Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Auswirkungen auf Siedlungen und Industrie

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Urbanisierung von Küstengebieten

Die weltweite Urbanisierung an Küstengebieten bedeutet, dass auf Grund der steigenden Bevölkerungsdichte schon in naher Zukunft viel mehr Menschen Überflutungen ausgesetzt sein werden. Ein Szenario mittlerer Wahrscheinlichkeit des IPCC ( so definiert das IPCC die Wahrscheinlichkeit) bezüglich Meeresspiegel-Erhöhung (um 40cm) würde die Anzahl der Betroffenen bis 2080 um ein Vielfaches, von derzeit 10 auf 75 bis 200 Millionen Menschen erhöhen (1). Die Menschen müssten aus ihrem Lebensraum fliehen – umfangreiche Migration wäre die Folge.
Siedlungen mit vielen unterschiedlichen Wirtschaftszweigen sind den klimatischen Bedingungen weniger stark ausgeliefert als weniger vielfältige Siedlungen, die z.B. entweder stark von der Land- und Forstwirtschaft oder von der Fischerei abhängen.

Eine Anpassung an die Klimaerwärmung (sofern der Klimaschutz nicht ausreichen sollte) muss eine optimierte und integrierte Planung der urbanen Infrastruktur umfassen. Beispielsweise sollte man es vermeiden, in Teilen von Siedlungsgebieten, die durch ihre Lage von Überflutung oder Erdrutschen bedroht sind, Industrie- und Wohngebäude zu erichten. Die jetzt bedrohten Gebäude und die Straßennetze müssen besser geschützt oder abgesiedelt werden (2).
 

Ändert sich das Klima – ändern sich die Bedürfnisse

Wenn sich die klimatischen Verhältnisse verändern, könnte sich die Nachfrage nach baulicher Infrastruktur - Energienetze oder Gebäudearchitektur - genauso an die Gegebenheiten anpassen wie jene nach städtischen Diensleistungen (öffentlichen Verkehrsmittel). Ganze Industriezweige wie die Landwirtschaft, der Tourismus oder das Baugewerbe könnten direkt vom Klimawandel betroffen sein.
 

Klimaanlage statt Heizkörper?

Nehmen wir an, in Mitteleuropa wird es in Zukunft spürbar wärmer werden, sodass man im Sommer standardmäßig eine Klimaanlage braucht, im Winter aber weniger heizen muss. Mehr Klimaanlagen werden benötigt, die Nachfrage und das Angebot für das Produkt Klimaanlage und für den Einbau und die Wartung der Geräte werden steigen. Der Energiebedarf für den Bereich Kühlung wird wachsen und der Stromverbrauch wird sich stark erhöhen. Der Bedarf nach Heizkörpern und Raumheizung hingegen wird sinken.

Es wird angenommen, dass sich der Energieverbrauch durch eine solche Entwicklung drastisch erhöhen könnte, wie Entwicklungen im Sommer 2003 in Mitteleuropa zeigten, als es durch Überlastungen, die durch Klimageräte hervorgerufen wurden, zu Stromausfällen kam.
 

Quellen (Stand August 2004)

 1. UNEP/GRID-Arendal - Settlements
 2. UNEP/GRID-Ardenal - Management and Adaptation of Human Settlements
Zuletzt aktualisiert: 2012-06-10

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