Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Wer verursacht den größten CO2-Ausstoß?

Den höchsten CO2-Ausstoß verursachen die Industrieländer -- in absoluten Zahlen ausgedrückt wird der ehemalige Spitzenreiter USA inzwischen von China abgelöst. Die Pro-Kopf-Emission einzelner Länder muss weiterhin drastisch reduziert werden. Ob das derzeit akteptierte 2-Grad-Limit erreicht werden kann bleibt jedoch sehr fraglich.

Der wirtschaftliche Aufschwung Chinas macht das Reich der Mitte zum absoluten Spitzenreiter in Sachen CO2-Ausstoß. Zwar sind die Pro-Kopf-Werte für die USA und Russland immer noch höher, die absoluten Zahlen sind jedoch alarmierend und werden in den nächsten Jahren vermutlich noch weiter ansteigen. China, die Vereinigten Staaten, Russland und Indien sind für 50% des weltweiten Ausstoßes von CO2 aus energetischer Nutzung verantwortlich. Die Volksrepublik China hat 2007 erstmals die Vereinigten Staaten als größten Emittenten abgelöst; beide Länder zusammen sorgten für über 40% der globalen Emissionen.
 
Eine grafische Darstellung der CO2-Emission aus energetischer Nutzung pro Kopf (in Tonnen) in ausgewählten Staaten und Regionen in 1990 und 2007 finden Sie als Downlaod.
 

Die Menge der freigesetzten Treibhausgase nimmt ständig zu

Die wichtigste Quelle für Treibhausgase ist die Energiegewinnung für die Industrie und für den Haushalt. Dieser Bereich trägt etwa 30% zur globalen Erwärmung bei. Der Verkehr und die Herstellung chemischer Produkte tragen jeweils zu 20% zum Klimawandel bei.

Weitere wesentliche Quellen sind  die Landwirtschaft und die Nahrungsmittelerzeugung. Nassreisfelder und immer größere Viehherden stellen die wichtigsten Methanquellen dar. 20 bis 25 Prozent der anthropogenen -- also durch menschliche Aktivitäten verursachten -- Methanemissionen stammen aus wasserbedeckten Reisfeldern. Die weltweiten Viehherden geben jährlich rund 100 Mio. Tonnen Methan ab. Es wird geschätzt, dass die durch die Viehhaltung verursachte Treibhauswirkung jener des weltweiten Autoverkehrs nahe kommt.

Der Anteil der Brandrodung an der globalen Erwärmung beträgt 15 Prozent. Für die Schaffung einer Weidefläche für ein Rind werden in Süd- und Mittelamerika durchschnittlich zwei Hektar Regenwald in Weidegründe umgewandelt. Dadurch gehen auch wertvolle Lebensräume mit hoher biologischer Vielfalt verloren.
 

Index verfeinert Aussagen über CO2-Ausstoß

Die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch veröffentlicht seit 2006 jährlich einen internationalen Klimaschutz-Index. Anhand einheitlicher Kriterien vergleicht und bewertet er die Klimaschutzleistungen von 57 Staaten, die zusammen für mehr als 90 Prozent des globalen energiebedingten CO2-Ausstoßes verantwortlich sind. Auch für den Klimaschutz-Index 2011 konnten die ersten drei Plätze - für jene Länder, die genug dafür tun, dass die globale Erwärmung unter 2 Grad Celsius bleibt, wieder nicht vergeben werden. Das Ziel der derzeitigen internationalen Klimaschutzpolitik ist es, eine Klimaerwärmung um mehr als zwei Grad zu verhindern.
 GERMANWATCH: Klimaschutz Index 2011

Wer verursacht den größten CO2-Ausstoß im Jahr?

Den höchsten CO2-Ausstoß pro Kopf verursachen die Industrieländer. Er liegt um das Vielfache höher als in den Entwicklungsländern, Spitzenreiter ist die USA mit ca. 20 Tonnen pro Jahr (Stand 2008). Der Energieverbrauch -- die primäre Ursache für den CO2-Ausstoß -- ist offensichtlich mit dem Wohlstand des jeweiligen Landes verknüpft. Aktuell werden eine Reihe von Forschungsprojekten zu diesem Thema durchgeführt. Untersuchungen haben jedoch auch ergeben, dass ein ähnlicher Wohlstand auch mit wesentlich weniger Energieverbrauch -- und damit CO2-Ausstoß - erreicht werden kann. Länder wie Österreich, Deutschland oder Japan emittieren bei ähnlichem Wohlstand wie die USA nur etwa die Hälfte an CO2 - nämlich ca. 10 Tonnen pro Kopf und Jahr. Aber auch diese Menge an CO2-Emissionen könnte mit geeigneten Maßnahmen relativ einfach reduziert werden.

Im  Kyoto-Protokoll wurde 1997 festgehalten, dass zumindest für den Zeitraum 2008-2012 Entwicklungsländer von den Reduktionszielen ausgenommen sind, da sie unter dem Treibhauseffekt leiden, ihn aber nicht verursacht haben. Bei der Ratifizierung des Kyoto-Protokolls im Jahr 1997 hatte man den rasanten wirtschaftlichen Aufstieg der Schwellenländer Brasilien, China und Indien aber nicht voraus gesehen. (1) Die Schwellenländer haben in den letzten Jahren einen starken industriellen Aufschwung erlebt. Erwartungsgemäß nehmen die CO2-Emissionen in diesen Ländern sehr stark zu. Entwicklungsländer haben zwar relativ geringe Pro-Kopf-Emissionen, jedoch nimmt die Bevölkerung rasch zu. Die Reduktion der CO2-Emissionen ist demnach primär eine Aufgabe der Industrieländer, auch wenn den Entwicklungs- und besonders eben den Schwellenländern in Zukunft eine immer größere Bedeutung zukommt.
 

Zum Weiterlesen

(1) Heiße Zeiten – 50 Fragen und Antworten auf brennende Fragen zum Klimawandel, Irene Brickner und Johanna Ruzicka, Residenz Verlag, 2007, ISBN 978-3-7017-3067-4
Zuletzt aktualisiert: 2012-06-10

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