Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Auswirkungen auf Ökosysteme am Festland und im Wasser

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Die globale Erwärmung als Folge des Klimawandels hat Auswirkungen auf alle Ökosysteme. Bei einigen von ihnen sind sie bereits jetzt erkennbar, bei anderen ist mit einer Verzögerung von mehreren Jahren zu rechnen.
 

Festland und Süßwasser

Die Zusammensetzung der Arten in Ökosystemen wird sich ändern, was allerdings erst mit einer Verzögerung von einigen Jahren oder Jahrzehnten sichtbar werden wird. Die Verteilung, die Größe und das Verhalten der Populationen werden jetzt und in Zukunft direkt durch regionale Klimaänderungen und indirekt durch klimabedingte Änderung der Lebensräume beeinflusst.

Die Klimaänderungen verschieben die Grenze zwischen den Lebensräumen der Kaltwasser- und Warmwasserfische mit hoher Wahrscheinlichkeit ( so definiert die IPCC die Wahrscheinlichkeit). Wegen der Erwärmung wird der Lebensraum der Kaltwasserfische kleiner und jener der Warmwasserfische größer. Viele Tier- und Pflanzenarten sind schon jetzt bedroht und werden so noch stärker unter Druck gesetzt. Zum Beispiel sind einige Nahrungsfische im Nordatlantik, wie Thunfisch und Kabeljau, durch kommerzielle Überfischung bereits stark im Bestand reduziert (1).

Die Aussterbensraten werden dadurch im 21. Jahrhundert zunehmen. Mögliche Auswege sind die Eröffnung von Naturschutzgebieten und Umsiedlungen, wobei allerdings hohe Kosten entstehen und Erfolge fraglich sind.
 

Meeresökosysteme und Küstengebiete

  • Die Auswirkungen der Klimaerwärmung auf die Meere umfassen:
  • die Erhöhung der Oberflächentemperatur der Meere
  • die Erhöhung des Meeresspiegels
  • die Reduktion der Eisbedeckung
  • Änderungen der Strömungen, des Salzgehaltes und des Wellenganges


Viele Meeresökosysteme sind sehr sensibel: Zum Beispiel beeinflussen Änderungen
nahrungsreicher Strömungen die Fischpopulationen und dadurch das Leben der Menschen an den Küsten, die vielfach auf den Fischfang angewiesen sind.

In vielen  Küstengebieten wird es (je nach Region wahrscheinlich oder auch sehr wahrscheinlich) zu Überflutungen, zunehmender Erosion, dem Verlust von Nassgebieten und Küstenwäldern - wie der Mangrove kommen. Salzwasser wird ins Grundwasser eindringen und die Auswirkungen von Stürmen werden stärker und länger zu spüren sein.

Wie sich die Ökosysteme an den Küsten verhalten werden, hängt auch von anderen menschlichen Einflüssen ab. Korallenriffe zählen sicherlich zu den empfindlichsten Ökosystemen an den Küsten. Bereits seit mehr als 20 Jahren sind durch menschlichen Einfluss negative Veränderungen zu bemerken. Es ist zweckmäßig, gemeinsame Schutzpläne für landwirtschaftliche Nutzflächen und unmittelbar angrenzende Küstengebiete zu erstellen. Da diese Gebiete in engem Zusammenhang stehen, kommt es bei klimatischen Veränderungen in beiden Bereichen zu Problemen, die einander beeinflussen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird die Erwärmung der Meeresoberfläche außerdem zu vermehrten Krankheiten in den Meerespopulationen führen. Das kann nicht nur die Korallenbänke schädigen, sondern auch die Fischerei im Allgemeinen beeinträchtigen.


Quellen

 IPCC-Bericht 2007: Synthesis Report (englische Zusammenfassung)
 Hamburger Bildungsserver: Meeresspiegelanstieg

 1. Greenpeace - Fischführer
Zuletzt aktualisiert: 2012-06-10

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