Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Klimawandel im 20. Jahrhundert

Messungen der letzten Jahrzehnte lassen einen eindeutigen Trend erkennen: Es kommt weltweit zu erhöhten Temperaturen der Erdoberfläche -- mit weit reichenden Veränderungen in den meisten Ökosystemen.

Angesichts neuer Belege und bei Beachtung verbleibender Unsicherheiten ist es sehr wahrscheinlich, dass der Großteil der gemessenen Erderwärmung auf die Zunahme der  Treibhausgase zurückzuführen ist. KlimaforscherInnen haben keinen Zweifel mehr daran, dass der anthropogene Treibhauseffekt die globale Erwärmung verursacht. (1)


Wie hat sich das Klima im zwanzigsten Jahrhundert verändert?

  • Die globale Durchschnittstemperatur hat im 20. Jahrhundert um 0,6°C zugenommen.
  • Im letzten Jahrhundert stieg die Durchschnittstemperatur in Europa um etwa 0,8°C, in Österreich um 1,8°C.
  • Ereignisse wie der El Nino-Effekt, Aerosole in der Atmosphäre und der Ozonabau in der Stratosphäre haben ebenfalls Auswirkungen auf die Temperatur der Atmosphäre oder der Erdoberfläche.
  • Die weltweite Schneebedeckung hat um ca. 10% abgenommen. Außerdem sind die Oberflächengewässer und die nördliche Hemisphäre zwei Wochen kürzer mit Eis bedeckt.
  • Die Gletscher in nicht polaren Regionen sind zurückgegangen.
  • Die Temperatur der Ozeane hat zugenommen und der Meeresspiegel ist in den letzten hundert Jahren um durchschnittlich 10–20 cm gestiegen. Bei steigenden Wassertemperaturen stirbt Plankton ab und daher sinkt die Kapazität vom Meerwasser, Co2 zu binden. (2)
  • Der Meeresspiegel, der vom Alfred-Wegener-Institut für Polarforschung untersucht wurde, ist seit 1993 um durchschnittliche 3 mm pro Jahr gestiegen, im 20. Jahrhundert insgesamt um 17 Zentimeter. Weil wärmeres Wasser eine höhere Ausdehnung hat, entfallen rund 50 % des Meeresspiegelanstieges auf diesen physikalischen Effekt. Etwa 25 % des Meeresspiegelanstiegs werden auf das Abschmelzen der Gebirgsgletscher zurückgeführt, etwa 15 % auf das Abschmelzen von Eisschilden. (2)
  • „Tropische Wirbelstürme werden intensiver, trotzdem sie nicht häufiger auftreten“, so Klimatologe Reinhard Böhm von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Wien. (2).
  • Die Häufigkeit von Starkregen-Ereignissen nahm in den östlichen Teilen von Nord- und Südamerika, im Norden Europas und in Nord- und Zentralasien zu. Der Sahel, der Mittelmeeraum, das südliche Afrika und Teile von Südasien sind trockener geworden. In den Tropen und Subtropen treten intensivere und länger andauernde Düren auf. (…) Nicht alle Extremereignisse sind aber auf den Klimawandel zurückzuführen, so der Einwand vieler Klimatologen. (2)
  • Die globale Temperaturerhöhung der letzten 25 Jahre ist die größte seit Beginn der instrumentellen Messungen um 1850.

 
Als Download finden Sie eine Darstellung der Veränderung der globalen Mitteltemperatur seit Beginn der instrumentellen Messungen sowie Trends in verschiedenen Zeitabschnitten (Quelle:  http://www.hamburger-bildungsserver.de/klima/ipcc2007/temperatur-trends.gif)

Sie interessieren sich für speziefische Daten aus Österreich? Dann informieren Sie sich bei der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik über die:  Publikationen zu Klimaschwankungen in Österreich.
 

Ausblicke ins 21. Jahrhundert

  • Im IPCC-Bericht 2007 (3) wurden Prognosen bis zum Jahr 2100 in 35 verschiedenen Zukunftsszenarien erechnet. Die Prognose: Bis zum Jahr 2100 wird die durchschnittliche Oberflächentemperatur der Erde zwischen 1,1 und 6,4 Grad Celsius zugenommen haben. 1,1 Grad bedeutet, dass sich alle Staaten im Sinne des Klimaschutzes verhalten. Am anderen Ende der Bandbreite stehen mit fast 6 Grad Celsius die Gefahr zunehmender Versauerung der Ozeane, das Verschwinden der Gletscher, häufige Dürezeiten und fast permanenter Wassermangel. Das realistischste Szenario liegt bei rund 2,5 Grad Celsius. Für die nächsten zwei Jahrzehnte wird in einer ganzen Reihe von Modellen eine Erwärmung von 0,2 Grad Celsius pro Jahrzehnt erwartet, selbst wenn die Treibhausgaskonzentration auf dem Niveau des Jahres 2000 konstant gehalten würde.
  • Die Klimamodelle werden immer genauer und es wird an einer Auflösung eines Punktabstandes von einem Kilometer gearbeitet.
  • Mit dem „WegenerNet Klimastationsnetz Region Feldbach“ hat das Wegener Zentrum für Klima und Globalen Wandel der Karl-Franzens-Universität Graz ein internationales Pionierprojekt gestartet. 151 Messstationen im Untersuchungsgebiet in der Oststeiermark liefern Wetter- und Klimadaten, die sowohl für die Forschung als auch für die Region von großer Bedeutung sind. Sie helfen die Voraussetzungen zu schaffen, um rechtzeitig mit geeigneten Maßnahmen auf Klimaveränderungen reagieren zu können, etwa in der Landwirtschaft oder im Tourismus. Die Messdaten sowie ein neuer Bericht zum „Pionierexperiment WegenerNet Klimastationsnetz“ sind online zugänglich.

 

Zum Weitersurfen


 IPCC-Bericht 2007: Synthesis Report (englische Zusammenfassung)

 Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)
 Klimainfothek des Hamburger Bildungsservers
 Wegener Net: Datenportal


 

Zum Weiterlesen

(1) Wolfgang Behringer: Kulturgeschichte des Klimas, 2007
(2) Heiße Zeiten – 50 Fragen und Antworten auf brennende Fragen zum Klimawandel, Irene Brickner und Johanna Ruzicka, Residenz Verlag, 2007, ISBN 978-3-7017-3067-4
(3) Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger, Beitrag der Arbeitsgruppe I zum Vierten Sachstandsbericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderung (IPCC), Forum for Climate and Global Change der Akademie der Naturwissenschaften, Schweiz.
Zuletzt aktualisiert: 2012-06-10

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