich, um den Weg des Apfels zurück zu verfolgen und bei jedem einzelnen Schritt auch noch weiter zu denken. Beim Apfel aus dem Garten geht das relativ einfach und die Mindmap wird wahrscheinlich recht überschaubar. Dann wird auf einem zweiten Plakat eine Mindmap für den Apfel aus dem Supermarkt angelegt (z.B. Apfel – im Supermarkt gekauft – mit dem Lastwagen vom Großlager gebracht – im Großlager gekühlt - mit dem Lastwagen vom Hafen zum Großlager gebracht – per Schiff aus Südafrika gebracht…) So kann eine richtige Kette gezeichnet werden. Bei jedem Schritt soll auch überlegt werden, was dafür alles an Rohstoffen nötig war (z.B. Erdöl für Treibstoff für den Lastwagen, Kartons und Plastikkisten für die Lagerung, Strom zum Kühlen der Äpfel…). Die benötigten Rohstoffe werden jeweils mit einer anderen Farbe zu den einzelnen Stationen geschrieben – so verzweigen sich die einzelnen Stationen noch und es entsteht eine richtige Karte – die Mindmap. Die Aufzeichnungen werden immer weiter ergänzt und so zu einer möglichst ausführlichen Geschichte des Apfels ausgebreitet.
Während des Nachdenkens können die Äpfel zur Stärkung verspeist werden. Nebenbei kann auch noch getestet werden, welcher Apfel besser schmeckt – der aus dem Supermarkt oder der aus dem Garten.


Auswertung der beiden Geschichten

Wenn die beiden Mindmaps fertig sind, werden sie einander gegenüber gestellt und verglichen. Dabei werde folgende Punkte verglichen:
Wie weit sind beide Äpfel ungefähr jeweils gereist?
Welche und wie viele Rohstoffe haben die beiden Äpfel jeweils gebraucht, bis sie bei euch gelandet sind? (es reicht eine sehr grobe Einschätzung – sehr viel Rohstoffe oder wenig bis gar keine)
Wie viel haben beide Äpfel jeweils gekostet?


Überlegungen zum eigenen Konsum

Nun wird in der Gruppe diskutiert: Welchen Apfel sollte man aus eurer Sicht bevorzugen und warum?
Was kann man tun, wenn man keinen eigenen Apfelbaum besitzt und dennoch keine Äpfel aus fernen Ländern essen möchte? (regional beim Biobauern einkaufen, Äpfel aus Österreich, saisonal kaufen…).
Die Ideen werden auf einem Plakat aufgelistet und im Raum aufgehängt.



Kompetenzorientierte Lernziele

  • Die TeilnehmerInnen wissen am Beispiel des Apfels welche Phasen ein Produkt bei seiner Herstellung bis zur/zum KonsumentIn durchläuft und welche Ressourcen dabei verbraucht werden.
  • Die TeilnehmerInnen sind in der Lage mit der Methode des Mindmappings selbst und in Zusammenarbeit mit der Gruppe logische Zusammenhänge und Abläufe erarbeiten.
  • Die TeilnehmerInnen können durch die gewonnenen Erkenntnisgewinn Handlungsmöglichkeiten für das eigene Konsumverhalten ableiten.

Konnex zum Lehrplan


Geographie und Wirtschaftskunde
  • „Erkennen, wie Rohstoffe und Nutzenergie gewonnen und zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern gebracht werden.“ (1. Klasse)
  • „Einsehen, dass Rohstoffe und Energieträger auf der Erde ungleichmäßig verteilt und begrenzt vorhanden sind und dass ihre Nutzung oft die Umwelt belastet.“ (1. Klasse)
  • „Erkennen, wie Güter in Betrieben verschiedener Art und Größe in unterschiedlichen Organisationsformen erzeugt werden.“ (2. Klasse)
  • „Erfassen der Auswirkungen von Betrieben und Produktionsprozessen auf die Umwelt.“ (2. Klasse)

Besondere Hinweise

Statt Äpfel kann natürlich auch anderes saisonales Obst oder Gemüse verwendet werden.

Zuletzt aktualisiert: 2016-06-14

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Altersgruppen:

11-14

Dauer:

1-3 Std.

Themenbereiche:

Sprache, Naturwissenschaften, Gesundheit, Wirtschaft, Religion

Verwendete Methoden:

Mindmap und Auswertung

Geeignet für:

  • Schule
  • außerschulische Jugendarbeit

Benötigte Materialien:

  • Plakat und Stifte
  • Äpfel – einige Stück aus dem Garten und einige Stück importierte Äpfel aus dem Supermarkt (von beiden Sorten so viele Stück, dass jedes Kind mindestens eine Spalte von beiden Sorten kosten kann)

Dieses Material wurde zur Verfügung gestellt von:

FORUM Umweltbildung
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Methodenbeschreibung:

 So funktioniert Mind Mapping