Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Mülltrennen und mehr: Aspekte der Nachhaltigkeit in Schulprojekten

Die gesamte Müllproblematik – von der Müllentstehung bis zum Recycling – war viele Jahre wesentlicher Inhalt der Umweltbildung und wird nun auch zu einem Thema der Bildung für Nachhaltige Entwicklung. Aspekte der Nachhaltigkeit können sehr leicht in Schulprojekte integriert werden.

Bildung für Nachhaltige Entwicklung macht in besonderer Weise aufmerksam auf interessante Zusammenhänge und überaschende Dynamiken. Nun geht es darum, jene Maßnahmen, die für die Müllvermeidung und -trennung bereits getroffen wurden, sinnvoll zu ergänzen. Mit der Abfallsituation in Zusammenhang stehende Aspekte des Konsums und des eigenen Lebensstils bieten sich zur Analyse an. Eine Reihe von Themen könnten umgesetzt werden.


Was ist Abfall - die Verpackung oder das Produkt?

Abfall wird immer eher ein Problem des Produktes selbst als jenes der Verpackung. Die Produktlebensdauer sinkt (für Handys beträgt sie weniger als 2 Jahre) und der Konsummüll steigt. Hinzu kommt, dass die fertigen Produkte auch den bei der Herstellung angefallenen Material- und Energieverbrauch beinhalten. Auch muss der Material- und Energieverbrauch bei der Erstellung der Vorprodukte und der Herstellung der Maschinen, die zur Produktion benötigt werden berücksichtigt werden. Diesen versteckten Verbrauch nennt man den  ökologischen Rucksack der Produkte. Bei manchen Produkten ist dieser ökologische Rucksack überaschend hoch, bei anderen hingegen niedriger, als man vermuten würde.
  • Für Handys gibt es dazu auch Berechnungen: Demnach fallen für die Produktion eines Handys mehrere hundert bis mehrere tausend Kilos an. Dies natürlich fern von den typischen Handy-Nutzerländern - also in Entwicklungsländern, wo jene Edelmetalle abgebaut und verhüttet werden, die für die elektronischen Bauteile notwendig sind. Bewusstes Konsumverhalten und Lifestyle allgemein ist also ein Schritt, der besonders im Zusammenhang mit der Abfallproblematik thematisiert werden kann.
  • Es können Entwicklungs- und Handelsaspekte aufgegriffen werden. Beispielsweise landet ein großer Teil des weltweiten Elektronikschrotts in China, wo er nur teilweise verwertet wird. Auch besteht noch immer ein reger Handel mit Sondermüll, besonders in Entwicklungsländer, in denen abgesehen von den langen Transportwegen weder die umweltgerechte und schon gar nicht die gesundheitlich unbedenkliche Behandlung gewährleistet ist.
  • Abfallsammlung kann auch karitativen Zwecken dienen und nicht nur Finanzvorteile für die Schule bringen. Beispielsweise können Tonerkartuschen und Druckerpatronen für die Roten Nasen gesammelt werden oder Handys für die Nutzung als Notfallhandys karitiativen Organisationen zur Verfügung gestellt werden.
Zuletzt aktualisiert: 2012-06-21

 zurück zur vorigen Seite