Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Indirektes Abfallaufkommen: Beispiele gibt es viele

Quellen für indirektes Abfallaufkommen sind sehr zahlreich zu finden - es ist nur notwendig, etwas genauer hinzusehen. Sie sind abhängig von örtlichen Gegebenheiten sehr unterschiedlich und auf den ersten Blick oft nicht ersichtlich.

Natürlich ist beim indirekten Abfallaufkommen immer auch eine Abwägung von Vor- und Nachteilen notwendig, die dann letztlich eine Konsumentscheidung mit beeinflussen. Man wird beispielsweise kein Produkt kaufen, das zwar wenig Abfall verursacht, jedoch dem geplanten Nutzen nicht entspricht. Das bedeutet, dass das Abfallaufkommen nur einer - wenn auch ein sehr wichtiger - der Faktoren ist, der berücksichtigt werden muss. Auch müssen parallel weitere Faktoren berücksichtigt werden, wie z.B. Reparaturfähigkeit oder Recyclingfähigkeit.

Grundsätzliche Überlegungen zum indirekten Abfallaufkommen finden Sie auch unter:   Indirektes Abfallaufkommen - Der "ökologische Rucksack" ist manchmal ganz schön schwer

Die „Mode“ – besonders an Schulen sind die SchülerInnen (aber auch die LehrerInnen) starken Gruppenzwängen unterlegen, die sich gerade in der Kleidung und an Accessoires ausdrückt. Kleidung, Schuhe usw. werden vielfach nur kurz getragen und dann weggeworfen. Es entsteht nicht nur durch die Menge an weggeworfenen Textilien Abfall, sondern besonders durch die Herstellung oder den Transport (Treibstoff, Verpackung). Man könnte erheben, wieviele Kleider an der Schule pro Jahr verbraucht werden (wieviel Abfall dadurch entsteht), und ob es Einsparungsmöglichkeiten gibt (eventuell durch einen Second Hand Shop in der Schule – eine SchülerInnenfirma).

Ein weiteres extrem aufwändiges Produkt und für Jugendliche manchmal schon ein „Wegwerfprodukt“ ist das Handy. Es verursacht in der Herstellung und im Verkauf extrem hohe Abfallbelastungen. Aber auch indirekt durch die Nutzung beispielsweise durch den Infrastrukturaufwand für Handymasten oder Kabel ist ein hoher Ressourcenverbrauch gegeben. Das Handy gilt vielfach als modisches Accessoire oder ist aufgrund der kurzen technischen Halbwertszeit nur relativ kurz in Verwendung. Auch hier könnte untersucht werden, wieviele Handys in der Klasse oder in der Schule pro Jahr verbraucht werden.

In diesem Zusammenhang kann anschließend das dadurch entstehende Abfallaufkommen berechnet werden. Es gibt Berechnungen, die mit dem besprochenen Hintergrund für Handys angestellt wurden. Das Abfallaufkommen für ein Handy (besonders durch die vielen edlen Metalle die darin verwendet werden) wurde dabei auf ca. 250-350kg festgelegt! Ganz beträchtlich, wenn man bedenkt, dass Handys heute nur mehr wenige Gramm wiegen.

Nicht nur bei den einzelnen Personen in der Schule kann man nach Quellen für indirektes Abfallaufkommen suchen. Ein weiterer Punkt könnte z.B. das Schulgebäude selbst sein. Es könnte untersucht werden, wieviel Abfall (incl. des ökologischen Rucksacks) entsteht, wenn z.B. die Schule erweitert oder saniert wird. Auch im Hinblick darauf, dass dieses Gebäude einmal „entsorgt“ werden muss und manche Materialien dann teurer Sondermüll sein könnten. Es wäre auch möglich zu versuchen, dieses Abfallaufkommen für unterschiedliche Varianten zu berechnen und mit Kostenaufstellungen eine Variantenentscheidung zu untersützten.
Zuletzt aktualisiert: 2012-06-21

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